RAAM-Team ist bereit für das härteste Fahrradrennen der Welt

Mit dem Rad quer durch die Staaten: Amerika-Abenteuer kann beginnen

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Beim letzten Treffen des RAAM-Teams vor dem Abflug nach Amerika am 10. Juni galt es allerlei Details zu besprechen.

Herscheid – Nach über zweieinhalb Jahren detaillierter Planung steht für mehrere heimische Sportler ein Höhepunkt ihrer Karriere kurz bevor: Vier Radfahrer aus der Region nehmen in zwei Wochen am härtesten und längsten Radrennen der Welt teil.

Dabei gehen die Herscheider Markus Gärtner und Julian Becker, der Plettenberger Sven Dunker sowie der Meinerzhagener Milivoje Nilovic als ein Team an den Start. Beim sogenannten „Race across America“ muss Mitte Juni innerhalb von nur neun Tagen eine Strecke von insgesamt 4 800 Kilometer Länge zwischen amerikanischer West- und Ostküste zurückgelegt werden, inklusive einer Differenz von über 50 000 Höhenmetern. 

Die Tour führt unter anderem durch die kalten Gebirgszüge der Sierra Nevada, durch das berühmte Tal des Mississippi und extrem heiße und trockene Wüsten. Es handelt sich um ein pausenloses Rennen, bei dem Tag und Nacht geradelt wird. Die vier Sportler wechseln sich wie bei einer Staffel ab. 

„Aktuell klären wir noch die letzten Formalitäten, aber die Vorfreude ist schon riesig. Wir können es kaum mehr erwarten“, zeigte sich Teamchef Frank Lachnitt beim letzten gemeinsamen Treffen vor dem Abflug in die USA genau wie seine Mannschaftskollegen hochmotiviert. 

In den frühen Morgenstunden des 10. Juni beginnt das große Abenteuer: Von Frankfurt geht der Flieger nach Los Angeles, wo bereits drei Vans und ein Wohnmobil auf die heimischen Radcracks warten. „Die Fahrzeuge sind bestellt und stehen vor Ort parat. Wir sind also mobil und fahren direkt nach unserer Ankunft in Richtung Süden bis nach San Diego. In der Gegend haben wir ein Landhaus gemietet“, erklärt Lachnitt den Ablauf. 

Bevor es dann richtig ernst wird, bleiben dem RAAM- Team noch fünf Tage Zeit, um die letzten Vorbereitungen für das Rennen abzuschließen. Die offizielle Registrierung der Mannschaft am Startpunkt, Sicherheitsvorkehrungen an den Fahrzeugen und die öffentliche Teampräsentation – der Terminkalender ist im Vorfeld des Wettkampfs prall gefüllt. Der Startschuss für das beeindruckende Projekt erfolgt am 15. Juni um 12 Uhr Ortszeit im kalifornischen Oceanside. 

Und wie ist die sportliche Verfassung der Radfahrer kurz vor dem großen Ereignis einzuschätzen? „Es gab kürzlich noch einen Leistungs- und Gesundheitscheck. Die Jungs sind absolut fit“, ist Sportwissenschaftler Andreas Kramer von der Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid – ebenfalls RAAM-Mitglied und in Amerika dabei – überzeugt. 

Pro Woche hätten die vier Sportler zuletzt 10 bis 15 Stunden trainiert. Eine Woche vor dem Rennen wird das Trainingspensum jedoch deutlich reduziert. Dann stehe primär die Erholung im Mittelpunkt und es gelte vor allem, sich nicht mehr zu verletzen, betont Kramer. 

Noch entscheidender sei der Kopf. „Bei so einem extremen Wettkampf muss alles funktionieren. Es kommt nicht nur auf die Beine, sondern vor allem auf die mentalen Fähigkeiten an“, erläutert der Wissenschaftler. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Fahrer in ihren Pausen die bestmögliche Rundumversorgung erhalten. 

Dazu wird der elfköpfige Betreuerstab – dem Physiotherapeuten, Mechaniker und Navigatoren angehören – den Sportlern so viel wie möglich abnehmen und sich um die gesamte Logistik kümmern. Die Fahrer konzentrieren sich derweil ganz auf ihre Körper und die Bewältigung der Strecke. 

In sechs bis sieben Tagen soll das Ziel im Osten erreicht sein, so die ambitionierte Zielsetzung der leidenschaftlichen Biker. Gleichwohl macht Andreas Kramer deutlich: „Diese Reise ist für alle Beteiligten ein enorm spannendes Experiment. Wir betreten Neuland, weil noch keiner von uns so etwas erlebt hat.“

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