Apothekerin Claudia Cramer warnt vor Abhängigkeit von Nasensprays

Schnupfen hat viele Gesichter

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Der Griff zum Taschentuch begleitet viele Bürger durch den Winter.

Herscheid – Wenn die Nase trieft oder dicht ist, dann kaufen sich die meisten Menschen in der Apotheke Nasenspray. Natürlich hilft das auch recht schnell und erleichtert das Atmen, doch häufig wird unterschätzt, wie gefährlich dieses Arzneimittel ist.

Der erste Informationsabend des Jahres 2019, der in der Dorf-Apotheke stattfand, widmete sich dem Thema „Wenn die Nase trieft“. Apothekerin Claudia Cramer informierte die Teilnehmer über die Funktionsweise der Nase und was bei einem Schnupfen passiert. Auch die Wirkungsweise von Nasenspray, die möglichen Auswirkungen und die Alternativen dazu, zählte die Inhaberin der Dorf-Apotheke auf. 

Bevor man überhaupt zum Nasenspray oder Nasentropfen greift, sollte man abklären, welche Art von Schnupfen man hat. Denn es gibt verschiedene Arten: Neben dem Erkältungsschnupfen, dem Schnupfen bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) gibt es außerdem den allergischen Schnupfen, den Schwangerschaftsschnupfen und auch den Altersschnupfen. Auch durch Medikamente wie ACE-Hemmer und Beta-Blocker kann ein Schnupfen hervorgerufen werden. 

Nasenspray ist der häufigste Artikel, der in der Apotheke verkauft wird, erklärte Claudia Cramer. Für den schnupfengeplagten Patienten sind die abschwellenden Sprays ein Segen, doch bei zu langer Anwendung führen sie zur Abhängigkeit. Die Nasenschleimhaut kann durch das Medikament geschädigt werden. 

Die Wirkstoffe Oxymetazolin, Xylometazolin und Sympathomimetika, die in abschwellenden Nasensprays enthalten sind, bewirken, dass sich die Blutgefäße in den Nasenschleimhäuten zusammenziehen. Dadurch verringert sich die Blutzufuhr, das Gewebe schwillt ab und der Schnupfenpatient kann wieder freier atmen. 

Bei längerer Anwendung kann abschwellendes Nasenspray die Nasenschleimhaut schädigen und zu einer anhaltend verstopften Nase führen. 

Auch über die Alternativen zum Nasenspray informierte Claudia Cramer die Teilnehmer während der Veranstaltung. Sie berichtete über Nasensprays ohne Gewöhnungseffekt, zu denen Meerwasserspray oder pflegende Nasensprays mit Hyaluronsäure gehören. Aber auch die guten alten Hausmittel, wie ein Kamillendampfbad oder die Benutzung der Nasendusche wurden den Teilnehmern erklärt.

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