Mit Einnahmen Nistkästen finanziert

Schon 400 Kugeln gezogen: Saatgut-Automat erfreut sich großer Beliebtheit

Mit den Einnahmen aus dem Saatgut-Automaten haben Ann-Kathrin Appelbaum und Julien Eichhoff Nistkästen angeschafft, die am 7. Oktober für eine geringe Schutzgebühr an Familien verkauft werden.
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Mit den Einnahmen aus dem Saatgut-Automaten haben Ann-Kathrin Appelbaum und Julien Eichhoff Nistkästen angeschafft, die am 7. Oktober für eine geringe Schutzgebühr an Familien verkauft werden.

Die Erwartungen wurden übertroffen: Herscheids Brummer Buffet schmeckt nicht nur den heimischen Insekten. Auch die Bürger haben Freude an dem Saatgut-Automaten an der Lüdenscheider Straße. Nach der Sommerpause startet dieser mit einer besonderen Aktion in die zweite Runde.

Herscheid - „Die Resonanz ist sehr gut“, freuen sich die Ideengeber Ann-Kathrin Appelbaum und Julien Eichhoff. Fast 400 kleine Kügelchen mit Saatgut sind von Anfang Mai bis Mitte Juni aus dem Automaten gezogen worden. Umgerechnet dürfte dies für fast 600 Quadratmeter Blühwiesen reichen, die in Herscheid neu hinzugekommen sind. Mit Hilfe der Bürger konnte somit auf Anhieb ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet werden.

„Wir haben den Automaten fast wöchentlich neu befüllen können“, berichtet Ann-Kathrin Appelbaum. Um auf die große Nachfrage reagieren zu können, habe das Duo den Bestand an Kunststoffkügelchen erhöht. Doch auch der Mehrweg-Gedanke sei von einer Vielzahl der Nutzer berücksichtigt worden. In das hölzerne Rückgabekästchen, das neben dem Automaten angebracht wurde, warfen die Bürger die entleerten Kapseln ein, sodass diese wieder mit Saatgut bestückt in den Umlauf gebracht werden konnten.

„Wir wussten vorher überhaupt nicht, wie diese Aktion angenommen wird“, erzählt Julien Eichhoff. Er ist froh, dass der Grundgedanke von vielen Herscheidern verinnerlicht wurde: Mit kleinen Impulsen gemeinsam Großes bewirken. Genau daher wird das Brummer Buffet nach der Sommerpause auch im Herbst wieder bestückt. Ein Fach wird die bewährten Mischungen Sumsebrumm (einjährige Blumenmischung insbesondere für Bienen und Hummel) und Nachtschwärmer (ebenfalls eine einjährige Blumenmischung, gedacht für Schmetterlinge und Nachtschwärmer) enthalten. In dem anderen Fach werden – als Neuerung – Krokus-Kügelchen erhältlich sein.

Doch damit nicht genug: Ann-Kathrin Appelbaum und Julien Eichhoff hatten bereits beim Aufstellen des Automaten betont, dass sie sich an den Einnahmen (eine Kugel kann für 50 Cent gezogen werden) nicht bereichern wollen. Mit dem eingenommenen Geld haben die beiden Herscheider 40 Nistkästen angeschafft. Jeweils einer soll den heimischen drei Kindergärten überreicht werden.

Tipps für die Aussaat im Herbst

Mitte Juni wurde der Automat an der Lüdenscheider Straße vorübergehend nicht weiter bestückt. Das Saatgut in den Kunststoff-Kugeln sollte vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Nun geht es wieder los: Das Aussähen von Blühwiesen im Oktober sei insbesondere bei wiederkehrendem Nieselregen vorteilhaft, dann könne bei entsprechender Witterung das Wachstum recht früh im nächsten Frühjahr beginnen. Sollte der Niederschlag im Herbst ausbleiben, sollte per Gießkanne alle zwei bis drei Tage nachgeholfen werden. Neben den Saatgut-Mischungen können im Brummer Buffet auch Krokusknollen gekauft werden. Diese sollten spätestens bis November in die Erde eingearbeitet werden, damit sie vor dem Frost Wurzeln ausbilden können. Bereits Ende Februar, Anfang März könnten sie dann blühen, schätzt Julien Eichhoff.

Die übrigen werden am Donnerstag, 7. Oktober, ab 15 Uhr vor dem Bürgersaal angeboten. Als Schutzgebühr werden zwei Euro pro Nistkasten verlangt. „Wir richten uns damit in erster Linie an Familien“, erzählt Ann-Kathin Appelbaum. Eltern und Kinder könnten gemeinsam die Natur im eigenen Garten oder auf dem Balkon beobachten und erleben, wer in den Kästen überwintert oder darin nistet. Damit möglichst viele Familien in den Genuss dieser Aktion kommen können, soll pro Haushalt ein Nistkasten vergeben werden (keine Mehrfachkäufe). Außerdem gilt an diesem Nachmittag die Vorgabe: Nur solange der Vorrat reicht.

„Jeder, der eine Saatgut-Kugel gekauft hat, hat zur Finanzierung der Nistkästen beigetragen“, freuen sich die beiden Ideengeber über diesen Gemeinschaftserfolg.

Weil die Verteilung der Nistkästen im Freien geschieht, müsse die 3G-Regel nicht beachtet werden. Dennoch wird darum gebeten, die Mindestabstände einzuhalten und einen Mundschutz zu tragen, falls sich eine Warteschlange bildet.

Mehr über den Saatgut-Automaten lesen Sie hier.

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