1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Schandfleck verschwunden: Statt Ruine nun Tannebaum auf dem Presswerk-Gelände

Erstellt:

Von: Dirk Grein

Kommentare

Pünktlich zum Fest ist das Gelände an der Hohle Straße entrümpelt – das sorgt für Freude (von rechts): GWU-Geschäftsführer Steve Baltot, sein Mitarbeiter Lutz Cronauge sowie Lothar Weber und Bernd Wittemund von der Gemeinde begutachten den aufgestellten Weihnachtsbaum.
Pünktlich zum Fest ist das Gelände an der Hohle Straße entrümpelt – das sorgt für Freude (von rechts): GWU-Geschäftsführer Steve Baltot, sein Mitarbeiter Lutz Cronauge sowie Lothar Weber und Bernd Wittemund von der Gemeinde begutachten den aufgestellten Weihnachtsbaum. © Foto: Grein

Die Weihnachtsbeleuchtung in Herscheid erfährt in diesem Advent eine besondere Aufwertung: Auf dem Gelände an der Hohle Straße, das über Jahre hinweg zu einem Schandfleck verkommen war, leuchten nun in der Dunkelheit die Kerzen eines Christbaums.

Herscheid - „Die Zeit des Schimpfens soll jetzt vorbei sein“, verspricht Geschäftsführer Steve Baltot allen Herscheidern eine Aufwertung an dieser zentral gelegenen Stelle. Die ersten Schritte dazu hat „sein“ Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen bereits eingeleitet: Nachdem es im September das einstige Presswerk-Gelände erworben hatte, rückten schon bald Bagger und Lastwagen an, um den vom Vorbesitzer eingeleiteten, aber nicht vollendeten Rückbau fortzusetzen.

Die Vorgabe damals: Noch vor Weihnachten sollten die Schutt- und Geröllberge abgetragen sein, hatte GWU-Geschäftsführer Baltot versprochen. Binnen drei Monaten ist genau das geschehen: Das beauftragte Unternehmen Kebben entsorgte etliche Tonnen Baumischabfälle (Holz, Papier, Altlasten) sowie circa 100 Tonnen Armierungsstahl. Das einstige Firmengemäuer wurde zum Teil abtransportiert, zum Teil aber auch zerkleinert, um das Gelände zu begradigen.

Und so präsentiert sich das Areal im Dezember 2021 so aufgeräumt, wie lange nicht mehr. Um den Bürgern eine zusätzliche Freude zu bereiten, ließ das GWU einen Christbaum aufstellen. Dieser sei laut Steve Baltot ein deutliches Zeichen: „Aus hässlich soll schön werden.“

Drogerien zeigen kein Interesse, aber eine Arztpraxis: So könnte die Nutzung aussehen

Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum in Zentrumsnähe sei groß. Steve Baltot berichtet davon, dass beim Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen bereits einige Anfragen eingegangen seien, sowohl nach Miet-, aber auch Eigentumswohnungen. Zudem, so verriet der Geschäftsführer, habe sich bereits eine Arztpraxis nach dem Standort an der Hohle Straße erkundigt. All diese eingehenden Nachrichten sollen in den Planungsprozess mit einfließen. Möglich sei an dieser Stelle auch der Einzug eines Drogeriemarktes, den viele Herscheider immer wieder für die Ebbegemeinde fordern und der auch in der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes für diese Stelle empfohlen wird. Eine Erfüllung dieses Wunsches sei zwar möglich, aber wenig realistisch. Bauamtsleiter Lothar Weber gab zu bedenken, dass die Gemeinde bereits vor der Erschließung der Dorfwiesen (wo ursprünglich weitere Geschäfte entstehen sollten und keine Freizeitfläche) bei mehreren Drogeriemärkten nachgefragt habe. Damals habe kein Interesse bestanden – und daran habe sich, das ergaben wiederholte Nachfragen der Verwaltung, bis dato nichts geändert.

Eine Veränderung, die auch im Rathaus für Erleichterung sorgt. Bauamtsleiter Lothar Weber, der spontan am Presswerkbaum vorbeischaute, erinnerte an den zurückliegenden, zermürbenden Prozess. Die bereits eingefallenen, leerstehenden Firmenhallen wurden Anfang 2015 zwangsversteigert. Der neue Besitzer war ein Privatmann aus Rheinland-Pfalz – doch dessen Nutzungsabsichten blieben lange unklar.

Die Gemeinde, die bereits vorher die planerischen Weichen dafür gestellt hatte, dass an dieser Stelle keine industrielle Nutzung mehr erlaubt ist, wünschte sich die Schaffung von Wohnraum. Mit dem GWU wurde eine vertragliche Vereinbarung geschlossen: Sobald das Gelände vom alten Besitzer baureif zurückgebaut worden ist, sollte das Plettenberger Unternehmen die Regie übernehmen.

Doch dieses Vorhaben geriet ins Wanken: Immer wieder rückten andere Abrissfirmen an, letztlich ruhten die Arbeiten über Monate komplett. Nach erfolgreichen Verhandlungen konnte die Gemeinde den Privatmann letztlich dazu bewegen, das Grundstück vorzeitig in die Zuständigkeit des GWU zu übertragen.

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest ist der Rückbau nun abgeschlossen. Mit frischen Kräften soll nach Aussage von Steve Baltot Anfang des nächsten Jahres der Planungsprozess konkretisiert werden. Für viele Herscheider und insbesondere für die direkten Nachbarn an der Hohle Straße sicherlich ein vorgezogenes Präsent.

Auch interessant

Kommentare