Auf dem Spielplatz „Im Wäldchen“ wird neuartiger Gummi-Mulch eingesetzt

Testlauf für neuen Fallschutz

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Bauhof-Mitarbeiter Stefan Bruns verteilt die elastische Tragschicht auf der 28 Quadratmeter großen Fallschutzzone rund um die neue Schaukel auf dem Spielplatz „Im Wäldchen“. Diese kann erst Ende dieser Woche getestet werden.

HERSCHEID - Rund 30 Kubikmeter Holzhackschnitzel kauft die Gemeinde jährlich, um ihre Spielplätze abzusichern. Um diese Zahl zu senken und Kosten langfristig zu sparen, wird nun ein recht neues Material getestet, eine Art Gummi-Mulch. 

Das Problem der herkömmlichen Holzhackschnitzel: Sie werden wetterbedingt schnell dreckig und fliegen umher. 

„Das kann bei unserem Produkt nicht passieren“, betont Bastian Schwenke. Der Mitarbeiter der Firma Melos erklärte gestern Morgen auf dem Spielplatz „Im Wäldchen“ die Funktionsweise des von seiner Firma entwickelten Fallschutzes. 

Dieser besteht aus zwei Schichten: Zunächst wurde gestern auf einer rund 28 Quadratmeter großen Fläche rund um eine neue Schaukel eine elastische Tragschicht aufgetragen. In einer Dicke von gut drei Zentimetern brachten die Bauhof-Mitarbeiter ein mit Kunstharz vermengtes technisches Granulat an. 

„Bei dem Granulat handelt es sich nicht um ausgediente Reifen oder altes Gummi, sondern um Neuware aus Überproduktionen“, betonte Schwenke. Diese erste Schicht muss über Nacht aushärten. 

Im zweiten Arbeitsgang folgt heute eine etwa zwei Zentimeter starke Deckschicht aus EPDM-Mulch. Durch die Mischung aus körnigem Material in der ersten und Fasern in der zweiten Schicht könne der Gummi-Mulch 20 bis 30 Prozent mehr Kraftabbau leisten und sei somit sicherer, sagt Bastian Schwenke. 

Nicht entflammbar, gesundheitlich unbedenklich und hohe Farbstabilität seien weitere Vorteile des Produktes, das seit fünf Jahren auf dem Markt ist. 

Über einen Beitrag in einer Fachzeitschrift wurde Dirk Dismer auf den Gummi-Mulch aufmerksam. In seiner Funktion als Gebäudemanager der Gemeinde Herscheid ist er auch für die Spielplätze zuständig. 

„Einen Versuch ist es wert“, meint er, zumal sich die Kosten in Grenzen halten. Rund 1 550 Euro (Material und Vorarbeiten) koste der Fallschutz-Testlauf an der neuen Schaukel. 

Zum Vergleich: Das einmalige Bestücken mit Holzhackschnitzeln für diese Fläche würde etwa 300 Euro kosten; bei entsprechender Nutzung muss eine solche Fläche mehrmals jährlich mit neuem Material versorgt werden. 

Entsprechend gespannt ist Dirk Dismer auf den Testlauf mit dem neuen Fallschutz; dieser soll ab Freitag nutzbar sein.

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