Kirchenaufgabe unumgänglich

Pfarrei St. Laurentius: Diskussion über Standorte und über pastorale Leitsätze

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Eine von drei Kirchen in der Katholischen Pfarrei St. Laurentius muss geschlossen werden. Ob die Herscheider Kirche St. Mariä erhalten bleibt, darüber wurde im Cyriakusheim diskutiert. Eine Antwort wird Anfang nächster Woche bekannt gegeben.  

Herscheid - Zum Lachen war nach der über dreistündigen Sitzung im Cyriakusheim niemandem zumute. Zu ernst waren die Themen: Der Weg in die Zukunft ist für die Katholische Pfarrei St. Laurentius mit schmerzlichen Einschnitten verbunden.

Die Laurentiuskirche in Plettenberg, St. Johann Baptist in Eiringhausen oder St. Mariä Herscheid – eine von diesen drei Kirchen und auch ein Pfarrzentrum müssen aus finanziellen Gründen geschlossen werden. „Zwar noch nicht zum 1. Januar 2018, aber doch irgendwann in den 2020er Jahren“, erklärt Pfarrer Patrick Schnell. Entsprechend gedrückt sei die Stimmung bei der gemeinsamen Sitzung des Pfarrgemeinderates, des Kirchenvorstandes und des Pastoralteams gewesen. 

Eine erste Standortpräferenz wurde erarbeitet, die zunächst im internen Kreis der drei Gemeinderäte erörtert werden muss. Anfang nächster Woche wird die Entscheidung öffentlich gemacht, bat Pfarrer Patrick Schnell in diesem sensiblen Prozess um Geduld. Eines könne er aber bereits jetzt versichern: Ganz gleich, welche Kirche aufgegeben wird, in allen drei Gemeinden soll es auch in Zukunft Orte der christlichen Zusammenkunft geben. 

Auch das bestehende Angebot an Gruppen und Aktivitäten soll nicht reduziert werden; der Bereich der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Familien wird – nicht zuletzt wegen der Einstellung der neuen Gemeindereferentin Laura Bartz – sogar ausgebaut. 

Erste Ergebnisse konnte Pfarrer Schnell für das zu erstellende pastorale Konzept verkünden. Die Seelsorge vor Ort soll auf drei Leitsätzen basieren: Vor allem jungen Menschen soll es ermöglicht werden, in Begegnung mit Gott zu treten; auf welchem Weg diese Nähe gesucht wird, soll den Personen überlassen werden. „Jeder soll sich bei uns willkommen fühlen“, betont Patrick Schnell. 

Die Bedeutung der Ökumene belegt der zweite Leitsatz, welcher besagt, dass sich die heimischen Katholiken als Mitglieder im „Chor der Christen“ bezeichnen. Dies gehe auch damit einher, dass die drei Gemeinden der Pfarrei St. Laurentius weiter zusammenwachsen. Leitsatz drei unterstreicht, dass es in Herscheid, Plettenberg und Eiringhausen auch weiterhin räumliche Möglichkeiten geben soll, als Christen zusammenkommen – , unabhängig davon, welche Kirche in welcher Gemeinde letztlich aufgegeben werden muss.

Votum muss dieses Jahr feststehen

• Die katholische Pfarrei St. Laurentius muss bis zum Jahr 2030 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Das Problem dabei ist nicht die Einnahme-Seite; die Bistumszuweisungen bleiben ab 2018 konstant. Da die Kosten in den kommenden Jahren steigen werden, ist die Aufgabe einer Kirche und eines Pfarrzentrums vor Ort unumgänglich. 

• Der Entwicklungsprozess der Pfarrei dauert bereits seit einigen Monaten an. Die Gemeindemitglieder konnten bei einer Fragebogenaktion ihre Meinungen zu den Veränderungen kundtun. Darauf basierend wird nun in den unterschiedlichen Gremien ein Votum erarbeitet, welches bis spätestens Ende dieses Jahres in einer abschließenden Sitzung von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand übereinstimmend erreicht werden muss.

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