Zehn Kilometer Strecke sind präpariert

Reges Treiben in der Ebbekammloipe: Spur ist gezogen und kann (noch) genutzt werden

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Extra aus Dortmund kamen Jonah (2) und sein Vater Florian Lindner nach Herscheid. Sie wollten sich das Winterspektakel nicht entgehen lassen. Florian Lindner kennt die Loipe noch von früher, war dort selbst oft als Langläufer unterwegs.

Herscheid - Nach einer optimistischen Vermutung am Donnerstag, reichte der Schnee am Freitagmorgen tatsächlich, um weite Teile der Ebbekammloipe zu spuren. Wie lange der Schnee halten wird und wie es mit dem Wintersport in diesem Jahr weiter geht? Hansjörg Schulte prognostizierte...

Der lange ersehnte Schnee zog in den vergangenen Tagen Wanderer, Wintersportler und Fotografen in seinen Bann. Wie verzaubert wirkte die weiß gepuderte Landschaft in Herscheid. Durch die hohe Lage versank die Nordhelle besonders tief im Schnee. Schon am Mittwoch versuchten dort einige Langläufer ihr Glück, die Schneedecke hatte aber noch nicht ausgereicht.

Gestern morgen bot sich ein anderes Bild: Erstmals in diesem Jahr konnte der Förderverein Ebbekammloipe die 20 Kilometer lange Strecke spuren. Um 8.30 Uhr startete Hansjörg Schulte, Vorsitzender des Fördervereins, seine Tour mit dem Spurfahrzeug.

Geschickt durch den tiefen Schnee manövrierte Hansjörg Schulte das Spurfahrzeug des Fördervereins Ebbekammloipe.

Aber nicht nur Langläufer zog es gestern ins Ebbegebirge. Auch Hundebesitzer verlagerten ihre morgendliche Runde in das Winterwunderland.

Durch den stellenweise 20 Zentimeter tiefen Schnee auf dem Panoramaweg kämpfte sich auch der kleine Jonah Lindner (2 Jahre) in seinem leuchtend gelben Schneeanzug. Gemeinsam mit Vater Florian hatte er sich am Morgen aus Dortmund auf den Weg nach Herscheid gemacht, um dort an der Nordhelle gemeinsam Schlitten zu fahren.

„Wir haben bei uns ja keinen Schnee“, erklärte Florian Lindner, der erst vor kurzem ein zweites Mal Vater wurde und sich daher in Elternzeit befindet. „Ich kenne das Gebiet noch von früher, bin hier selbst oft zum Langlaufen gewesen“, erinnert er sich und wollte seinem Junior das unbedingt zeigen. Rund 45 Minuten waren die beiden mit dem Auto unterwegs, bevor sie an der Nordhelle ankamen.

Dementsprechend mussten sie früh aufstehen. Glücklich resümierte Florian Lindner aber schon nach den ersten Metern auf dem Panoramaweg: „Es hat sich gelohnt.“

Reimund Heringer lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen – insbesondere deshalb, weil nicht klar war, ob der Schnee am Wochenende schon wieder taut.

Etwas später als die beiden Dortmunder, aber immer noch früh, war gestern auch Langläufer Reimund Heringer in der Loipe unterwegs. Er stand in diesem Jahr zum zweiten Mal auf Skiern, war einer derjenigen, die schon am Mittwochmorgen ihr Glück versucht hatten.

„Da konnte sich der Schnee noch nicht so richtig entscheiden, ob er an den Skiern oder am Boden haften bleiben soll“, sagte Heringer lachend. Er freute sich sichtlich darüber, dass nun doch noch genug Schnee gekommen war und die Wintersportsaison nicht völlig ausfallen musste.

„Ich finde es toll, was die Ehrenamtlichen hier leisten und dass sie sich um die Spur kümmern – gerade heute, wo nicht klar ist, ob sich die Arbeit wirklich lohnen wird. Die Temperaturen sollen am Wochenende ja schon wieder steigen“, lobte er den Förderverein Ebbekammloipe. „Ich spende auch jedes Jahr nachdem ich hier war etwas an den Verein“, so der pensionierte Lehrer, der aus Marienheide angereist war.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Zeitgleich mit dem Spurfahrzeug waren Udo Pfeffer (Mitte) und eine Langläuferin aus Meinerzhagen (links) unterwegs. Hansjörg Schulte (rechts) kümmerte sich am Freitagmorgen um die Spur.

Zeitgleich mit dem Spurgerät auf den Weg machten sich Udo Pfeffer und eine Langläuferin aus Meinerzhagen, beide erfahrene Sportler in der Loipe. Sie genossen den aktiven Morgen – auch wenn es relativ anstrengend war. 

„Der Schnee ist unten zu nass und pappt an den Skiern fest“, sagte Pfeffer. Deshalb sei der Widerstand beim Gleiten auf den Skiern hoch. Allerdings waren sich alle einig: „Hauptsache, es hat in diesem Jahr überhaupt noch mit dem Schnee geklappt!“

Wie geht es jetzt weiter mit der Loipe?

Vom Parkplatz bis zur Spinne konnte Hansjörg Schulte gestern die Spur für die Langläufer ziehen. Das sind etwa zehn Kilometer. Die Strecke kann sowohl als Rundweg als auch hin und zurück gelaufen werden.

Grund dafür, dass nicht auf der gesamten Länge von Kilometern gespurt werden konnte, war nicht (in erster Linie) mangelnder Schnee. Stattdessen ist aktuell ein Wirtschaftsweg an der Nordhelle wegen Forstarbeiten gesperrt. Nach dem Spuren lief Schulte selbst eine Runde und schildert: „Es war wirklich viel los, gerade für einen Freitag.“

Mit etwas Glück könnte der Schnee auch am Samstagmorgen trotz angekündigter Plusgrade noch reichen. Ab Mittag wird es aber wohl vorbei sein, erwartet Schulte. Denn dann soll es regnen. Es wird daher wohl wirklich eine Eintagsfliegen-Loipe gewesen sein. „Für einen Tag war es zwar eigentlich zu viel Arbeit, aber wir machen das ja gerne.“

Kein Flutlichtrodeln?

Das Flutlichtrodeln muss in diesem Jahr aller Voraussicht nach ausfallen. Der Schnee am Rodelhang Walterschlade reicht dafür nicht aus.

Die Feuerwehr, die in den vergangenen Jahren immer für die Ausleuchtung des Hangs sorgte, stehe zwar grundsätzlich zur Verfügung. Wehrleiter Andre Zimmermann geht aber momentan nicht davon aus, dass in diesem Jahr noch einmal (genug) Schnee kommen wird.

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