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Plötzlicher Tod des MME-Vorsitzenden: Trauer um Udo Feldhaus

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Von: Dirk Grein

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Ein Bild, das typisch für Udo Feldhaus (†) ist: Der technikbegeisterte Kleinbahner war stets aktiv und im Einsatz für seinen Verein, packte auch in der MME-Werkstatt in Hüinghausen regelmäßig mit an.
Ein Bild, das typisch für Udo Feldhaus (†) ist: Der technikbegeisterte Kleinbahner war stets aktiv und im Einsatz für seinen Verein, packte auch in der MME-Werkstatt in Hüinghausen regelmäßig mit an. © Simone Rein

Ein Verein in Schockstarre: Die Sauerländer Kleinbahn hat mit Udo Feldhaus ihren Vorsitzenden, Motor und auch eine Vater-Figur verloren. Der plötzliche Tod des 68-jährigen Herscheiders sorgt bei den Mitgliedern und allen, die der heimischen Museumseisenbahn wohlgesonnen sind, für große Trauer.

Herscheid - Ob bei Fahrtagen, den täglichen Arbeiten am Bahnhof und in der Fahrzeughalle, beim Gleisbau oder zuletzt der aufwendigen Sanierung der Hochwasserschäden am Bahnübergang Richtung Köbbinghausen: Udo Feldhaus war in jüngster Vergangenheit die prägende Person der Kleinbahn. Viel Mühe hatte er zuletzt in die Vorbereitung des 40-jährigen Bestehens des Vereins investiert, das Ende Juli gefeiert wurde.

Obwohl seit vielen Jahren als Vorsitzender tätig, vermied er es jedoch, sich in den Vordergrund zu drängen. Feldhaus legte großen Wert auf Gemeinschaft, trieb aktiv die Vernetzung der Eisenbahnvereine untereinander voran. Mit vereinten Kräften ist es gelungen, dass sich die Sauerländer Kleinbahn über die heimische Region hinaus zu einem touristischen Zugpferd entwickelt hat.

Dass Feldhaus für alle überraschend am letzten Donnerstag aus dem Leben gerissen wurde, stellt den Verein vor große Probleme. Denn sein Wirken im Hintergrund, die zahlreichen Projekte, die er angestoßen hat, das alles soll im Sinne des Vereins und auch des Verstorbenen weitergeführt werden. Kurzfristig bedeutet das: Die Fahrsaison der MME wird fortgesetzt; bereits für Sonntag, 21. August, wird zum nächsten Fahrtag (erstmals) mit Treckertreffen eingeladen.

Zur Person: Udo Feldhaus (†)

Schon während seiner Kindheit, die er in Lüdenscheid verbrachte, interessierte sich Udo Feldhaus für Eisenbahnen, unter anderem entfacht durch die eigenen Erfahrungen mit der Kreis Altenaer Eisenbahn. Seine Technikbegeisterung mündete in einer Werkzeugmacher-Lehre. Beruflich schlug er kurz darauf andere Wege ein, indem er Sozialpädagogik studierte. In der Folge war er unter anderem als Betreuer für die Diakonie tätig. Beides – die Liebe zur Eisenbahn und das soziale Engagement – brachte der Familienvater (vier Söhne und drei Enkelkinder) bei der Märkischen Museumseisenbahn ein, für die er über viele Jahre im Vorstand tätig gewesen ist, seit einigen Jahren in führender Position.

Doch wie verhält es sich mit den langfristigen Maßnahmen, mit der Leitung des Vereins? Laut Bürgerlichem Gesetzbuch obliegt stets dem verbliebenen Rumpf eines Vorstandes die Aufgabe, sich um den Fortbestand zu kümmern. Im Fall der Sauerländer Kleinbahn gehören dem geschäftsführenden Vorstand der zweite Vorsitzende Benjamin Riedesel und Kassiererin Ute Bruhn an. Sie stehen vor der schwierigen Aufgabe, die entstandene Lücke zu schließen. Bei einer für das Wochenende anberaumten Vorstandssitzung soll eine erste Bestandsaufnahme erfolgen.

Die große Vision Feldhaus’ war stets der Streckenausbau der MME bis zum einstigen Herscheider Bahnhof nach Plettenberg-Oberstadt. Daran werden die Vereinsmitglieder weiter arbeiten; der Verstorbene selbst kann sich diesen großen Lebenstraum nicht mehr erfüllen.

Udo Feldhaus und sein Lächeln werden viele Menschen vermissen.
Udo Feldhaus und sein Lächeln werden viele Menschen vermissen. © Simone Rein

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