Lesung mit Sauerland-Quiz

Die Krönung vonner Schöpfung

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Michael Martin signierte nach seiner Lesung die Bücher einiger Zuhörer.

Herscheid – Was ist die schönste Sprache der Welt? Auf diese Frage lautet die eindeutige Antwort von Michael Martin: „Sauerländisch – wat sonnz“. 

Warum das so ist, machte der Autor am Donnerstagabend zusammen mit dem heimischen Sprecher und Filmemacher Martin Michaelis bei einer Lesung im Rathaus der Ebbegemeinde auf amüsante Art deutlich.

Auf der Bühne waren zwei Protagonisten, deren Wurzeln in Werdohl liegen. Für Michael Martin gibt es inzwischen aber auch eine andere Heimat. Und obwohl oder gerade weil der Lebensmittelpunkt von ihm in England liegt, dokumentiert er in seinen Veröffentlichungen eine tiefe Verbundenheit mit den Bräuchen des Sauerlandes. 

Die wurden bei der Veranstaltung im Bürgersaal genauso präsentiert wie lustige und kuriose Geschichten aus seinem neuesten Buch „Sauerländer. Besser geht’s nicht“. Gleichzeitig handelte es sich um die erste Lesung mit seinem Freund Martin Michaelis. Davon ließen sich zahlreiche Leute aus Herscheid und der Umgebung anlocken. Somit konnte der Sauerland-Abend erfreulicherweise vor gut gefüllten Rängen stattfinden. 

Die Zuschauer konnten direkt zu Beginn etwas über den besonderen Charakter der Bewohner im Land der tausend Berge lernen. Typische Eigenschaften des Sauerländers seien zum Beispiel die einmalige Art zu quasseln, die Leidenschaft für das Schützenfest und die Freude am Frickeln. Aber auch das Echte und die Verbundenheit zur Heimat gehören dazu. 

All dies führt für Michael Martin zu der Erkenntnis: „Sauerländer sind einfach die Besten“. Bei seinem aktuellen Werk, das er gemeinsam mit Sonja Heller geschrieben hat, handelt es sich um eine humorvolle Liebeserklärung an die „Eingeborenen” des Sauerlandes, die vom lieben Gott nach seinem Ebenbild aus Mutter Erde und Vater Durst erschaffen wurden. „Die Krönung vonner Schöpfung”, wie es im Buch heißt. 

Und dazu seien es „die klügsten, die schönsten, die härtesten und die bescheidensten Menschen der Welt, vor allem der südwestfälischen Hemisphäre“, beschreibt Michael Martin die Vorzüge der Sauerländer. „Sie haben auch großen Durst und sind beim Biertrinken von der Hoffnung getrieben, dass das nächste Pils ja das Beste sein könnte“, erklärte er und fügte hinzu: „Wenn ein Sauerländer sagt, dass er ein Pils trinken geht, kann die tatsächliche Anzahl am Ende zwischen 2 und 50 liegen.“ 

Doch das Herscheider Publikum durfte nicht nur den Auftritt von Martin Michaelis und Michael Martin genießen, sondern wurde selbst in das Programm mit einbezogen. Bei einem „Sauerland-Quiz“ konnte jeder testen, wer wirklich wie viele sauerländische Wörter kennt. Dazu wurde zu jedem Buchstaben ein Bild auf der Leinwand eingeblendet, mit dessen Hilfe ein passender Begriff erraten werden sollte. 

Von Dingens über Fleppe und muckelich bis hin zu Quanten, Ratzen und Zwille – das „sauerländische Alphabet“ brachte den einen oder anderen Zuschauer durchaus ins Schwitzen. Schließlich war es nicht jedes Mal so einfach, wie beim Wort Christbaum, der in heimischen Gefilden auch „Chrestböm“ genannt wird. 

Ausführlich erklärt wurde zudem die Tradition des „Eierbackens“. Mit einer kleinen Kostprobe aus Michael Martins Buch „Rock’n’Roll war woanders – eine Jugend in der Sauerländer Schlagerhölle“ sowie einer brandneuen Kurzgeschichte, in der die Tücken des Internets aufs Korn genommen wurden, endete ein äußerst kurzweiliger Abend. 

„Eine Neuauflage kann ich mir gut vorstellen. Bis dahin muss ich dann zu einem ähnlichen Sauerland-Experten wie Michael werden. Von dem kann man wirklich viel über die Menschen der Region lernen“, lobte Martin Michaelis die gelungene Premieren-Veranstaltung und zeigte sich beeindruckt von dem Wissen seines Bühnen-Kollegen. Gemeinsam gelang es ihnen an diesem Abend, die unzähligen sprachlichen Schätze der Region mit verschiedensten Betonungen und typisch-sauerländischer Kodderschnauze vorzustellen. 

Zum Schluss gab es lautstarken Applaus und wer wollte, konnte sich im Anschluss natürlich auch mit einem Sauerland-Buch von Michael Martin eindecken und dieses signieren lassen.

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