Segelflugschüler in der Ausbildung

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Herscheid - Louisa Frehoff und Sebastian Krolow machen derzeit eine Ausbildung zum Segelfliegen am Flugplatz in Hüinghausen. Das Süderländer Tageblatt begleitet die beiden Lüdenscheider während ihrer dreijährigen Ausbildung.

Louisa Frehoff und Sebastian Krolow sind zwei Schüler aus Lüdenscheid, die sich gerne in großen Höhen bewegen. Bei der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid haben sich die 15-Jährige und der 16-Jährige angemeldet, um den Segelflugschein zu erwerben. Die Heimatzeitung begleitet die beiden Segelflugschüler nun durch ihre Ausbildung bis hin zur Prüfung.

Im ersten Teil dieser Serie stellen wir die beiden Flugschüler vor und beschreiten mit ihnen die ersten Schritte ihrer Ausbildung am Habbel in Hüinghausen.

Louisa Frehoff fand über den Schnupperkurs der Theodor-Heuss-Realschule, die sie in Lüdenscheid besucht, zum Segelfliegen. Die Schülerin der 9. Klasse wurde durch den Kurs sozusagen „infiziert“. „Der Kurs hat total Spaß gemacht und ich wollte unbedingt mit dem Fliegen weitermachen“, erklärt sie begeistert. Dank der Unterstützung ihrer Eltern kann Louisa Frehoff nur wenige Wochen nach dem Schnupperkurs mit dem Flugschein beginnen.

Sebastian Krolow besucht schon seit rund einem dreiviertel Jahr den Flugplatz in Hüinghausen. Doch der Gymnasiast des Bergstadt-Gymnasiums weiß, dass die Ausbildung zum Segelflieger auch mit einigem Zeitaufwand verbunden ist. „Ich wollte erst mein anderes Hobby, Teak-wondo, beenden, bevor ich mit dem Segelfliegen beginne. Daher habe ich erst dieses Jahr mit dem Segelflugschein begonnen“, berichtet Sebastian Krolow, der neben dem Segelfliegen jetzt nur noch die E-Gitarre in die Hand nimmt als Hobby.

Mit Andreas Hesse, Guido Althoff, Dieter SiepmannHücking, Jens Vieregge und Pascal Eilrich stehen den beiden Flugschülern in den nächsten gut zweieinhalb bis drei Jahren fünf Fluglehrer und Flugbegleiter zur Seite.

Binnen drei Sekunden geht es mit dem Segelflugzeug, angezogen von der Seilwinde, von 0 auf 100.

An der ersten Saison ihrer Ausbildung werden die beiden jungen Nachwuchsflieger auf den Alleinflug vorbereitet. Daher nutzen die Hobbyflieger jeden guten Tag, an dem das Wetter den Flugbetrieb erlaubt. „Auf dem Weg zum Segelflugschein laufen Theorie und Praxis nahezu parallel. Der theoretische Stoff wird gleichzeitig mit der Praxis gelehrt und wiederholt sich daher immer wieder“, erklärt Pascal Eilrich. Daher sind die Flüge, sofern wetterbedingt möglich, auch recht lang, damit sich die Schüler an das Flugzeug und das Fliegen gewöhnen. „Die Gewöhnungsflüge können schon mal bis zu einer Stunde dauern“, sagt Eilrich. Neben jeder nur möglichen Flugstunde wird dabei der Flugzeugcheck, die Instrumente und Meteorologie gelehrt. Aber auch der soziale und gesellschaftliche Aspekt ist bei den Fliegern nicht zu vernachlässigen. „Du kannst nicht allein den Segelflugsport betreiben. Du brauchst immer Helfer. Helfer, die dich zum Start bringen. Helfer, die dich in die Luft bringen. Kameradschaft und Teamfähigkeit ist daher eine unserer großen Grundvoraussetzungen in unserer Fliegergruppe. Du kannst nicht einfach nur ankommen, fliegen und wieder abhauen. Mitarbeit auf und neben dem Flugplatz ist auch gefordert“, sagt Eilrich zu den Grundsätzen, an die man nicht im ersten Moment denkt.

Durch die zahlreichen Flüge, bei denen das geradeaus fliegen, Kurven, langsam fliegen sowie beschleunigen, Starts und Landungen das Hauptaugenmerk sind, soll möglichst schnell die Vertrautheit zwischen Segelflugzeug und Flugschüler erfolgen, denn schon zum Ende der ersten Saison, die von circa April bis Oktober dauert, sollen die Schüler alleine in die Luft gehen. Seit März diesen Jahres gab es auf dem Flugplatz Habbel bereits über 300 Segelflugstarts. „Wir hatten erst ein Wochenende, an dem wir nicht fliegen konnten“, beschreibt Pascal Eilrich die bisherige Saison.

Ein Intensivtraining gibt es zumindest für Sebastian jetzt in den Sommerferien, wenn er mit vielen Mitgliedern der Fliegergruppe ins Sommerlager nach Leibertingen auf der Schwäbischen Alb fährt. Mit dem gesamten Equipment geht es für zwei Wochen nach Süddeutschland, wo es nur eines gibt – fliegen, fliegen und nochmal fliegen.

„Es gibt wirklich keinen Tag, an dem man nicht in der Luft ist und gerade das handwerkliche Fliegen wird dabei in den Vordergrund der Ausbildung kommen“. Louisa kann leider an dem Trainingslager nicht teilnehmen, will dies aber 2018 nachholen. Wie es für die beiden Flugschüler ab September weitergeht und was ab Oktober auf sie zukommt, wenn die Flugsaison bei den Schülern auf dem Plan steht, erfahren Sie in einem zweiten Teil.

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