„Bürokratischer Mehraufwand“

Preise, Bezahlung, Nachfrage: Das ändert sich in den Corona-Testzentren

Die Nachfrage nach Corona-Tests ist in den beiden Zentren in Herscheid und Hüinghausen rückläufig. An beiden Stellen will man zunächst abwarten, wie sich die Einführung der Kostenpflicht auf die Betriebe auswirkt.
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Die Nachfrage nach Corona-Tests ist in den beiden Zentren in Herscheid und Hüinghausen rückläufig. An beiden Stellen will man zunächst abwarten, wie sich die Einführung der Kostenpflicht auf die Betriebe auswirkt.

Ein Umbruch steht in den beiden heimischen Corona-Testzentren bevor: Ab Montag, 11. Oktober, müssen die dort durchgeführten Antigen-Schnelltests von den meisten Bürgern bezahlt werden. Was dies für Auswirkungen haben dürfte, fragten wir in beiden Einrichtungen nach.

Herscheid - „Für uns bedeutet das in erster Linie zusätzlichen bürokratischen Aufwand“, erzählt Andrea Saladdino, Betreiber des Hüinghauser Testzentrums. Auf ihn und seine Mitarbeiter kommt ab Montag eine doppelte Buchführung zu: So müssen sie die Ergebnisse dokumentieren getrennt nach bezahlten Tests und kostenfreien Bürgertests.

Das bedeutet in der Praxis: Bevor die Bürger auf das Coronavirus getestet werden, müssen sie einen Nachweis dafür erbringen, ob sie einen Anspruch auf eine kostenlose Testung haben. Zu dieser Gruppe gehören, so fasst Saladdino grob zusammen, alle Unter-18-Jährigen, Frauen mit einem Mutterpass und Personen, die eine ärztliche Bescheinigung dafür haben, dass sie nicht geimpft werden können.

Kritik an Umsetzung

Er habe Verständnis für die Einführung der Bezahlschranke, sieht diese jedoch mit gemischten Gefühlen und bewertet diese in der praktischen Anwendung eher kritisch. Dazu nennt Saladdino ein Beispiel: Eine werdende Mutter muss für einen Test nicht zahlen, Mütter, die ihre Babys stillen, hingegen schon. „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, meint Saladdino, der sich dennoch den Vorgaben beugen muss.

Auf einen festen Preis hat sich der Betreiber noch nicht abschließend festgelegt. „Der wird zwischen 11,50 Euro und 12 Euro liegen“, vermutet Saladdino. Bezahlt werden könne in Hüinghausen bar oder per EC-Karte.

Zwar sei das Testzentrum, das im einstigen Gebäude des Kiosks Elsetal untergebracht ist, vorwiegend mit Firmentestungen beschäftigt, dennoch sei insgesamt eine rückläufige Resonanz spürbar. Setze sich diese Entwicklung mit dem Bezahlmodell weiter fort, dann müsse langfristig darüber nachgedacht werden, ob ein wirtschaftlicher Betrieb des Testzentrums überhaupt noch möglich sei. Kurzfristig sei keine Schließung vorgesehen, betont Andrea Saladdino.

Gutschein-Variante

Die gravierendste Änderung im Herscheider Testzentrum, zu finden im Vereinsheim des DRK Herscheid, ist ab Montag ein verändertes System. So müssen sich Personen, die für einen Test bezahlen müssen, vorab einen Gutschein kaufen. Diesen erhalten sie zu den Öffnungszeiten der Apotheke Neuer Weg und dort zum Preis von 12,95 Euro.

„Ansonsten sind bei uns keine Änderungen vorgesehen, auch die Öffnungszeiten bleiben vorerst bestehen“, erzählt Mitarbeiterin Katrin Kaufmann. Zwar sei auch in der Herscheider Einrichtung die Nachfrage rückläufig. Doch „noch sind wir zufrieden“, erzählt die Mitarbeiterin. Auch sie und ihre Kollegen sind gespannt, wie sich die Situation im Testzentrum durch die Kostenpflicht verändern wird.

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