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Seeräuber im Ebbegebirge: Ferienspaß gestartet

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Von: Dirk Grein

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Kapitänin Silke (Vierte von links) hat eine finstere Crew um sich versammelt. Die Ferienspaß-Betreuer übten mit den Kindern den finsteren Blick – denn dieser zeichnet einen Herscheider Piraten aus.
Kapitänin Silke (Vierte von links) hat eine finstere Crew um sich versammelt. Die Ferienspaß-Betreuer übten mit den Kindern den finsteren Blick – denn dieser zeichnet einen Herscheider Piraten aus. © Dirk Grein

Palmen, Sandstrand, das Rauschen der Wellen: Die Szenerie wirkt entspannt und verträumt. Doch das ändert sich schlagartig: Eine Horde wildgewordener Piraten torkelt herbei, grölt und pöbelt. Erst die Kapitänin bringt ihre Crew zum Schweigen: Die Ferienkinder, die das Schauspiel verfolgen, sind mucksmäuschenstill.

Herscheid - „Ihr seid also die neuen Landratten, die an Bord wollen“, ruft Kapitänin Silke den Kindern entgegen, die vereinzelt nicken und schüchtern „Ja“ sagen. „Das heißt Aye, Käpt’n“, geht der Schiffsjunge dazwischen und fordert zum Nachsprechen auf. Ein donnerndes „Aye, Käpt’n“ schallt umgehend durch das Jugendzentrum.

Allmählich weicht bei den 45 Kindern die anfängliche Scheu: Ermuntert von Kapitänin Silke üben sie zunächst den finsteren Blick, der einen jeden Pirat in Herscheid ausmacht. Beim Erlernen der wichtigsten Befehle an Deck kommt Bewegung in die Gruppe: Bei Achtern geht es zum hinteren Deck, bei Backbord eilen alle zur linken Seite. „Schneller, schneller, sonst gibt es heute nur rohen Fisch und Erbsenbrei zu essen“, warnen Pirat Andreas und der Smutje; die Kinder quieken angeekelt.

Den Wassertest mitsamt Glitzereimer bestehen die Schiffsanwärter problemlos, somit bleibt nur noch eine Hürde: „Wir Piraten feiern den ganzen Tag, daher müssen wir wissen, ob ihr tanzen könnt“, fordert Kapitänin Silke auf. Ein Klacks für die Kinder, die fröhlich stampfen, lachen und sich drehen.

Dann kann es losgehen: Jedem kleinen Pirat wird eine Flasche Rum (Apfelschorle) zugeteilt und schon können sie die Jugendzentrum-Insel erforschen. Dabei gibt es allerhand zu entdecken: Der Filmraum ist zu einem detailreichen Piratenschiff umgebaut worden. „Andreas und Vera haben sich wieder einmal selbst übertroffen“, lobt Kapitänin Silke Obier.

Ohnehin sei sie stolz auf ihre Crew, der mit ihr insgesamt acht Mitglieder angehören. Nachdem zwei Betreuer kurzfristig abgesprungen waren, konnte durch einen Aufruf in der Zeitung die Mannschaft noch komplettiert werden. Zum Großteil besteht sie aus Stammbesuchern des Jugendzentrums. Auf die Arbeit in diesem Team mit den Kindern freue sie sich besonders, verrät Kapitänin Silke, für die es inzwischen der 28. Ferienspaß in Herscheid ist.

Immer wieder bemerkenswert, mit welcher Liebe zum Detail der Ferienspaß vorbereitet wird. Im Vorjahr glich dieser Raum noch einem Raumschiff, am Montag stachen die Ferienkinder mit einem Piratenschiff in See.
Immer wieder bemerkenswert, mit welcher Liebe zum Detail der Ferienspaß vorbereitet wird. Im Vorjahr glich dieser Raum noch einem Raumschiff, am Montag stachen die Ferienkinder mit einem Piratenschiff in See. © Dirk Grein

Die Themen gehen ihr nicht aus und doch weiß sie auch, dass anstrengende Tage vor den Piraten liegen: Das frühe Aufstehen sei nicht ihre Lieblingsdisziplin, aber daran werde sie sich im Laufe der zehntägigen Seereise schon gewöhnen.

Nicht anfreunden kann sich hingegen ein kleines Mädchen mit den in Aussicht gestellten Speiseplänen: „Gibt es wirklich rohen Fisch?“, will sie wissen. Die Piraten können sie beruhigen: Diese Aussage gehörte lediglich zu der Vorführung. Tatsächlich wird das Jugendzentrum für den Ferienspaß von Schürmanns Landgasthaus beliefert.

Und auch die Ankündigung, dass täglich das Deck geschrubbt werden muss, entspricht nicht der Realität: Stattdessen werden die Kinder jede Menge Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung, aber je nach Laune auch zum Toben, Tanzen, Spielen oder Chillen haben. Hinzu kommen zwei Tagesausflüge und das große Abenteuerspiel. „Langweilig wird es auf unserer Insel auf keinen Fall“, sagen die Piraten – und die Kinder nicken mit leuchtenden Augen: „Aye, Käpt’n!“

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