Wegen Problemen mit Lieferanten

Porsche-Spezialist aus MK droht die Insolvenz

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In der Ausstellungshalle der Hüinghauser Pomotec GmbH sind zwar noch einige Porsche-Fahrzeuge zu sehen. Doch der Werkstattbetrieb an der Alten Dorfstraße ruht vorerst.

Herscheid - Der Parkplatz wirkt verwaist, in der Werkstatt bleiben die Lichter dunkel. Nur die Porsche-Fahrzeuge im gläsernen Ausstellungsraum zeugen davon, dass bis vor Kurzem in der Hüinghauser Firma Pomotec noch Betrieb herrschte.

Die Zukunft des Unternehmens ist jedoch ungewiss: In der letzten Woche wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Firma sei ohne eigenes Verschulden in finanzielle Schieflage geraten, berichtet Rechtsanwalt Reiner Becher, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden ist. Probleme mit einem Lieferanten seien der Grund für die negative Geschäftsentwicklung. 

Wie auf der Internetseite der Firma nachzulesen ist, liegt der „Leistungsschwerpunkt von Pomotec in der Motoren- und Getriebeinstandsetzung“. In der Hüinghauser Werkstatt erfolgen vorbereitende Maßnahmen wie der Ausbau des Motors, eine Reinigung sowie eine Prüfung. Die komplette Reparatur kann jedoch nicht vor Ort erfolgen; insbesondere galvanische Beschichtungen können in den Pomotec-Hallen nicht geleistet werden.

Porsche-Spezialist Pomotec in Herscheid

Aus diesem Grund wurden die Motoren an eine Fachfirma nach Holland geschickt. Machten die Hüinghauser mit diesem Lieferanten zunächst noch gute Erfahrungen, traten im Laufe der Zusammenarbeit zunehmend Probleme an Kurbelgehäusen (ablösende Beschichtungen) auf. Die Ursache konnte zunächst nicht ermittelt werden, was zur Folge hatte, dass die Firma Pomotec in mehreren Garantiefällen den Kunden weiterhalf, ohne finanziell abgesichert zu sein. 

Inzwischen, so hat der vorläufige Insolvenzverwalter in Erfahrung gebracht, hat das Hüinghauser Unternehmen den Lieferanten aus Holland, der jegliche Schuld von sich weist, auf Schadenersatz in Anspruch genommen. Ein Gerichtsverfahren ist noch nicht anhängig; gestritten wird über eine sechsstellige Summe. 

Pomotec: Lieferantenwechsel

Pomotec hatte zwischenzeitlich den Lieferanten gewechselt. Doch aufgrund der fehlenden Liquidität konnte das Unternehmen zunächst nicht fortgeführt werden. 

„Wir befinden uns noch in der Findungsphase“, erklärt Rechtsanwalt Reiner Becher. Seine Aufgabe bestand darin, herauszufinden, ob der Werkstattbetrieb weiter fortgesetzt werden kann. Dafür holt er notwendige Zahlen ein und sichert das Vermögen des Unternehmens. Zudem hat er sich bereits vor Ort umgeschaut und attestiert den Hüinghausern einen ordentlich geführten Betrieb. 

Ob dies reicht, um den Fortbestand von Pomotec zu sichern? Dies hänge in erster Linie von der Auseinandersetzung mit dem holländischen Lieferanten ab, betont Reiner Becher. Eine zeitliche Prognose in diesem Streitfall zu treffen, sei nicht möglich. Mit einer Entscheidung über den Insolvenzantrag rechnet der Rechtsanwalt aus Lüdenscheid bis Mitte / Ende März.

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