Peter Boes ist Krippenbauer aus Leidenschaft

Handarbeit für urige Kulissen

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Jedes Werk des 85-jährigen Herscheiders ist anders und damit ein echtes Unikat. Auch nach rund 30 Jahren Krippenbauen gehen ihm die Ideen für neue Exemplare nicht aus.

Herscheid - Krippen sind für viele Menschen in der Weihnachtszeit genauso unverzichtbar wie der Adventskranz oder der Tannenbaum. Auch für den Herscheider Peter Boes ist das so. Doch in seinem Haus stehen das ganze Jahr über gleich mehrere Exemplare.

Der Krippenbauer beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit urigen Kulissen für Maria, Josef und das Christuskind. Die Ergebnisse seiner Arbeit sind nicht nur mehr als vorzeigbar, schnell hatte er auch Aufträge von Verwandten und Freunden. Über 50 Krippen habe er mittlerweile selbst hergestellt und anschließend verkauft oder verschenkt. 

„Im Sommer sitze ich oft im Garten und bastele an neuen Krippen. Meine Nachbarn schauen dann natürlich etwas verwundert“, blickt Boes mit einem Schmunzeln im Gesicht auf die vergangenen Monate. Das Besondere an seinen Werken ist, dass sie ausschließlich durch liebevolle Handarbeit entstehen. Boes macht klar: „Ich verwende lediglich einen Akkuschrauber. Auch wenn sich das einige Leute beim Blick auf meine Produkte gar nicht vorstellen können. Es wird alles nur mit meinen Händen fabriziert.“ 

Daher ist jede seiner Krippen anders und damit ein echtes Unikat. Einen Bauplan gibt es nicht, wie der 85-jährige Herscheider betont: „Das mache ich frei Schnauze. Ich baue einfach nach meiner Fantasie.“ 

Das Schnitzen und Ausschneiden mache ihm besonders viel Spaß. Alles müsse natürlich sein, sagt Boes. Eine Krippe solle ja nicht kitschig und kein modernes Haus sein, sondern ein Stall bleiben. Zwischen 20 und 30 Stunden – so seine Schätzung – müsse er im Durchschnitt für den Bau einer Krippe einplanen. Als Material benötigt er vor allem Naturholz, welches meist aus seinem eigenen Garten stammt. 

Zubehör, wie zum Beispiel die benötigten Holzleisten, kauft er im Baumarkt. Damit sich Ochse, Esel und Co. richtig wohlfühlen, darf das Stroh im Stall nicht fehlen. In den Nachbauten von Peter Boes gibt es zudem elektrisches Licht, das die Darstellung der biblischen Geschichte in einer heimeligen Szenerie möglich macht. Seine Liebe zum Detail ist an vielen Stellen erkennbar: Leiter, Harken und Futtertröge – all das ist in seinen Krippen zu finden. 

Nach drei Jahrzehnten Krippenbauen sagt er: „Das ist für mich nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft. Nur das Trompetespielen ist mir genauso wichtig.“ 

Zu bieten hat Peter Boes in diesem Jahr übrigens auch Produkte aus Bethlehem: Es handelt sich dabei um Figuren aus Olivenholz. „Ich habe sie von einem Bekannten aus Darmstadt erhalten, der häufig in Israel ist. Sie passen wunderbar zu meinen Krippen“, findet der Hobby-Künstler. 

Der Erlös aus dem Verkauf dieser Figuren werde zu 100 Prozent der Arbeit des christlichen Schulungs- und Freizeitzentrums „Haus der Begegnung“ im israelischen Beit Yala zu Gute kommen. Dort leben und studieren Christen, Juden sowie Muslime allesamt in friedlicher Form zusammen. Für Boes eine „vorbildliche Sache“, die unbedingt unterstützt werden müsse.

Wer die Kunstwerke von Peter Boes aus nächster Nähe betrachten möchte, der kann sich telefonisch unter 02357/4474 mit ihm in Verbindung setzen und einen Termin in dessen Hobby-Werkstatt ausmachen.

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