Pfarrer Bodo Meier schlüpft in die Rolle des Reformators

Mittelalterliches Mahl aufgetischt 

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Vor dem Altar der Apostelkirche stimmen sich Pfarrer Bodo Meier (als Laute spielender Martin Luther) und Ruth Rabenschlag (im mittelalterlichen Gewand samt Trinkhorn) auf eine besondere Veranstaltung ein.

Herscheid - Die optische Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen: Hier der Theologe, der vor 500 Jahren die Kirche gespalten hat, dort der evangelische Gemeindepfarrer, der zur Laute greift und Musik mag. Beide Männer verschmelzen am 1. September zu einer Person.

Die evangelische Kirchengemeinde Herscheid bereitet anlässlich des Lutherjahres eine außergewöhnliche Veranstaltung vor. Dabei unternehmen die Besucher eine Reise ins Mittelalter, bei der alle Sinne angesprochen werden. Eine Hauptrolle übernimmt Bodo Meier: Der Pfarrer schlüpft in die Rolle von Martin Luther - und das nicht zum ersten Mal.

Beim Festakt der Kirchenkreise in Meschede und auch in der Wiesenkirche Soest war der Herscheider bereits als Reformator zu sehen. Seine Affinität zur Musik war ausschlaggebend dafür, das Bühnenstück "Luther und seine Lieder" auch in seiner Kirchengemeinde aufzuführen. "Das wird allerdings kein Popkornkino", betont Meier. Die Person Luthers werde in all ihrer Zerrissenheit dargestellt. Er leidet an der Macht der Herzoge, fühlt sich allein. Bei der Verbreitung seiner reformatorischen Gedanken entdeckt Luther die Musik als Medium für sich. Wie dieses immer mehr an Bedeutung für den Theologen gewinnt, davon handelt das Bühnenstück.

Die Monologe des Gemeindepfarrers werden untermalt von den passenden Melodien: Kirchenmusikerin Christine Wallnau-Toepfer aus Brilon singt alte Luther-Choräle. Sie wird die Zuschauer dazu einladen und auffordern mitzusingen.

Einen Eindruck über das Leben im Mittelalter erhalten die Besucher beim anschließenden Luther-Mahl: Wer sonst als Ruth Rabenschlag könnte dabei Regie führen? Das Presbyteriums-Mitglied ist maßgeblich am Gemeindefrühstück und am Luther-Café beteiligt. Nun wagt sie sich für die evangelische Kirchengemeinde erstmals an ein Vier-Gänge-Menü mit einigen Besonderheiten.

Als "Werkzeug" stehen den Teilnehmern lediglich ein Dolch, mittelalterliches Geschirr und die eigenen Hände zur Verfügung, wie bei einem Ritteressen. "Bei uns herrschen allerdings keine barbarischen Tischsitten", betont Ruth Rabenschlag. Sie und ihre Helfer werden der Zeit entsprechend gekleidet sein; die notwendige Kostüme entstammen der Theater-Nähgruppe der Plettenberger Zeppelinschule.

Für stimmungsvolle Atmosphäre soll ein Ehrengast aus Gummersbach sorgen: Kasper der Gaukler unterhält die Gäste in seiner wortgewandten Art. Er wird den Herscheidern von mittelalterlichen Bräuchen erzählen und sie mit den damaligen Regeln vertraut machen.

Anmeldungen ab sofort erbeten

Die Herscheider Veranstaltung zum Reformationsjubiläum am Freitag, 1. September, beginnt um 18.00 Uhr - dem Anlass entsprechend natürlich im Martin-Luther-Haus. Dort wird zunächst das Bühnenstück "Luther und seine Lieder" gezeigt, ehe sich die Besucher beim Luther-Mahl stärken können. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher empfiehlt sich eine rasche Anmeldung bei Ruth Rabenschlag, Telefon (0 23 57) 12 43, oder im Gemeindebüro der evangelischen Kirchengemeinde, Telefon (0 23 57) 22 46. Der Eintritt kostet 28,50 Euro pro Person.

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