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Rücktritt von Heinen-Esser „für die Landwirtschaft ein herber Verlust“

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Von: Dirk Grein

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Trafen sich Ende Februar beim politischen Frühstück in Schürmanns Landgasthaus (von links): Wolfgang Weyland (Senioren-Union Herscheid), Ursula Heinen-Esser, Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Kreislandwirt Dirk Voss.
Trafen sich Ende Februar beim politischen Frühstück in Schürmanns Landgasthaus (von links): Wolfgang Weyland (Senioren-Union Herscheid), Ursula Heinen-Esser, Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Kreislandwirt Dirk Voss. © Grein, Dirk

Katerstimmung in Reihen der hiesigen Senioren-Union: Die Nachricht, dass Ursula Heinen-Esser am Donnerstag als NRW-Umweltministerin zurückgetreten ist, schlug insbesondere dem Vorsitzenden Wolfgang Weyland aufs Gemüt.

Herscheid - „Ich bin traurig und bedauere den Rücktritt zutiefst“, sagte Weyland. Als Gastgeber des politischen Frühstücks konnte er Ursula Heinen-Esser Ende Februar in Schürmanns Landgasthaus begrüßen. Dort habe sie einen fachlich kompetenten und einen sympathischen Eindruck hinterlassen.

Wäre der Fehler verzeihbar gewesen?

Dass sie allerdings ausgerechnet während der Flutkatastrophe im Juli 2021 nach Mallorca flog, um dort den Geburtstag ihres Mannes zu feiern, sei äußerst ungeschickt gewesen, befand Weyland. Er stelle sich die Frage, ob ein solcher Fehler verzeihbar sei. Bis zuletzt habe er gehofft, dass Heinen-Esser – eine öffentliche Entschuldigung vorausgesetzt – im Amt bleiben könnte. „Aber diese Affäre war ein gefundenes Fressen für die Opposition“, bedauerte der Vorsitzende der Senioren-Union, dass die Ministerin aufgrund des wachsenden Drucks nicht mehr zu halten gewesen sei. Nun befürchtet Weyland für seine Partei – die CDU – negative Auswirkungen bei der anstehenden Landtagswahl.

Auf eine Bewertung der Affäre verzichtete indes Kreislandwirt Dirk Voss (ebenfalls CDU-Mitglied). Er hatte Ursula Heinen-Esser im Rahmen des politischen Frühstücks für ihre gute Arbeit gelobt. Daran ließ er im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Zweifel aufkommen: „Für die Landwirtschaft ist der Rücktritt ein herber Verlust.“

Auch bei schwierigen Themen wie der Borkenkäfer-Katastrophe oder der Rückkehr des Wolfs habe sie versucht zu vermitteln. Im Austausch mit Land- und Forstwirten sowie den Verbrauchern habe sie nach Lösungen gesucht und diese oft auch gefunden. „Sie war richtig gut“, sagt Voss, der hofft, dass die Diskussionen um die Person Heinen-Esser nach dem Rücktritt ein Ende finden.

Altlastenentsorgung: Erste Fortschritte

Bei ihrem jüngsten Besuch in Herscheid hatte die damalige Ministerin auch das Gespräch mit Bürgermeister Uwe Schmalenbach gesucht. Dieser hatte ihr über die problematische Nachnutzung der drei Industriebrachen im Bereich Weiße Ahe berichtet. Heinen-Esser hatte ihre Unterstützung angeboten. Trotz des Rücktritts kann der Bürgermeister inzwischen von ersten Erfolgen berichten.

Kurz nach dem politischen Frühstück habe sich der AAV im Rathaus gemeldet – der Verband für Flächenrecycling und Altlastenentsorgung. Mit diesem befinde sich die Verwaltung wegen der genannten Flächen nicht nur im regen Austausch: Der Verband habe signalisiert, dass er dazu bereit wäre, die Altlastenentsorgung zu übernehmen. „Wir reden hier über eine zeitliche Perspektive von etwa fünf Jahren“, sagte Schmalenbach.

Allerdings müsse die Verwaltung bis zum Sommer einen entsprechenden Antrag stellen. Zuvor müsse die Frage der Finanzierung geklärt werden. Im Raum stehe eine Förderung von bis 80 Prozent der Gesamtmaßnahme, den Rest müsste die Gemeinde finanzieren.

„Wir müssen uns überlegen, ob wir das stemmen können“, betonte der Bürgermeister, dass Gemeinde und Rat weitere Überlegungen anstellen werden. Der Rücktritt der Umweltministerin habe auf das weitere Vorgehen keinen Einfluss, versicherte Schmalenbach.

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