Auch Polizei mit mehreren Streifenwagen vor Ort

Notruf-Missbrauch? Retter suchen lange nach verletztem Kind – Polizei nimmt Ermittlungen auf

Die Retter suchten weiträumig nach dem gemeldeten Unfall.
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Die Retter suchten weiträumig nach dem gemeldeten Unfall.

[Update] Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei waren an einer Hauptverkehrsader im MK im Einsatz. Ein Anrufer hatte gemeldet, ein Kind sei angefahren worden. Vor Ort stellte sich die Lage anders dar.

Update von Montag, 14. Juni, 16.00 Uhr: Einen Großeinsatz von Polizei und Rettungsdienst löste am Montagmorgen eine Anruferin aus, die gegen 8.45 Uhr den Notruf gewählt hatte: Ein Kind sollte von einem Lkw angefahren worden sein, so die besorgniserregende Mitteilung. Diese setzte eine weiträumige Suche in Gang.

„Die Anruferin war sehr hysterisch“, berichtet Polizeisprecher Marcel Dilling. Eine eindeutige Ortsangabe habe es nicht gegeben. Die Leitstelle konnte lediglich herausfiltern, dass sich der Unfall wohl im Raum der Ortslage Schönebecke ereignet haben sollte.

Diese undurchsichtige Lage rief neben Polizei und Rettungsdienst auch die Einsatzkräfte der Herscheider Feuerwehr auf den Plan. Die 25 ausrückenden Wehrleute stellten sich aufgrund der Einsatzbeschreibung auf eine technische Rettung ein. Doch es sollte anders kommen.

Der Rettungsdienst ist in einem Einsatz am Silberg in Herscheid gebunden.

Aus zwei Richtungen näherten sie sich der Ortschaft Schönebecke (gelegen an der L 879 zwischen der Herscheider Mühle und Vogelsang). Die Mitglieder der Räriner Löschgruppe fuhren über die Ortslage Bubbecke, während die Herscheider Wehrleute aus Richtung Hardt kamen. Einen Unfall konnten beide Einheiten unterwegs nicht entdecken.

Im Baustellenbereich der Hardt-Brücken richteten Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst daher einen Bereitstellungsraum zur Besprechung der Sachlage ein. Mitarbeiter der Leitstelle versuchten wiederholt, die Anruferin zu erreichen, berichtet Marcel Dilling. Diese Bemühungen blieben ohne Erfolg.

Vermutlich war das Handy abgeschaltet worden, was die Arbeit der Einsatzkräfte sehr erschwerte: Sie mussten davon ausgehen, dass es zu dem Unfall gekommen war und es sich um einen realen Notfall handelte.

Daher suchten sie die befestigten Straßen rund um die Schönebecke nach verletzten Personen, beschädigten Fahrzeugen oder Unfallspuren ab. Hinweise auf einen möglichen Zusammenstoß wurden jedoch nicht entdeckt.

Im Baustellenbereich am Silberg richteten Feuerwehr und Polizei ihren Bereitstellungsraum zur Lagebesprechung ein.

Nach etwa einer Stunde beendete die Feuerwehr gegen 10 Uhr ihre Suche und rückte wieder ab. Es überwog die Erleichterung, dass es kein verletztes Kind gegeben hatte. Die Besatzung von zwei Rettungswagen sowie der Notarzt verließen ebenfalls die Einsatzstelle.

Die Polizei kontaktierte die umliegenden Krankenhäuser und erkundigte sich, ob am Montagmorgen Kinder mit unfalltypischen Verletzungen behandelt worden waren. Solch ein Fall war aber nirgendwo bekannt.

Es wurden Ermittlungen eingeleitet, da der Verdacht des Notruf-Missbrauchs im Raum stand. „Wir haben unter der Handynummer später wieder jemanden erreicht“, berichtet Marcel Dilling. Die Verständigung gestaltete sich aber schwierig. Der Polizei sei von der Anruferin eine Anschrift genannt worden, zu der sich die Beamten auf den Weg machten. Wieder habe man niemanden angetroffen.

Mit zwei Streifenbesatzungen war die Polizei vor Ort. Das zuständige Kommissariat soll die Ermittlungen wegen eines vermeintlichen Notruf-Missbrauchs fortführen.

Ob der vermeintlich falsche Notruf bewusst abgegeben wurde, oder ob die Anruferin die Situation nur falsch eingeschätzt hatte, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Der Aufzeichnung des Telefonats habe man noch entnommen, dass die Frau in ihrer Aufregung davon sprach, der Unfall sei beinahe geschehen. Sollte sie die Lage lediglich falsch eingeschätzt haben, würde es sich nicht um einen Notruf-Missbrauch handeln.

Mit Absicht einen falschen Notruf abzusetzen, kann eine Auferlegung der Einsatzkosten, eine Geldstrafe und sogar eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr zur Folge haben. Die Polizei schrieb einen ausführlichen Bericht zu dem Vorgang. Das zuständige Verkehrskommissariat soll der Sache weiter nachgehen.

Zeugenaufruf: Zeugen, die Hinweise in diesem Fall geben können, sollen sich mit der Polizei in Plettenberg in Verbindung setzen, Ruf (0 23 91) 91 99 0.

Update von Montag, 14. Juni, 10.08 Uhr: Polizei und Feuerwehr haben den Einsatz an der L 561 beendet. Trotz intensiver Suche fanden sie kein verletztes Kind oder überhaupt Spuren, die auf einen Unfall schließen lassen. Die Retter vermuteten zunächst vielmehr einen „Notruf-Missbrauch“, dass also der Anrufer bewusst falschen Alarm gegeben hat.

Erstmeldung von Montag, 14. Juni, 9.46 Uhr: Herscheid - Der Einsatzort befindet sich an der L 561 im direkten Bereich der Silberg-Baustelle. Hier sind gegen 9 Uhr am Montagvormittag mehrere Rettungskräfte eingetroffen, die Unterstützung von Polizei und Feuerwehr bekommen.

Anrufer meldet: Kind von Laster angefahren

Auslöser für den Einsatz war ein Anruf. In diesem wurde nach bisherigen Erkenntnissen gemeldet, dass ein Kind von einem Lkw angefahren worden sein soll. Bisher fehlt von dem Kind allerdings jede Spur. Die Einsatzkräfte verschaffen sich derzeit weiterhin ein Bild von der Lage. Der Verkehr fließt ohne Komplikationen.

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