30 Herscheider probieren Tai-Chi aus

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Tai-Chi, die Kampfsportkunst aus China, wird bei uns als ganzheitliches Körpertraining gelehrt. Antonio MontiNia (schwarz) lud zu einer kostenlosen Übungsstunde ins Herscheider Freibad.

Herscheid - Es war sicherlich kein Freibadwetter am Samstag, aber rund 30 Männer und Frauen gingen mit ganz anderen Ambitionen ins Herscheider Freibad. Tai-Chi Lehrer Antonio MontiNia hatte zur kostenlosen Trainingsstunde geladen.

Tai-Chi ist eine Kurzform von Tai-Chi Chuan, ins deutsche übersetzt Schattenboxen, und ein Volkssport in China, wo in großen Parks mehrere hundert Menschen die Bewegungsabläufe, Formen genannt, praktizieren. 

Tai-Chi wurde im Kaiserreich als Kampfkunst entwickelte, dient aber heutzutage mehr der Gymnastik, Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Meditation. Antonio MontiNia ist eine Kapazität auf diesem Gebiet in der heimischen Region. 

Zu meditativen und asiatischen Klängen führt MontiNia die Besucher eine Stunde lang durch ein ganzheitliches Körpertraining von Kopf bis Fuß. Nach ersten Formen, die rein zum Aufwärmen des Körpers diesen und aus fließenden Bewegung bestehen folgt dann ein rund 20-minütiges Programm, bei dem der Körper sehr stark unter Spannung und Streckung gesetzt wird. Die Übungen dienen dazu, die Muskulatur, Sehnen und Gelenke zu stärken. 

Die Übungen dauern rund 30 Sekunden, danach folgt eine kurze Lockerung und eine Wiederholung folgt. Dabei arbeitet sich MontiNia gezielt von den Zehen über die Beine und Becken hin zum Oberkörper und den Armen. Die Formen, die in sehr langsamen und konzentrierten Abläufen stattfinden, gehen gezielt auf die Stärkung von Wirbelsäule, Sehnen, Muskulatur und Gelenke. Wichtig ist dabei nicht nur die Übung körperlich auszuführen, sondern mit dem Kopf ganz gezielt auszuüben. Die recht einfachen Formen fordern als Körper und Geist.

Im zweiten Teil des einstündigen Programmes stehen Konzentration und Koordination im Fokus. So gibt MontiNia beispielsweise als Aufgabe mit dem rechten Arm ein großes S zu schreiben und mit dem linken Arm das S mit einer Wellenbewegung fortzusetzen. Schon beim Zuschauen merkt man, dass diese Form für alle Beteiligten keine einfache Aufgabe ist. Beide Körperteile sollen zwei verschiedene Bewegungen ausführen, ein schweres Unterfangen. Etwas leichter sind dann schon die folgenden Formen, bei denen beide Arme die gleichen Bewegungen machen. Dazu entsprechende Körperhaltunge sollen gleichzeitig den Gleichgewichtssinn fördern. 

Nach 50 Minuten folgen die abschließenden Lockerungsübungen. „Wir wollen das Gestell jetzt wieder lockern“, so Monti-Nia. Diese Lockerungsübungen beinhalten auch eigene Massagen, wie die Beine oder lustigerweise auch der Ohrläppchen und das Klopfen aus der Brust, das man aus der Atemtherapie kennt um die Bronchien zu reizen. Das einzige, was in dieser Stunde schnell war, war die Zeit, denn die eine Stunde verlief wie im Flug.

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