Verstopfte Parkplätze mit Funktechnik verhindern

Parkplatzbilanzierung der Firma Wilhelm Schröder weckt politisches Interesse

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Die Projektleiter Dennis Dorn (links) und Marcus Vollmert (rechts) haben auf dem Gelände der Firma Wilhelm Schröder eine kurze Teststrecke aufgebaut, um die in den Leitpfosten eingebaute Funktechnik auch in Hüinghausen testen zu können. 

Herscheid - Durch Lastwagen verstopfte Autobahn-Parkplätze sind deutschlandweit zu einem Problem geworden. Technische Abhilfe könnte ein Projekt der Firma Wilhelm Schröder aus Hüinghausen schaffen.

Seit nunmehr sechs Jahren beschäftigt sich das Familienunternehmen intensiv mit den Vorteilen der Funktechnik für die Verkehrssicherheit. Ziel war es zunächst, mit einem „Multifunktionalen Detektionssystem“ ein bis dato einmaliges Geisterfahrer-Warnsystem zu entwickeln – und das ist auch gelungen. 

Die Bundespolitik hat ihr Interesse an dem System bekundet; bei einem Besuch in Berlin konnte die Schröder-Geschäftsführung zuletzt Staatssekretär Rainer Bomba von den Vorzügen des Projektes überzeugen. Innerhalb von nur fünf Sekunden sollen alle gängigen Navigationsgeräte von sich in der Nähe befindenen Autos, Radiosender, Polizei- und Verkehrsleitstellen informiert werden, wenn ein Fahrzeug in falscher Richtung auf eine Autobahn auffährt. Erfasst werden die Fahrzeuge dabei von einem Funknetz, was quasi auf die Straße gebracht wird. 

Die Funktechnik wird – für alle Fahrer nicht sichtbar – in Leitpfosten installiert. Genau dieses Prinzip nutzt die Firma Schröder auch für ein weiteres innovatives Projekt, die Parkplatzbilanzierung: An der Ein- und der Ausfahrt eines Parkplatzes werden mit Hilfe der speziell ausgerüsteten Leitpfosten Funknetze eingerichtet. Auf diese Weise kann nicht nur die Anzahl der Fahrzeuge berechnet werden, die den Parkplatz nutzt. Vor allem kann festgestellt werden, ob auf dem Parkplatz noch freie Stellflächen zur Verfügung stehen. 

Der Vorteil: Per App könnten Lastwagenfahrer darüber informiert werden, ob sie einen Parkplatz nutzen können oder nicht. Aktuelle Schätzungen besagen, dass allein an den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen 4 000 Parkplätze für Lastwagen fehlen. Die Folge sind vollkommen überlastete Parkplätze oder Fahrzeuge, die halb in der Einfahrt abgestellt werden müssen. 

„Neue Parkplätze schaffen wir mit unserer Technik natürlich nicht. Aber wir können den Fahrern wichtige Informationen zur Verfügung stellen und damit Gefahrensituationen vermeiden“, betont Dennis Dorn. Ein Testfeld der Parkplatzbilanzierung ist an der jüngst renovierten Raststätte „Sauerland-West“ an der Autobahn 45 (Fahrtrichtung Frankfurt) in Betrieb; die Ergebnisse sind vielversprechend. 

Auch an den Westfalenhallen ist das Hüinghauser System (zur Probe) im Einsatz, im Rahmen des Projektes „Smart City Allianz Dortmund“. Dadurch kann die entwickelte Funk-Technologie präsentiert werden und zugleich können die Hüinghauser weitere Geschäftskontakte knüpfen. Die technischen Neuerungen des Unternehmens auf diesem Gebiet sind daher auch nicht unentdeckt geblieben: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat bereits einen Besuch angekündigt. 

Auch Dennis Dorn sieht die von ihm maßgeblich entwickelte Technik auf einem guten Weg: „Wir haben einen Fuß in der Tür“, sagt er und hofft, dass die bislang lediglich zu Testzwecken eingesetzten Detektionssysteme bald möglichst vielen Fahrern helfen können.

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