Winter hat die Gemeinde weiter im Griff

Schnee und Eis in Herscheid: Bürgerbusbetrieb pausiert vorübergehend

Dauereinsatz für den Winterdienst auf Herscheids Straßen und Gehwegen.
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Dauereinsatz für den Winterdienst auf Herscheids Straßen und Gehwegen.

Schnee und Eisregen sind am Wochenende über NRW hinweggefegt und beschäftigen den Märkischen Kreis auch zum Wochenstart. Auch die Ebbegemeinde ist davon betroffen.

Herscheid - Viele Straßen im Gemeindegebiet sind weiß. Der Eisregen habe durch den Schnee eine Art Schutzdecke erhalten - und diese Kombination sei nicht in Gänze zu beseitigen, erklärt Bauhof-Vorarbeiter Thomas Deitmerg: „Ganz schwarze Straßen gibt es im Moment nicht, aber man kann überall in der Gemeinde super fahren.“

An diese winterlichen Straßenverhältnisse müssen sich die Herscheider vorerst gewöhnen. Die Wetterprognosen sagen bis mindestens Mitte Februar Frost voraus - die Temperaturen sollen sogar noch weiter sinken.

Viele Straßen in Herscheid - hier der Kreuzungsbereich Auf dem Rode / Oberdorfstraße - sind weiß, dennoch rollt der Verkehr über die Schneedecke.

Aufgrund der winterlichen Bedingungen hat indes der Bürgerbusverein reagiert: Bis einschließlich 12. Februar wird der Fahrdienst auf den Gemeindestraßen eingestellt. Abhängig von der Witterung und den weiteren Prognosen soll kurzfristig entschieden, wann der der Betrieb wieder aufgenommen wird.

Die Bürgerbusfahrer empfangen vorerst keine Fahrgäste: Der Betrieb pausiert wegen der winterlichen Straßenverhältnisse.

Montag, 8. Februar, 10.40 Uhr: Überall im Ortskern sieht man Menschen, die mit den Folgen des Wintereinbruchs beschäftigt sind. Zum Schneeschnippen müssen häufig besondere Werkzeuge wie Hacken genutzt werden, um die Eisschichten zu durchbrechen. Apropos Eis: Die zugeeisten Autos machen vielen Bürgern zu schaffen; Geduld ist gefragt.

Für die Mitarbeiter des Bauhofs (Gemeindestraßen und Gehwege innerorts) und der Straßenmeisterei (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) gibt es derweil kaum Verschnaufpausen. Ihr Ziel ist es, den Straßenverkehr unter den gegebenen Möglichkeiten so sicher wie möglich zu gestalten. Weiterhin gilt der Appell an die Bürger: Wer sich ans Lenkrad setzen und ein Fahrzeug bewegen muss, der sollte seinen Fahrstil dem Winter anpassen.

Das Schneeschippen wird aufgrund der winterlichen Lage für die Bürger im Herscheider Ortskern zur Dauerbeschäftigung.

Sonntag, 7. Februar, 16.30 Uhr: Keine Pause für Straßenmeisterei und Bauhof: Der Winterdienst muss wegen des Schneefalls und Eisregens mehrere Runden über die Straßen drehen. „Dieser Tag verläuft anders als sonstige Wintereinsätze“, fasst Bauhof-Vorarbeiter Thomas Deitmerg zusammen.

Sonntag, 7. Februar, 11.45 Uhr: Schneeschippen unter erschwerten Bedingungen: Vereiste Gehwege bereiten den Anwohnern Probleme. Allein mit Schneeschaufel oder Besen gibt es keine Erfolge, ohne Streusalz geht nichts. Auch auf den Straßen ist weiter äußerste Vorsicht geboten.

Herscheid am Sonntagmorgen: Der Blick vom Spielberg auf die winterliche Gemeinde.

Sonntag, 7. Februar, 10.55 Uhr: Immer wieder Regen, aber warme Böden - daher machte es für den Herscheider Bauhof am Samstag keinen Sinn, frühzeitig die Straßen abzufahren. Denn das hätte das ausgebrachte Streugut nur weggespült.

Am späten Nachmittag wurde der Bauhof aktiv - ab 17.30 Uhr wurden die Gemeindestraßen gestreut. Diese Taktik habe sich als richtig erwiesen, erzählt Vorarbeiter Thomas Deitmerg von sinkenden Temperaturen und Schneefall am Samstagabend. Seit 4 Uhr am Sonntag ist der Bauhof auf den Gemeindestraßen unterwegs. Mehr Regen als Schnee, lautete das Zwischenfazit.

Sonntag, 7. Februar, 10 Uhr: Schnee, Eis und Graupel haben den Kreis im Griff. Doch die Lage auf den Straßen ist entspannt: Die Polizei im MK spricht den Bürgern ein großes Lob für „sehr diszipliniertes und umsichtiges Verhalten aus“. In der Zeit von Samstag, 21 Uhr, bis Sonntag, 7.30 Uhr gab es 22 Einsätze im MK, die mit dem Wetter zusammenhingen.

Eiszapfen-Parade in Nieder-Holte: Das frostige Wetter sorgt auch für gekühltes Vogelfutter.

Es passierten sechs Verkehrsunfälle mit einem Gesamtschaden von etwas mehr als 30.000 Euro, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Auf der A45 zwischen Lüdenscheid und Meinerzhagen wurde die Glätte einem Autofahrer zum Verhängnis.

Wie die Märkische Verkehrsgesellschaft mitteilt, ist zurzeit der Linienverkehr komplett eingestellt. Aufgrund von Eisregen und Schneeglätte bleiben alle Busse vorerst in den Depots.

Die Lage in Plettenberg und Herscheid ist am Morgen entspannt. Die Feuerwehr Plettenberg musste bereits am Samstagvormittag einen Baum von der Straße Richtung Sonnenborn entfernen; am Sonntag gegen 6 Uhr wurde ein weiterer Baum von der Kreisstraße 8 in Höhe Jeutmecke beseitigt. Wie Sprecher Matthias Greth mitteilt seien die Einrichtung eines Meldekopfes seitens der Feuerwehr vorbereitet gewesen, dieser sei jedoch letztlich nicht eingerichtet worden, weil es die Situation nicht erfordert habe.

Bäume und Büsche in Herscheid sind mit einer Eisschicht überzogen.

Die Feuerwehr Herscheid erlebte bislang ein ruhiges Wochenende: Wehrleiter Andre Zimmermann berichtet von einer entsprechenden Vorbereitung auf den Wintereinbruch: So wurden die Einsatzfahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet; doch bislang sei kein Ausrücken notwendig gewesen.

Schwerstarbeit verrichten die Mitarbeiter im Winterdienst: Das Team der Herscheider Straßenmeisterei - die unter anderem große Teile des Südkreises abfahren - ist seit Samstag, 17 Uhr, aufgeteilt in Schichten ununterbrochen im Einsatz. Schnee werde von den Bundes-, Landes- und Kreisstraße geschoben und Eis mit Streusalz bekämpft. „Das ist schon eine Nummer“, beschreibt Schichtleiter Wolfgang Gräwe die Bedingungen.

Das Wochenende spiele dem Winterdienst in die Karten, betont Gräwe: Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen sei glücklicherweise sehr gering, die allermeisten Bürger beachten die Warnungen und verzichten darauf, ins Auto zu steigen. „Bauchschmerzen bereiten uns die Bäume“, erzählt Gräwe. Er hofft, dass der Eisregen nicht zu verbreitetem Schneebruch führt.

 

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