Ulli Potofski leiht RAAM-Team seine Stimme

Die härtesten Radler der Welt fahren jetzt auch über die Kinoleinwand

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Die heimischen Radfahrer wurden bei ihrer Tour durch die USA von Betreuern begleitet. Was sie unterwegs erlebt haben, zeigt der Film eindrucksvoll.

Herscheid – Vor fünf Monaten begann das Abenteuer ihres Lebens: Die Herscheider Markus Gärtner und Julian Becker, Sven Dunker aus Plettenberg sowie der Meinerzhagener Milivoje „Miki“ Nilovic traten beim härtesten Radrennen der Welt, dem „Race Across America“ (RAAM), an.

Zusammen mit einem engagierten Helferteam machten sie sich auf eine außergewöhnliche Reise, die es jetzt sogar auf die Kinoleinwand geschafft hat. Zu verdanken ist das dem jungen Filmemacher Jannik Fischbach, der mit seiner Kamera knapp 30 Stunden des Amerika-Abenteuers festgehalten hat.

„Nach der Rückkehr aus den USA gab es natürlich viel Arbeit. Zwei Monate habe ich im Durchschnitt pro Tag drei bis vier Stunden am Film gesessen“, blickt er auf den enormen zeitlichen Aufwand zurück. Dabei ging es vor allem darum, jene Szenen auszuwählen, mit denen die Stimmung des Rennens am besten vermittelt wird. 

Dazu kam, dass es keine reine Dokumentation des Wettkampfes, sondern auch etwas „für das Auge“ sein sollte. Damit sind vor allem die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen gemeint, die allen Zuschauern des Filmes ein Eintauchen in die faszinierend vielfältige amerikanische Welt ermöglicht. „Wir wollen nicht nur Radfreaks ansprechen“, verweist Fischbach auf das Ziel, ein großes Publikum auch abseits der Sportwelt zu erreichen. 

Eine besondere Schwierigkeit stellte die Tatsache dar, dass es sich um einen richtigen Kinostreifen handeln sollte: „Ich musste die technischen Anforderungen berücksichtigen und der Film durfte auch nicht zu lang werden“, erklärte der Filmer. 

Ein echter Coup gelang der heimischer RAAM-Mannschaft mit dem Engagement des bekannten Sportmoderators Ulli Potofski, der dem Film seine Stimme leiht und als Sprecher fungiert. Teammitglied Julian Becker habe ihn bei einer Veranstaltung getroffen und prompt Kontakt aufgenommen. Potofski war von dem Projekt derart angetan, dass er zusagte und Teil des RAAM-Streifens wurde. Dafür wollte er keinerlei Gage und stellte sich voll hinter den guten Zweck. Denn die Palliativstation der Klinik Lüdenscheid erhält 20 000 Euro, die durch RAAM zustande kamen. 

Und so begrüßte Potofskis markante Stimme alle Besucher der ausverkauften Premiere im Plettenberg Weidenhofkino, wo es die erste öffentliche Vorstellung gab. Der Film nahm sein Publikum mit auf eine einzigartige Reise, die am Herscheider Hallenplatz startete und nach der Ankunft in den Vereinigten Staaten quer durch Amerika von Westen nach Osten führte. 

Egal ob in der brütend heißen Wüstenlandschaft oder beim Erklimmen der steilsten Berge mit Traumpanorama – immer war Jannik Fischbach mit seiner Kamera dabei. Hautnah sind die extremen Strapazen der Sportler und ihrer Betreuer, aber auch ihre emotionalsten Momente und Situationen purer Glücksgefühle zu bestaunen. 

Als Zuschauer leidet man mit, wenn „Miki“ Nilovic nach einem Sturz und seinem Schlüsselbeinbruch zunächst außer Gefecht gesetzt wird. Doch genauso groß ist letztlich die Freude, wenn die Ziellinie tatsächlich überquert, die Extremsportler aus dem Märkischen Kreis es am Ende gar als Drittplatzierte ihrer Altersklasse auf das Siegerpodest schaffen und die deutsche Nationalhymne erklingt. Zu erfahren sind auch spannende Zahlen und Fakten rund um das härteste Radrennen der Welt, das etwa 30 Prozent länger als die Tour de France ist. 

Sichtlich begeistert: Die Radfahrer Sven Dunker, Markus Gärtner und „Miki“ Nilovic mit Filmemacher Jannik Fischbach (rechts) bei der Premiere im Kino Weidenhof.

Und auf welche Reaktionen stößt der Film? „Wir waren alle total begeistert“, fasste Markus Gärtner nach der Premiere die riesige Zustimmung für das einmalige Projekt zusammen. Auch Jannik Fischbach selbst durfte sich bisher über durchgängig positive Rückmeldungen freuen: „Das Feedback ist echt super. Hervorgehoben wurde die Kurzweiligkeit und dass es keine klassische Dokumentation ist. Auch die schönen Landschaftsaufnahmen werden gelobt.“

Die nächste Möglichkeit um den Film zu sehen, gibt es am Sonntag, 24. November, um 11 Uhr im Apollo-Kino in Altena. Und auch im Plettenberger Weidenhofkino wird es einen weiteren Termin geben und zwar am 8. Dezember. Zudem sind voraussichtlich für Januar 2020 Vorführungen in Meinerzhagen und Olpe geplant. Wer es nicht ins Kino schafft, kann den Film im kommenden Jahr auch als DVD ergattern.

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