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Psychischer Druck groß: Eltern sollten offen mit Kindern über Corona sprechen

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Von: Dirk Grein

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Die Änderung der Teststrategie betrifft auch die Herscheider Grundschüler.
Die Änderung der Teststrategie betrifft auch die Herscheider Grundschüler. © Foto: DPA

Eine weiße Fahne, wie sie in diesen Tagen viele Schulen in der Umgebung als Zeichen der Überlastung gehisst haben, weht an der Grundschule Rahlenberg zwar nicht. Doch auch die Lehrer, Mitarbeiter und Betreuungskräfte dort sind kurz vor ihrer Belastungsgrenze. Die Vielzahl an Aufgaben, die der Coronaschutz mit sich bringt, zehrt an den Kräften.

Herscheid - Der vom Gesetzgeber ausgeübte Zeitdruck sei enorm. Von jetzt auf gleich müssen neue Vorgaben erfüllt und umgesetzt werden. Jüngstes Beispiel: die erneut geänderte Teststrategie.

Noch zu Jahresbeginn war von der Landesregierung die Variante Lolli 2.0 ausgerufen worden. Pool- und Einzeltestung in PCR-Form wurden dabei alle zwei Tage in die Labore gegeben, um so im Falle einer Infizierung schnell reagieren zu können. Doch die Labore sind aufgrund der Masse der zu untersuchenden Tests überlastet, können diese Anfrage nicht fristgerecht bedienen.

Das bekam auch die Grundschule Rahlenberg zu spüren: Von den Pooltestungen, die am Montag und am Dienstag durchgeführt wurden, fielen insgesamt vier positiv aus. Die Einzelergebnisse gingen bei der Schule jedoch nicht ein, sodass nicht klar war, welche Schüler in welcher Klasse betroffen sind.

Notgedrungen wurden zwei Klassen für einen Tag in häusliche Quarantäne gebeten, weil schlichtweg nicht feststand, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Erst am Dienstagabend kam die Nachricht der Landesregierung, konnte Rektorin Heike Zilinski die aufkommenden Fragen der Eltern beantworten: Die Schüler eines positiv getesteten Pools sollten am Mittwoch zu Unterrichtsbeginn in den Schulen mit Schnelltests oder alternativ in einem Testzentrum getestet werden.

Somit entschied sich erst in der Schule, welche Schüler betroffen waren. „Der psychische Druck für die Kinder ist jetzt viel größer“, erzählt Heike Zilinski. Die Lehrer versuchten zwar, den positiv getesteten Kindern so einfühlsam wie möglich das positive Ergebnis zu erklären und sie aufzufordern, umgehend die Schule zu verlassen. Doch für manches Kind entstehe eine „furchtbare Situation“, beschreibt die Rektorin. Der Schock, betroffen zu sein und das auch noch in der Schule zu erfahren, sei oft groß.

Daher bittet Heike Zilinski alle Eltern, daheim offen mit den Kindern über das Thema Corona zu sprechen. Es sei wichtig, dem Nachwuchs zu vermitteln, dass „niemand an einer Infizierung“ schuld sei, dass dies angesichts der zurzeit hohen Fallzahlen passieren könne und dass deswegen niemand ein schlechtes Gewissen haben müsse.

In Reihen des Kollegiums und der Schul-Mitarbeiter werde täglich über Corona gesprochen. In diesem Zusammenhang stellte Heike Zilinski ihrem Team ein großes Lob aus, das sich trotz der vielen Sorgen jeden Tag aufs Neue den vielen Herausforderungen stelle: „Alle ziehen nach Kräften mit, damit der Betrieb im Sinne der Kinder weiterlaufen kann.“

Die Rektorin wünsche sich daher für die kommenden Wochen, dass Kinder und Erwachsene gut durch die Pandemie kommen, dass sich bei Infizierten leichte Verläufe einstellen und dass so schnell wie möglich ein Licht am Ende dieses langen Corona-Tunnels sichtbar wird.

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