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Spezialeinsatz für Feuerwehrfreunde:
Informieren, Austauschen, Genießen

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Von: Simone Rein

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Die Mitglieder des Feuerwehrmuseums Soest luden vor dem Bahnhof zum Fachsimpeln an ihren Fahrzeugen ein.
Die Mitglieder des Feuerwehrmuseums Soest luden vor dem Bahnhof zum Fachsimpeln an ihren Fahrzeugen ein. © Simone Rein

Nur eine Woche nach der Feier des 40-jährigen Bestehens herrschte bei der Märkischen Museumseisenbahn erneut Hochbetrieb. Der Blaulichttag und mit ihm eine Vielzahl an historischen und einigen modernen Feuerwehrfahrzeugen lockte am Sonntag viele Interessierte zum Bahnhof nach Hüinghausen.

Herscheid - Besonders die Kinder hatten ihre Freude an den knallroten Fahrzeugen, die von allen Seiten und teilweise auch von innen unter die Lupe genommen werden durften. Immer wieder ertönte ein lautes Tatütata – doch einen ernsthaften Einsatz gab es zum Glück nicht; das Martinshorn wurde nur zu Vorführungszwecken aktiviert.

Auch große Feuerwehrfreunde kamen an diesem Tag voll auf ihre Kosten und bekamen glänzende Augen. Beispielsweise bei der Betrachtung der historischen Fahrzeuge, die das Feuerwehrmuseum Soest mitgebracht hatte. Stefan Thiedmann ist stolzer Besitzer eines Magirus-Deutz. Alle Mitglieder des Vereins stellen ihre Privatfahrzeuge dem Museum zur Verfügung; insgesamt 14 Fahrzeuge verschiedener Hersteller und Varianten umfasst die Sammlung. „Im Sommer sind wir jedes Wochenende unterwegs“, berichtete Thiedmann von verschiedenen Veranstaltungen, zu denen im Winter auch Lichterfahrten gehören. Mit Lichterketten, Weihnachtsbändern und Deko geschmückt werden dabei unter anderem Seniorenheime besucht.

„Mittlerweile ist es schwierig geworden“, beschreibt Thiedmann die erschwerten Bedingungen bei der Beschaffung weiterer Fahrzeuge für das Museum. „Wenn früher Fahrzeuge ausgemustert worden sind, war das noch eine ganz andere Wertschätzung für so ein Fahrzeug“. Die Wehren seien auf die Museen zugegangen und hätten ihre Einsatzfahrzeuge angeboten. Teilweise gegen einen Obolus, als Spende oder Schenkung. Doch das habe sich inzwischen geändert.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr Bielefeld tätig ist Christian Quante, der stolzer Besitzer des ältesten Fahrzeugs des Museums Soest, ein Borgward B 2000A/O, ist. Ab 1956 gehörte dieses zur Erstausrüstung der Bundeswehr. „Weil es ein Bundeswehrfahrzeug war und man hatte damals noch keine Pläne, wurden alle deutschen Autohersteller einbezogen und Borgward hatte solche Fahrzeuge rausgebracht. 1961 ist Borgward pleite gegangen. Ende der 60er Jahre sind alle Fahrzeuge von der Bundeswehr weggegangen. Viele von ihnen sind dann zur Feuerwehr gekommen“, erzählt Christian Quante über den geschichtlichen Hintergrund.

Sein Liebhaberstück befindet sich im Originalzustand, es erfolgte lediglich eine Aufrüstung zum Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. Der 80 PS starke Otto-Motor mit sechs Zylindern schafft eine maximale Geschwindigkeit von 95 km/h. Das bis 1993 aktiv genutzte Fahrzeug befindet sich seit 28 Jahren in Privatbesitz. Die einstigen Bundeswehrfahrzeuge bekamen bei manchen Feuerwehren eine neue Lackierung – aus Oliv wurde Rot. Manche Einsatzfahrzeuge besaßen einen Anhänger, in dem die Ausrüstung verstaut wurde.

Die Rettungshundestaffel: Eine bunt gemischte Truppe

Wesentlich jünger als die ausgestellten Blaulichtfahrzeuge ist die Rettungshundestaffel MK: Diese hat sich vor zehn Jahren gegründet und ist kunterbunt bestückt. Schäferhund, Border Collie, Mischling: Die Vierbeiner sind trainiert in der Arbeit mit ihren Haltern, um bei Notfällen gemeinsam Menschenleben zu retten.

Über die Ausbildung informierten die Mitglieder der Hundestaffel am Bahnhof in Hüinghausen. Dabei wurde eines deutlich: Zwar widmen sich Zwei- und Vierbeiner einem ernsten Hobby. Dennoch kommt der Spaß bei den Einheiten nicht zu kurz. Daher widmeten sich die komplett in Blau gekleideten Hundehalter am Bahnhof neben der Information über die eigene Tätigkeit auch dem Nachwuchs. So wurden Slush-Eis und Kinderschminken angeboten. Außerdem konnten die jungen Besucher Fotos von sich und einem vierbeinigen Lebensretter machen lassen.

Neben diesen vielen besonderen Gästen freuten sich die Gastgeber über großen Andrang: So waren die ersten beiden Fahrten der Kleinbahn im Nu ausgebucht. Dabei zog die Lok Spreewald die Museumseisenbahn behutsam durch das Elsetal und war ein beliebtes Fotomotiv am Bahnübergang, wo das eine oder andere historische Feuerwehrfahrzeug in Position gebracht wurde. Der Böschungsbrand vor einer Woche blieb manchen Feuerwehrmännern während ihrer Zugfahrt nicht verborgen. Das geschulte Auge erkannte sofort, dass erst vor kurzem ein Feuer gelöscht wurde.

Nächster Fahrtag der Kleinbahn: Trecker-Premiere

Die Verschnaufpause am Bahnhof Hüinghausen ist nach diesem sonnigen Fahr-tag nur von kurzer Dauer. Premiere feiert am Sonntag, 21. August das Treckertreffen, bei dem historische Trecker erwartet werden. In der Zwischenzeit widmen sich die Kleinbahner den vielseitigen Aufgaben in den Wagenhallen und auf dem Bahnhofsgelände.

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