Nach 36 Jahren an der Herscheider Sparkasse geht Ingrid Kunde in Rente

Kunde sagt Kunden Lebewohl

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Durch einen Bogen aus Ballons und Abschiedsgrüßen betrat Ingrid Kunde gestern Morgen zum letzten Mal ihr Büro in der Herscheider Sparkasse.

Herscheid – Dass dieser Tag kommen wird, darauf hatte sich Ingrid Kunde in den letzten Monaten eingestellt. Doch als sie am Mittwoch zum letzten Mal in ihrer beruflichen Laufbahn die Sparkasse betrat, da begleiteten sie gemischte Gefühle.

Rentnerin – mit diesem Begriff muss sich die Herscheiderin zunächst noch anfreunden. Denn das Arbeiten mit und für die Bürger hat sie stets gemocht. „Ich hatte immer das Glück, in einem guten Team arbeiten zu können“, lobt die 62-Jährige ihre Arbeitskollegen. 

Begonnen hatte sie ihre Ausbildung im Jahr 1972 an der Hauptstelle am Sauerfeld. ehe sie an die Zweigstelle Hellersen wechselte (die es inzwischen nicht mehr gibt). Nachdem sie der Liebe wegen bereits nach Herscheid gezogen war, verlegte Ingrid Kunde Anfang der 1980er Jahre auch ihren Arbeitsplatz in die Ebbegemeinde. 36 Jahre lang arbeitete sie in der Filiale an der Plettenberger Straße, erlebte dort vier verschiedene Chefs und die Digitalisierung der Berufswelt. 

Geldautomaten und Internetbanking waren zu Beginn ihrer Herscheider Zeit noch Zukunftsmusik. Gut erinnern kann sie sich an die alten Buchungsmaschinen mit Kurbelantrieb, das Einsortieren von Kontoauszügen in den Kontentrog oder die langen Wartenschlangen vor dem „Glashäuschen“, wenn zum Monatsanfang die Renten ausgezahlt wurden. 

„Ich bin mit den Kunden alt geworden“, lacht die Jung-Rentnerin, die sich angesichts dieser Erinnerungen an vergangene Arbeitsmethoden selbst als Auslaufmodell bezeichnet. Dass sie sich auch an die Verlagerungen der Arbeiten auf Computerbasis angefreundet hat, zeigt, dass Ingrid Kunde mit der Zeit gegangen ist. Und die Vielzahl an persönlichen Verabschiedungen und Abschiedsgeschenken beweisen, dass die Sparkasse eine von vielen Seiten geliebte Mitarbeiterin verliert. 

Das Zwischenmenschliche werde sie an ihrem Job am meisten vermissen, gesteht Ingrid Kunde. Andererseits freut sie sich darauf, ab sofort ihre Zeit selbst einteilen zu können – Schwerpunkte werden das Radeln, Schwimmen und Reisen einnehmen.

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