Welchen Einfluss haben Infostände auf die Bundestagswahl?

Parteien werben um Wählergunst - das sagen die Bürger

Ihre Infostände bauten die heimischen Parteien erstmals nicht vor den ortsansässigen Märkten, sondern geballt in den Dorfwiesen auf.
+
Ihre Infostände bauten die heimischen Parteien erstmals nicht vor den ortsansässigen Märkten, sondern geballt in den Dorfwiesen auf.

Der Bundestagswahlkampf biegt auf die Zielgerade ein. Am Samstagvormittag hatten sich die Ortsverbände von SPD, Grünen, FDP und CDU mit Informationsständen in den Dorfwiesen positioniert. Auch unsere Zeitung war vor Ort, um sich unter den Passanten umzuhören, wie sie zur Wahl am 26. September stehen.

Herscheid - „Ich bin meiner Pflicht bereits nachgegangen“, erzählte Martina Schöttler, die ihre Stimme schon zuvor per Briefwahl abgegeben hatte. Dennoch war sie am Samstag bewusst zu den Infoständen gegangen, um die Möglichkeit zu nutzen, mit den örtlichen Parteimitgliedern zu kommunizieren, was sonst nicht immer so leicht möglich sei, wie sie sagte.

Von den Politikern wollte sie unter anderem wissen, was diese über die vorherrschende Unzufriedenheit im Land denken; sei es beispielsweise in Bezug auf Corona oder die wirtschaftliche Lage. Dabei habe sie „sehr nette Gespräche“ geführt. Für den Ausgang der Wahl wünscht Schöttler sich vor allem „klare Verhältnisse“; sie befürchtet, dass die Koalitionssuche sich wieder sehr lange hinziehen werde.

Auch Sigrid Junger hat bereits per Briefwahl abgestimmt. Ihr Weg führte sie nur zufällig an den Ständen vorbei durch die Dorfwiesen; Halt gemacht hat sie jedoch nicht an ihnen.

Als „nicht relevant“ für seine Entscheidungsfindung bezeichnete Torsten Lunau die Informationsstände. „Man kriegt so viel mit“, sei es durch die Medien oder in Gesprächen mit Kollegen, dass sich die Stände fast erübrigen. Zudem war er der Meinung, dass Informationsstände eine Woche vor der Wahl ein bisschen spät seien. Die meisten wüssten bereits, wen oder welche Partei sie wählen wollen, da ändere sich sowieso nichts mehr dran.

Er selbst werde am Sonntag „definitiv“ wählen – ganz klassisch im Wahllokal. Den Wahlkampf empfand er in diesem Jahr als „spannend“ und „ziemlich interessant“, weil sich die Kräfteverhältnisse immer wieder verschoben haben. Für Lunaus Söhne Jona und Mats hatte sich der Spaziergang durch die Dorfwiesen allemal gelohnt: Sie freuten sich über die kleinen Geschenke, die sie von den verschiedenen Parteien zugesteckt bekamen.

Zoe Fiedler hat die Briefwahlunterlagen zwar schon zuhause, ausgefüllt und abgeschickt hat sie diese aber noch nicht. Wem sie ihre Stimme geben wird, wisse sie aber schon. Für die neue Legislaturperiode hat sie folgenden Wunsch: „Wenn die umsetzen würden, was sie sagen, wäre schon viel geschafft.“

Gespräche mit Politikern aller vier Parteien suchte am Samstag Patrick Schwabe. Er sei sich zwar „relativ sicher“, wen er wählen werde, doch gab er auch an, in den nächsten Tagen noch mal gut die Augen offen zu halten und sich vielleicht doch noch spontan umzuentscheiden.

Die Informationsstände nutzte er, um „die Positionen, die mich interessieren, abzufragen“. Zuvor hatte Schwabe bereits den Wahl-o-Mat genutzt. Als Vorsitzender des Gemeindesportverbands ist das Thema Sport für ihn eine wichtige Sache – genauso wie der Umweltschutz. Als jungem Menschen sei es ihm ein Anliegen, dass der „Planet noch lange erhalten bleibt“. Darum, so hofft er, werde die „Klimapolitik in die richtige Richtung einschlagen“. Dies sei ein zentrales Thema: „bundes- und weltweit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare