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Sieben Kilometer langer Neubau: Große Leitung in kleinen Schritten

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Von: Dirk Grein

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Am Mast 153, nahe Birkenhof, haben die Vorbereitungen für die Errichtung eines Provisoriums begonnen.
Am Mast 153, nahe Birkenhof, haben die Vorbereitungen für die Errichtung eines Provisoriums begonnen. © Simone Rein

Gebuddelt und gebaggert wird in Herscheid zurzeit an vielen Stellen. Während für den Breitbandausbau unterirdisch Kabel verlegt werden, erfolgt der Bau der neuen Höchstspannungsleitung quer durch das Gemeindegebiet über der Erde – trotzdem muss dafür viel Erdreich bewegt werden.

Herscheid - Auch wenn die besagte 380 Kilovolt-Leitung erst in etwa vier Jahren fertiggestellt sein soll, so sind die Vorarbeiten bereits längst im Gange. Dies wird entlang des bestehenden Trassenverlaufs deutlich: Die Leitung verläuft auf Herscheider Gebiet von Oberbrüninghausen kommend im Bereich Schönebecke über die Landstraße 879. Dort ist eine neue Brücke über die Schwarze Ahe gebaut worden, die aus logistischen Gründen notwendig ist und ab Jahresende nutzbar sein soll. Weiter verläuft die Leitung an Grünewald und Wiebruch vorbei, touchiert den Norden Friedlins, überquert oberhalb von Birkenhof die Landstraße 561 und geht von dort an Schöttlerei vorbei nach Plettenberg-Himmelmert.

Die Herscheider Leitung erstreckt sich über sieben Kilometer Länge, erklärten Projektsprecherin Mariella Raulf und Projektleiter Thomas Augustin in der Sitzung des Herscheider Planungsausschusses. Insbesondere auf Waldwegen in der Nähe der Trasse seien in Herscheid bereits Veränderungen bemerkbar: So werden die Zuwegungen mit reichlich Schotter ausgebessert, damit Material und Geräte an die Standorte für die 21 Neubaumasten transportiert werden können. Sämtliche Wege werden von der Firma Amprion dokumentiert. „Sollten Schäden entstehen, dann setzen wir die Wege wieder instand“, versicherte Thomas Augustin.

Ebenfalls bereits an einigen Orten zu erkennen sind die Vorbereitungen für die Befestigung von Podesten, auf denen Provisorien aufgebaut werden: Über diese soll übergangsweise die Stromleitung verlaufen. Erst wenn diese Provisorien nutzungsbereit sind, dann könne die alten zurück- und die neuen Masten aufgebaut werden.

Die neuen Masten sind zwar höher. Aber dafür, so betonten die Amprion-Mitarbeiter, werde die Anzahl der Masten reduziert. Derzeit hängt die Leitung an 28 Masten (für eine 110 Kilovoltleitung der Bahn) sowie an 29 Masten (220 Kilovolt von Amprion). Diese insgesamt 57 Masten werden – sobald die Neubauten fertiggestellt sind – ebenso demontiert wie die 14 Kilometer langen Leitungsstränge sowie die noch zu errichtenden Provisorien.

Zentraler Anlaufpunkt für das von Amprion beauftragte Unternehmen Powerlines ist das Industriegebiet Friedlin. Dort sind auf einem Firmengelände bereits große Mengen an Material gelagert, das nach und nach verbaut werden soll. Als erstes soll in Herscheid der provisorische Mast 153 errichtet werden, der sich nahe Birkenhof befindet.

Thomas Augustin geht davon aus, dass die Gesamtbauzeit vier Jahre beträgt: „Wir hoffen natürlich, dass der Winter mild ausfällt, damit keine Verzögerungen auftreten.“

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