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 „Spendenbereitschaft eingebrochen“ - doch auf das Zahngold ist Verlass

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Von: Dirk Grein

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Eine Spende, die den Herscheider Grundschülern zugute kommt: Zahnarzt Sven Bathe (links) überreicht den Spendenscheck an Oliver Matula, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule.
Eine Spende, die den Herscheider Grundschülern zugute kommt: Zahnarzt Sven Bathe (links) überreicht den Spendenscheck an Oliver Matula, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule. © Grein, Dirk

Damit hatte Oliver Matula nicht gerechnet: Als er den Anruf von Zahnarzt Sven Bathe erhielt, dass dieser dem Förderverein der Grundschule Herscheid eine Spende überreichen möchte, da war die Freude auf Anhieb groß. Doch als der Vereinsvorsitzende dann erfuhr, um welche Summe es sich handelt, da war er sprachlos. 7000 Euro wandern auf einen Schlag auf das Konto der Förderer.

Herscheid - „Die Kinder haben am meisten unter Corona gelitten“, begründet Sven Bathe. Er erinnert an die vielen ausgefallenen Veranstaltungen, den Distanz-Unterricht, die Maskenpflicht und die weiteren Beschränkungen, die auch den Schulalltag am Rahlenberg bestimmt haben. Vieles sei in dieser Zeit auf der Strecke geblieben, genau deswegen will der Zahnarzt mit seiner Spende an den Förderverein dafür sorgen, dass zumindest in Zukunft wieder mehr gemeinsame Aktivitäten möglich sind.

Eine Unterstützung, die genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, betont Oliver Matula. Der Förderverein sei auf Spenden von Unternehmen und Privatleuten angewiesen, doch daran mangele es in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten. „Die allgemeine Spendenbereitschaft ist eingebrochen“, erzählt der Vorsitzende. Das erschwere die Arbeit seines personell überschaubaren Teams.

Nicht zu vergessen: Der Förderverein hat nach der Zusammenlegung der beiden Grundschulen Hüinghausen und Herscheid einen noch größeren Empfängerkreis. Knapp 250 Kinder besuchen zurzeit die Grundschule, die im Bildungszentrum Rahlenberg untergebracht ist. Allen gleichzeitig eine Freude zu bereiten sei gar nicht so einfach, betont Matula.

Doch genau dieses Ziel soll mit Hilfe eines Mitmachzirkus’ erreicht werden. Bei der letzten Aktion an der Herscheider Schule im März kamen – auch dafür war Corona ein Grund – lediglich die Dritt- und Viertklässler in den Genuss, als Stars in der Manege auftreten zu können. Bei dem nächsten Projekt, das bereits für kurz vor den Sommerferien 2024 gebucht wurde, sollen dann wieder alle Grundschüler mitwirken können. Doch das hat seinen Preis: Rund 12 500 Euro muss der Förderverein für diese Aktion aufbringen. Dank der Spende von Sven Bathe ist bereits mehr als die Hälfte dieser Ausgabe gesichert.

Den Dank Matulas reichte der Zahnarzt direkt weiter an seine Patienten. Die hätten nicht nur seiner Praxis, sondern auch der Zahngoldspende die Treue gehalten. Immer dann, wenn er eine alte Krone oder unbrauchbare Brücken aus Gold, Platin, Silber oder Palladium entfernt, dann erinnert er die Patienten an die Spendenbox. Und die wird in den meisten Fällen auch gefüllt.

Je nach Größe habe eine einzelne Krone einen Wert von 20 bis 30 Euro. Durch die rege Beteiligung der Patienten ist in den letzten fast zwei Jahren einiges zusammengekommen.

Die gesammelten Kronen hat Sven Bathe zu einem guten Zeitpunkt an eine Edelmetallscheideanstalt geschickt. Dort wurden die einzelnen Bestandteile herausgearbeitet und diese – nach dem jeweiligen Kurs – bezahlt. Das erhaltene Geld hat der Herscheider großzügig aufgerundet, sodass er das Zirkusprojekt der Schule über den Förderverein nun mit einer runden Summe unterstützen kann.

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