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Schwärmen beim Stadtradeln: So schön ist Herscheids Landschaft

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Von: Max Gerhard

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Der Borkenkäfer gibt die Sicht frei: Unterwegs boten sich der Gruppe immer wieder neue Ausblicke.
Der Borkenkäfer gibt die Sicht frei: Unterwegs boten sich der Gruppe immer wieder neue Ausblicke. © Foto: Engel

Die Aktion Stadtradeln war noch keine zwei Tage alt, da trat eine große Gruppe heimischer Radler kräftig in die Pedale: 25 Herscheider folgten am Dienstag der Einladung von Bike-MK und der Gemeinde, die eine gemeinsame Radtour durch die Ebbegemeinde anboten. Auch der Autor dieser Zeilen – selbst gerne mit dem Mountainbike im Ebbe unterwegs, aktuell aber etwas außer Form – schloss sich der Gruppe samt seinem Zweirad an.

Herscheid - Höchst gespannt darauf, welche Strapazen sich hinter der „Feierabendtour“ verstecken sollten, mache ich mich auf den Weg zum Startpunkt an der Gemeinschaftshalle. Hier stoße ich angesichts hitziger Temperaturen auf überraschend viele Zweiradfahrer. „Bei 22 Grad wären wir vielleicht sogar 50 Leute gewesen“, freut sich Organisator Carsten Engel.

Mit am Start sind auch einige E-Bike-Fahrer. Ihre Räder haben besonders bergauf einen großen Vorteil. Das merke ich prompt am ersten Anstieg, der uns Richtung Böllenberg führt. Während ich direkt ins Schwitzen komme, ziehen mehrere E-Biker mühelos an mir vorbei. Ich halte mich an Carsten Engels Ratschlag, der allen „Bio-Bikern“ empfahl, es anfangs nicht zu schnell anzugehen, damit man später nicht einbreche.

Schnell wird auch die Geländetauglichkeit aller Fahrräder getestet: Auf den Waldwegen geht es über Stock und Stein. Dazu kommt ein staubtrockener Boden, der deutlich vor Augen führt, wie dringend unsere Natur Regen braucht.

Vorbei an Ober- und Nieder-Holte werden wir für den ersten Anstieg mit einem beeindruckenden Ausblick auf die Versetalsperre belohnt. Bei der anschließenden Bergabfahrt ist ein bisschen Erholung möglich, wobei die kurvenreiche Strecke durchaus Konzentration erfordert.

Unten angekommen geht es an der Verse vorbei und für kurze Zeit auf die L 694, der wir über Stottmert zur Fürwiggetalsperre folgen. Auch hier wird zunächst einige Meter am Wasser geradelt, ehe es hinauf in den Wald geht.

E-Bikes haben im Herscheider Gelände kraftsparende Vorteile, erkannte unser Mitarbeiter Max Gerhard (rechts).
E-Bikes haben im Herscheider Gelände kraftsparende Vorteile, erkannte unser Mitarbeiter Max Gerhard (rechts). © Carsten Engel

Jetzt steht der längste Anstieg der Tour auf dem Programm: Von der Fürwigge radeln wir bis zum großen Wanderparkplatz an der höchsten Stelle des Kreises, der Nordhelle. Die Gruppe wird nun weiter auseinandergezogen, aber alle erklimmen erfolgreich das Ebbegebirge. Auch bei mir läuft es besser als gedacht.

Ich suche unterwegs das Gespräch mit Herscheids Klimaschutzmanager Simon Mai, der ebenfalls mitradelt und mir von der Resonanz auf das Stadtradeln berichtet: „Anfangs lief es eher schleppend, doch seit die Aktion nun läuft, melden sich täglich immer mehr an. So kann es gerne weitergehen.“

Mai selbst – der seit knapp einem Jahr im Amt ist – nutze die Gelegenheit, um Herscheid auch auf dem Rad noch besser kennenzulernen. Und an gleich mehreren Punkten gibt es traumhafte Aussichten zu genießen. Zum Beispiel auf dem Weg von der Spinne zurück ins Tal, wo die abgeholzten Borkenkäfer-Waldflächen einen weiten Blick über die Ebbegemeinde bis hin zur Oestertalsperre ermöglichen.

Stadtradeln bringt Nachbarkommunen näher: Tour durch Herscheid, Werdohl und Plettenberg

Für Sonntag, 21. August, ist im Rahmen der Kampagne Stadtradeln ein kreisweiter Aktionstag geplant. Herscheid veranstaltet dabei eine Tour zusammen mit den Städten Werdohl und Plettenberg. Diese wird von den Guides Sebastian Rittner (ADFC Plettenberg) und Hans Werner Steiger (ADFC Werdohl) begleitet. Die Fahrradtour ist so konzipiert, dass Interessenten bei jedem Etappenziel in die Tour ein- und aussteigen können. So kann jeder Teilnehmer die Länge der Route individuell wählen. Los geht es um 9.30 Uhr in Werdohl vor dem Rathaus. Die Plettenberger Radler stoßen um 10.30 Uhr am Stephansdachstuhl zur Gruppe (dort gibt es auch Snacks und Getränke). Um 11 Uhr geht es am Stephansdachstuhl weiter, dann am Bahnhof Hüinghausen vorbei nach Herscheid. Hier beginnt die Rundtour am Bildungszentrum; auch dort gibt es etwas Energie und Flüssigkeit. Von dort starten die Radler um 12.30 Uhr über Wellin nach Werdohl (Ankunft circa 14 Uhr). Die Tourleiter bringen die Plettenberger (Ankunft etwa 15 Uhr) und Herscheider (Ankunft etwa 16 Uhr) wieder „nach Hause“. 

„Das ist beste Werbung für Herscheids Landschaft“, meint ein Teilnehmer. Dem kann ich nur zustimmen – für so etwas kämpfe ich mich auch gerne den einen oder anderen Berg hinauf.

Über den Müggenbruch erreichen wir nach knapp 30 Kilometern, 500 Höhenmetern und zwei Stunden Fahrzeit wieder unseren Ausgangspunkt an der Gemeinschaftshalle. Ich fühle mich noch relativ gut und bin erstaunt, wie schnell die Zeit auf dem Rad vergangen ist.

„Ihr seid super gefahren“, lobt Carsten Engel die Gruppe und verabschiedet sich mit einem Appell: „Tragt eure Kilometer für das Stadtradeln ein, denn am Ende zählt nur das Ergebnis. Lasst uns gemeinsam für Herscheid weiter Kilometer sammeln.“ – Der Anfang ist gemacht, denke ich mir und radele zufrieden über meinen Beitrag nach Hause.

Trotz sommerlicher Temperaturen hatten sich zur Stadtradeln-Auftakttour 25 Radfahrer am Herscheider Hallenplatz eingefunden.
Trotz sommerlicher Temperaturen hatten sich zur Stadtradeln-Auftakttour 25 Radfahrer am Herscheider Hallenplatz eingefunden. © Max Gerhard

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