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Sicher auf dem Pedelec: ADFC-Experte gibt wertvolle Tipps

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Von: Dirk Grein

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Sebastian Rittner vom ADFC Plettenberg leitete das praktische Training auf dem Sportplatz Müggenbruch an.
Sebastian Rittner vom ADFC Plettenberg leitete das praktische Training auf dem Sportplatz Müggenbruch an. © Dirk Grein

Mal eben mit dem Rad von Hüinghausen hinauf zur Nordhelle – mit einem Pedelec kein Problem. Doch was ist bei der Benutzung dieser motorunterstützten Fahrräder zu beachten? Darüber klärte Sebastian Rittner die Teilnehmer eines Sicherheitstrainings im Rahmen der Aktion Stadtradeln auf.

Herscheid - Im Bürgersaal des Rathauses lernten die Teilnehmer zunächst die grundsätzliche Technik eines Pedelecs kennen. Reifen, Sattel, Federung, Schaltung, Motor: Rittner, Ortsgruppensprecher des ADFC Plettenberg, gab viele wertvolle Tipps.

Insbesondere widmete er sich dem Thema richtiges Bremsen: „Nie mit voller Wucht, sondern lieber mit ein oder zwei Fingern, das reicht vollkommen“, verwies Rittner auf die Intensität der Hydraulikbremsen. Um ein Abheben über den Lenker zu vermeiden, riet er zum Stotterbremsen – also dem kurzen Betätigen und wieder Loslassen der Bremse in mehrfacher Wiederholung.

Sollte es dennoch einmal zu einem Sturz kommen, „sollte man das Rad am Besten wegwerfen und sich nicht am Lenker festkrallen“, sagte Rittner. Auf diese Weise habe man die Hände frei und könne damit Gesicht und Kopf schützen. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung eines guten Helmes. Der ideale Sturz wäre eine Judorolle, ergänzte Rittner.

Weil man einen solchen Unfall allerdings nicht simulieren könne, sei das Erlernen des richtigen Fahrens umso wichtiger. Genau das machten die Kursteilnehmer: Gemeinsam mit Klimaschutzmanager Simon Mai ging es vom Rathaus zum Sportplatz Müggenbruch. Der praktische Teil begann mit dem Aufsteigen. Dazu sollten die Füße links und rechts vom Rad stehen; das Pedal, mit dem angetreten wird, sollte in Richtung 2-Uhr-Stellung gedreht werden. Leichtes Antreten, Gesäß auf den Sattel – und schon kann es losgehen. Die Teilnehmer hatten rasch den Dreh raus.

Regelkunde mit Klimaschutzmanager Simon Mai (links) und Sebastian Rittner (ADFC Plettenberg): Dieses Verkehrsschild steht an Wegen für Fußgänger und Radler.
Regelkunde mit Klimaschutzmanager Simon Mai (links) und Sebastian Rittner (ADFC Plettenberg): Dieses Verkehrsschild steht an Wegen für Fußgänger und Radler. © Dirk Grein

Rittner gab zu bedenken: Ein Rad, das mehr Geschwindigkeit aufnimmt, laufe stabiler. Wer bei langsamerer Fahrweise die Kontrolle behalten möchte, der könne mit dem Lenker wackeln. „Das ist keine Schande, sondern hilft bei der Stabilisierung“, führte der Experte vor.

Bremstests auf der Laufbahn und Slalomfahren um die aufgestellten Hütchen stellten die Teilnehmer vor unterschiedliche Herausforderungen. Ebenso die kurze Regelkunde, bei der Sebastian Rittner die Bedeutung der Rad-Verkehrsschilder erläuterte. Ein Beispiel: Befährt ein Radfahrer einen Zebrastreifen, brauchen die Autofahrer nicht zu halten, sondern nur dann, wenn das Rad geschoben wird. Rittner appellierte: Rücksichtnahme und defensive Fahrweise seien im Straßenverkehr für Radfahrer unabdingbar. „Auf das eigene Recht zu pochen bringt nichts, wenn man später im Krankenhaus liegt.“

Mit diesen vielen Hilfestellungen in Theorie und Praxis waren die Pedelec-Fahrer bestens gerüstet für die abschließende etwa sechs Kilometer lange Runde um Herscheid, bei der das soeben Gelernte immer wieder geübt wurde.

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