Bundestagsabgeordnete will Ev. Gemeinde unterstützen

Sanierung der Apostelkirche: Hört Berlin den Herscheider Hilferuf?

Sie ist das Wahrzeichen der Ebbegemeinde: Die Apostelkirche in der Herscheider Ortsmitte.
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Sie ist das Wahrzeichen der Ebbegemeinde: Die Apostelkirche in der Herscheider Ortsmitte.

Sie ist das unumstrittene Wahrzeichen Herscheids, verleiht den Bürgern ein wichtiges Stück Heimatgefühl und prägt durch ihr markantes Erscheinungsbild seit Jahrhunderten die Ortsmitte. Doch das älteste Gebäude der Gemeinde braucht dringend eine Kur. Um die Apostelkirche sanieren zu können, benötigt die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid Unterstützung.

Herscheid - Entsprechend froh war Pfarrer Bodo Meier, dass der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Plettenberg-Lüdenscheid, Dr. Christof Grote, die heimische Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari (SPD) zu einer Besichtigung der Kirche einladen konnte. Bei einem Rundgang konnte sie sich am Dienstag im Beisein von Presbyteriums-Mitgliedern und Parteikollegen von der Dringlichkeit der Sanierung überzeugen.

Das Grundproblem

„Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal hier war, da hieß es, die Kirche brauche nur eine neue Heizung und an den Wänden seien schwarze Verfärbungen aufgetreten“, erinnerte Architektin Cathrin Brückmann eingangs an ihren ersten Besuch in der Apostelkirche. Im Zuge der folgenden Bestandsaufnahme traten viele weitere Mängel in dem denkmalgeschützten Gebäude zu Tage wie Risse im Putz, Schimmel an Teilen der Ausstattung oder sich lösende Bodenfliesen.

Links ein bereits gesäubertes Teilstück, rechts ein schwarz verfärbter Bereich einer Kirchenwand: Architektin Cathrin Brückmann zeigt die deutlich erkennbaren Unterschiede.

Das grundlegende Problem sei bauphysikalischer Natur, erklärte die Architektin: Das Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnis in der Kirche sei nicht ausgewogen. Die wenigen vorhandenen Belüftungsmöglichkeiten reichen nicht aus, um dieses auszugleichen, wie die dunklen Verfärbungen an den Wänden belegen.

Der Umbau der alten Elektro-Fußbodenheizung zu einer modernen wasserbasierten Heizung sei der zentrale Schritt, bei dem die richtige Belüftungstechnik nicht vergessen werden soll. In diesem Zuge soll die zurzeit bunt durcheinander gewürfelte Ausstattung neu sortiert werden. Auch die Reduzierung der Banksitzplätze, kompensiert durch neue Bestuhlung, ist angedacht.

Der Kostenrahmen

Das Gesamtkonzept sei mit der Denkmalbehörde abgestimmt, die Planungsphase nähere sich allmählich dem finalen Abschnitt. Dabei spielen jetzt die Kosten eine gewichtige Rolle. „Wir bewegen uns in einem siebenstelligen Bereich“, erklärte Pfarrer Bodo Meier.

Die Gemeinde sei dazu in der Lage, einen Eigenanteil zu leisten, jedoch längst nicht die volle Summe. In diesem Zusammenhang betonte er, dass der Charakter der Apostelkirche unverwechselbar sei. Es gebe im Inneren keinen Punkt, von dem man einen freien Blick auf den gesamten Innenraum habe. Jeder Besucher müsse seinen eigenen Weg finden.

Der Zeitplan

Mit der Sanierung der Apostelkirche befasst sich die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid bereits seit knapp fünf Jahren. Wie Pfarrer Meier erklärte, sei der Prozess durch verschiedene Einflüsse – neben der Corona-Pandemie nannte er einen personellen Wechsel im Bereich der Landeskirche – mehrfach ins Stocken geraten. Um die Kirchengemeinde über den dann aktuellen Stand der Dinge zu informieren und diese (wie bereits mehrfach erfolgt) in den Prozess mit einzubeziehen, plant das Presbyterium für den Herbst eine Veranstaltung. Die Sanierungspläne sollen im Optimalfall im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein, danach erfolge die Umsetzung. Die Bauzeit werde mindestens ein Jahr betragen, was jedoch nicht bedeutet, dass die Kirche während dieser kompletten Zeit nicht nutzbar sei, betonte Meier. Das große Ziel sei es, im Sommer 2023 ein Fest zur Einweihung der sanierten Apostelkirche zu feiern. 

„Der Schatz dieser Kirche ist der Bau selbst“, betonte Meier, welchen Stellenwert die Sanierung für die Evangelische Kirchengemeinde habe. Dass auch die Kommune ein großes Interesse an einer Instandsetzung habe, unter strich Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der auch an der Besichtigung teilnahm.

Der Hilferuf

Worte, die bei Baradari Wirkung zeigten. Nach einem abschließenden Blick in die Sakristei gestand sie: „Diese Kirche ist einfach schön.“ Eine Restaurierung des Gebäudes sei nicht nur richtig, sondern auch wichtig. Daher wolle sie sich dafür einsetzen, dass der Herscheider Hilferuf auch in Berlin gehört wird. Der Bund habe spezielle Förderprogramme und die Attendornerin hofft, dass im Haushalt entsprechende Mittel für die Apostelkirche bereitgestellt werden.

„Diese Kirche ist einfach schön“, schwärmte die SPD-Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari (rechts) nach einem Rundgang durch die Apostelkirche

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