Große Freude in Rärin

Meilenstein für die Feuerwehr: Spatenstich für neues Gerätehaus

Feuerwehrgerätehaus Rärin in Herscheid Spatenstich
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Am Dienstag fand in Herscheid der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus statt.

Am Dienstagabend feierte die Löschgruppe Rärin mit Vertretern des Gemeinderats und der Verwaltung den ersten Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus.

Herscheid - „Die letzte Woche hat deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, eine gut ausgestattete und leistungsfähige Feuerwehr vor Ort zu haben“, erinnerte Bürgermeister Uwe Schmalenbach in seinem Grußwort noch einmal an das Unwetter, das auch in der Gemeinde Spuren und erschreckende Bilder von der Zerstörungskraft selbst kleiner Bäche hinterlassen habe. Den Feuerwehrleuten dankte er nochmals für ihren Einsatz in der Gemeinde sowie bei der überörtlichen Hilfe.

„Die Feuerwehr ist heute eine universelle Eingreiftruppe, um ganz unterschiedliche Gefahrensituationen abzuwenden“, sagte Schmalenbach. Dafür sei ein beachtliches technisches Equipment erforderlich, das bedient, gewartet und untergebracht werden müsse. „Dazu benötigt unsere Feuerwehr auch entsprechende Sozial- und Schulungsräume sowie logistische Möglichkeiten“, so Schmalenbach.

Das alte Feuerwehrgerätehaus, 1965 gebaut, entspreche nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. „Es ist seit sehr vielen Jahren ein unhaltbarer Zustand“, so der Bürgermeister.

Es gebe weder Duschmöglichkeiten für die Feuerwehrleute noch geschlechterspezifische Umkleiden. Die Fahrzeugstellplätze seien zu klein.

Das bestätigt auch der Räriner Löschgruppenführer Thomas Felske im Gespräch. Das Gerätehaus von 1965 sei nur für ein Fahrzeug gebaut worden. Heute verfügt die Löschgruppe über einen Einsatzleitwagen und zwei Großfahrzeuge. „In dem neuen Gerätehaus wäre die Unterbringung dann adäquat, im alten ist sie es absolut nicht“, so Felske: „Wir freuen uns extrem auf das neue Haus: Für uns ist das ein Meilenstein.“ Dabei betonte er, wie wichtig es für die Feuerwehr sei, zeitgemäß ausgestattet zu sein. „Das ist kein Palast, sondern ein Funktionsgebäude.“ Neben der mangelhaften Situation bei den Sanitäranlagen, berge das alte Gerätehaus aufgrund der extremen Enge viele Unfallgefahren, so Felske.

Auch Schmalenbach wies darauf hin, dass das alte Gebäude nicht den Erfordernissen an Unfall- und Arbeitsschutz entspreche. Um das Gebäude auf den Stand der heutigen Anforderungen zu bringen, hätte sich eine Sanierung wirtschaftlich nicht gerechnet, sodass nur ein Neubau in Frage kam.

Insgesamt investiert die Gemeinde rund 1,6 Millionen Euro in das Bauvorhaben. 250 000 Euro bekommt die Gemeinde aus einem Förderprogramm des Landes NRW, worüber sich Uwe Schmalenbach sehr erfreut zeigte. „Das Geld kann uns gut helfen, die aktuellen Kostensteigerungen im Baubereich zu mindern“, erklärte er.

Seit der ursprünglichen Planung sei allerdings viel Zeit ins Land gegangen, sagte auch das Gemeindeoberhaupt.

Zur Erinnerung: Im September 2019 wurde ein Architektenbüro damit beauftragt, Pläne für einen modernen Neubau auf der grünen Wiese direkt neben dem jetzigen Gebäude anzufertigen. Der Baubeginn war für das Frühjahr 2020 vorgesehen, doch es gab Abstimmungsprobleme. Denn zunächst beinhalteten die Neubaupläne auch, die Fahrzeughalle als Holzständerwerk zu errichten. Holz als natürlicher Baustoff erschien der Gemeinde als passend für die Region, wurde aber aus Brandschutzgründen von der Bauaufsicht des Märkischen Kreises nicht zugelassen. Umplanungen waren nötig.

Für die aktive Mitwirkung der Löschgruppe Rärin, insbesondere der Führung sowie der Herscheider Wehrleitung und des Architekten, bedankte sich Schmalenbach: „Der heutige Spatenstich wird in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen und Effekte für das ehrenamtliche Engagement unserer Feuerwehr haben, das damit attraktiv bleibt.“

Das sieht Löschgruppenführer Thomas Felske ähnlich. Im Dorf gebe es viele Kinder, auch Mädchen, von denen die Löschgruppe auch einige für die Feuerwehr begeistern will. Das neue Gerätehaus, auch mit getrennten Umkleiden, ist in dieser Hinsicht ein Fortschritt. „Wir können den jungen Leuten und auch den jungen Frauen etwas bieten und zeigen, dass wir eine modern ausgestattete und ausgerichtete Feuerwehr haben“, so Felske.

Zum Schluss seiner Ansprache wünschte Bürgermeister Schmalenbach „dem Bauvorhaben gutes und zügiges Gelingen“, bevor er an Pfarrer Bodo Meier das Wort übergab, der noch einmal seinen Segen aussprach und allen Anwesenden ein Gebet mit auf den Weg gab. Auch er ging dabei noch einmal speziell auf die Hochwasser-Katastrophe ein. „Es ist jetzt nicht der Moment derer, die sich grimmig bestätigt fühlen, weil sie schon immer vor den Folgen des Klimawandels gewarnt haben, sondern jetzt ist die Zeit der Trauer, des Entsetzens und des Erkennens der eigenen Ohnmacht“, sagte Meier und rief zu einer Gedenkminute für die Opfer auf.

Im Anschluss auf den danach erfolgten symbolischen Spatenstich lud Löschgruppenführer Thomas Felske alle Gäste zu einer kleinen Stärkung am Gerätehaus ein. Dabei rief er auch zu einer freiwillige Spende für die Angehörigen der verstorbenen Feuerwehrkameraden aus Altena und Werdohl auf.

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