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Hilfe für das Flutgebiet: Spenden aus Herscheid gehen nach Erftstadt

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Von: Johannes Opfermann

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Die Helfer transportierten 15 Tonnen an Spenden.
Die Helfer transportierten 15 Tonnen an Spenden. © Jarnuczak

15 Tonnen an Hilfsgütern hat eine Gruppe Sauerländer in den vergangenen Wochen gesammelt, um den vom Juli-Hochwasser besonders gebeutelten Regionen zu helfen. 

Herscheid - Am Samstag machten sich dann die Helfer Dietmar Frank, Reinhold Grebe, Jan Jarnuczak, Michael Schröder sowie Ralf und Christopher Woeste mit einem Sattelzug voll mit Baumaterial, Werkzeugen, Arbeitskleidung und mehr auf den Weg nach Erfstadt ins Baustoffspendenlager.

Dort angekommen wurde das Material zunächst in einer Vorlagerhalle zwischengelagert um anschließend durch die Sauerländer Freunde im Materiallager einsortiert zu werden. Die mitgebrachte Dämmwolle wurde direkt vom Lkw an anwesende Betroffene weitergegeben. Für Jan Jarnuczak ein Indiz, wie sehr die Menschen in der Flutregion auf die Hilfsgüter angewiesen sind: „Die Lage dort ist erschreckend.“

Um überhaupt Zugang zum Baustoffspendenlager zu erhalten, musste ein Flutopferausweis bei der Eingangskontrolle vorgezeigt werden, um eventuellen Missbrauch zu vermeiden. Nach dem Abladen waren zunächst noch die von den Sauerländer Helfern mitgebrachten Regale aufzubauen. Direkt im Anschluss wurden die Spenden nach Kategorien wie z.B. Elektroartikel, Werkzeuge, Schrauben und Nägel etc. sowie Bekleidung einsortiert.

Möglich geworden ist dies alles durch die nicht unbeachtlichen privaten Spenden in Form von Geld- und Sachspenden sowie große Spenden der Firmen Gustav Alberts GmbH & Co. KG, Schürmanns Landgasthaus (der Donnerstags-Stammtisch), Josef Fleckner GmbH & Co. KG in Plettenberg, der Spedition Grebe Plettenberg, die unter anderem den Lkw nebst Fahrer für den Transport zur Verfügung gestellt hat, sowie die Debeka-Versicherung in Plettenberg und der Treckerstammtisch Ackerschiene.

Aber auch aus Lüdenscheid beteiligten sich unter anderem die Firma Elektrotechnik Gürtler, Elektrotechnik Bung, Firma Flick & Chick sowie der Firma Bock Bau GmbH und die Firma Schlesinger GmbH. Die Geldspenden wurden im Hagebaumarkt Arens & Hilgert Neuenrade sowie bei dem Elektrogroßhändler Sonepar in Lüdenscheid für Material verwendet. Beide Firmen beteiligten sich mit Preisrabatten auf die gekauften Artikel. Selbst aus der Schweiz sowie aus Afrika wurden Geldspenden getätigt.

Der Leiter des Baustoffspendenlagers in Erftstadt ließ von jedem Großspender eine Fliese unterschreiben. Schnell war der Entschluss gefasst, dass man sich als „Die dicken Sauerländer“ verewigen würde. Nach Abschluss des Projekts soll aus allen Fliesen eine Collage erstellt.

Das dies aber noch lange nicht der Fall ist, darüber wurden die Sauerländer Helfer durch Gespräche mit den Helfern vor Ort hingewiesen. „Von außen sieht alles so friedlich aus, von innen ist es schlimmer als Rohbau“, zitieren die Sauerländer, was ihnen die Helfer in Erftstadt berichten. Ein Haus ist nach wie vor nicht vom Schlamm befreit, da die Hauseigentümerin bis jetzt nicht in der Lage war, diese Aufgabe alleine zu bewältigen.

Gleich nach der Ankunft wurden die Güter abgeladen und dabei teils direkt an Betroffene weiterverteilt.
Gleich nach der Ankunft wurden die Güter abgeladen und dabei teils direkt an Betroffene weiterverteilt. © Jarnuczak

Da bei vielen Häusern zunächst abgeklärt werden musste, ob diese statisch noch bewohnbar sind, konnte vorher noch nicht mit deren Sanierung begonnen werden. Bei vielen Leuten sei zudem die Scham groß, da sie alles verloren hätten und somit auch kein Geld für Baumaterial, berichtet Jarnuczak. Hinzukommt folgendes Problem: „Weil alle Häuser betroffen sind, sind viele Materialien in den Baumärkten dort ausverkauft.“

Es ist also noch viel zu tun und auch noch ein langer Weg bis dort wieder bewohnbare Zustände hergestellt sind. Das Projekt „Die dicken Sauerländer“ ist daher noch nicht abgeschlossen. „Wir werden die Aktion nochmal machen, denn das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Jan Jarnuczak. Die nächste Spendenlieferung ist für den April geplant.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen weitere Geldspenden generiert werden, damit diese dann gezielt und nach Bedarf eingesetzt werden können. Auf diesem Wege möchten sich „Die dicken Sauerländer“ noch einmal ganz herzlich für die überwältigende Spendenbereitschaft bedanken.

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