Rückblick auf die lebendige Aktion im Dezember / Letztes Türchen bei Familie Halbhuber in Friedlin

Schnee beeinträchtigt Adventskalender

+
Im Carport der Familie Halbhuber trafen sich die Besucher des lebendigen Adventskalenders für das letzte Türchen am 22. Dezember.

HERSCHEID - Das Weihnachtsfest ist vorüber sowie auch die vorbereitende Adventszeit mit dem lebendigen Adventskalender in Herscheid. Charlotte Förster, die die Termine für diesen besonderen Kalender koordiniert, zieht ein Fazit zu diesem Weg durch die Adventszeit.

„Die Aktion wurde wieder gut angenommen“, erfuhr sie unter anderem durch viele positive Rückmeldungen. Bereits einige Teilnehmer hätten sich schon gemeldet, dass sie im nächten Jahr gerne wieder mitmachen möchten. Die feste Anmeldung findet jedoch erst viel später statt, im Oktober, da man so weit noch nicht voraus planen könne. 

Es seien auch einige ältere Gastgeber dabei, bei denen die Teilnahme dann auch von der Gesundheit abhänge. „Außerdem muss man flexibel sein. Es kann sein, dass nur sechs Leute an einem Abend kommen oder aber auch 30“, sagt Förster. 

Man habe in diesem Jahr jedoch mit dem Wetter zu kämpfen gehabt. „Das schlimme Schneetreiben hat manch einen davon abgehalten zu kommen beziehungsweise dafür etwas weiter in die Außenbezirke zu fahren“, erinnert Charlotte Förster an das verschneite Herscheid. Ein paar Tage sei es extrem schlimm mit dem Wetter gewesen. „Die Leute hatten Sorge, wie sie wieder nach Hause kommen“, erklärt die Herscheiderin. Dann seien zumindest jedoch einige Leute aus der Nachbarschaft noch zum lebendigen Adventskalender gekommen. Im Grunde seien jedoch alle zufrieden mit dem Besuch gewesen. 

Das letzte Türchen des lebendigen Adventskalenders, das am 22. Dezember, geöffnet wurde, fand in Friedlin bei Volker und Katja Halbhuber statt. Nachbarn und Gäste waren gekommen, um bei einer besinnlichen halben Stunde das Weihnachtsfest einzuläuten. 

Wie jedes Türchen des lebendigen Adventskalenders suchten auch Halbhubers ein Thema aus, zu dem Geschichten vorgelesen und Lieder gesungen wurden – es ging um den Weihnachtsbaum. Einen beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Haus schon zur Adventszeit sieht man sehr häufig. Der schön geschmückte Christbaum drinnen in der Stube mit vielen Lichtern ist fast der letzte Akt der weihnachtlichen Vorbereitung. 

Aber wie kam es eigentlich zum Weihnachtsbaum in den Wohnungen und Stuben? Immergrüne Bäume und Sträucher spielten schon vor dem Christentum eine wichtige Rolle als Opfergabe. Bis etwa 1600 galt das Schmücken mit grünen Bäumen und Sträuchern wie Eibe, Lorbeer und Efeu jedoch als heidnicher Brauch und von der Kirche verboten. Dann aber änderte sich die Ansichtsweise. Der Baum wurde zum Symbol für das Christuskind und verkörpert Gott und Mensch, daher auch der Name Christbaum. 

Der Christbaum in den Stuben wird entweder am 24. Dezember selbst oder einige Tage zuvor frisch geschlagen und aufgestellt. Der Zeitraum, wie lange der Weih–nachtsbaum aufgestellt bleibt, ist bis heute unterschiedlich. Bei den Protestanten, die mit diesem Brauchtun begannen, bleibt der Baum bis zum Drei-Königs-Tag, dem 6. Januar stehen. Erst später schloss sich auch die katholische Kirche der Tradition an. Bei einigen Familien bleibt der Baum auch schon mal bis zum 2. Februar stehen, wenn die Katholiken Maria Lichtmess feiern. 

Der Weihnachtsbaum steht zudem für Frieden. Kriege ruhten in der Vergangenheit während der Weihnachtstage, ohne dass es hierzu große Verträge oder Abmachungen der Feindeslager verlangte. Eine Geschichte, die bis heute nicht eindeutig als wahr oder falsch eingestuft werden kann, ist die des Kochs Kornitzke, der im ersten Weltkrieg zwischen Frankreich und Deutschland an der Front sein heiß begehrtes Marzipan zu kreieren versuchte. 

Durch die Granat- und Kanoneneinschlage in seiner Arbeit sei er jedoch immer wieder behindert worden, da die algerischen Soldaten auf Seiten der Franzosen nichts von dem weihnachtlichen Schweigen der Waffen wussten und die Deutschen fleißig beschossen und diese das Feuer erwiderten. Dies ging solange, bis sich Kornitzke einen Weihnachtsbaum schnappte und diesen genau zwischen den Fronten aufstellte. Die Algerier waren verdutzt und stellten, angesichts der Harmlosigkeit des Kochs, sofort das Feuer ein und auch die Deutschen vermieden jeden Schuss. So wurde der Weihnachtsbaum zum Friedensstifter, heißt es. 

Umrahmt wurde die andächtige halbe Stunde des letzten Türchens des lebendigen Adventskalenders mit den passenden Weihnachtsliedern. Mit „Stille Nacht“ wurde dann für alle Weihnachten eingeläutet. Nach dem offiziellen Teil ist es eine schöne Tradition, dass sich Gastgeber und Gäste an Punsch, Tee oder anderen warmen Getränken und Keksen wärmen und stärken und so den Kalendertag gesellig ausklingen lassen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.