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Pandemie und schlechtes Wetter: Besucherzahlen im Freibad brechen ein

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Von: Dirk Grein

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Lediglich 12 426 Besucher kamen 2021 ins Herscheider Freibad – normalerweise sind es im Durchschnitt 40 000 bis 50 000.
Lediglich 12 426 Besucher kamen 2021 ins Herscheider Freibad – normalerweise sind es im Durchschnitt 40 000 bis 50 000. © Archivbild: Grein

Pandemie und Verzögerungen bei der weiteren Sanierung sollen den Freibadbetrieb nicht beeinträchtigen. Die Gemeindeverwaltung plant – Stand jetzt – eine normale Saison ohne Einschränkungen wie Blocköffnungszeiten. Falls die Witterung mitspielt, soll die Eröffnung Anfang Mai erfolgen.

Herscheid - Ursprünglich war geplant, Eingangsbereich und Kassenhäuschen während der Vorbereitung im Frühjahr erneuern zu lassen. Eine entsprechende Baugenehmigung lag bereits vor, doch bedingt durch planerische Ergänzungen ergaben sich Verzögerungen. Bürgermeister Uwe Schmalenbach berichtete im Sportausschuss, dass die Verwaltung weiter auf notwendige Architekturplanungen warte. Ein Baubeginn sei zwar für dieses Jahr geplant, aber in jedem Fall „so, dass der Badbetrieb nicht beeinträchtigt wird“, betonte der Bürgermeister.

Auf Nachfrage bestätigte er in diesem Zusammenhang, dass trotz der Einkleidung des Schwimmerbereichs mit einem Edelstahlbecken auch in der letzten Saison Wasserverluste aufgetreten seien. „Möglicherweise sind Leitungen nicht richtig abgedichtet“, vermutete Schmalenbach. Daher sollen vor der Saison alle wasserführenden Rohre auf ihre Dichtigkeit geprüft werden.

Die erwähnte Saisonvorbereitung bestreitet das Freibadpersonal zu zweit; während der Saison gibt es dann weitere Verstärkung in Form einer zusätzlichen halben Stelle. Dies ermöglicht eine Kooperation mit dem Bäderbetrieb Lüdenscheid, die letzte Saison erprobt und unbedingt fortgesetzt werden soll.

Zu dritt (zweieinhalb Stellen) den Dienst aufgeteilt: In der letzten Saison half Saunameister Carsten Hempler (links) den beiden Herscheider Schwimmmeistern Adelheid Schreiber und Reiner Wittkamp.
Zu dritt (zweieinhalb Stellen) den Dienst aufgeteilt: In der letzten Saison half Saunameister Carsten Hempler (links) den beiden Herscheider Schwimmmeistern Adelheid Schreiber und Reiner Wittkamp. © Archivfoto: Grein

Zurzeit ist Adelheid Schreiber – seit letztem Jahr Schwimmmeisterin in Herscheid – noch bis Ende März in Lüdenscheid tätig. Damit gleicht sie die Arbeitsstunden aus, die Carsten Hempler – Saunameister aus dem Saunadorf Lüdenscheid – in der letzten Freibadsaison in Herscheid geleistet hatte.

Dort erlebte Hempler gemeinsam mit seinen Kollegen Adelheid Schreiber und Reiner Wittkamp eine vergleichsweise ruhige Saison. Diese begann wegen Verzögerungen beim Beckenumbau erst am 1. Juli. Bedingt durch die Pandemie und das wechselhafte Wetter kamen lediglich 12 426 Besucher – ein Tiefstwert, wie Bauamtsmitarbeiter Jan Koopmann im Sportausschuss erzählte. Er nannte Vergleichswerte: Im Durchschnitt kommen 40 000 bis 50 000 Besucher ins Freibad; im ersten Coronajahr 2020 seien es immerhin noch 15 780 gewesen.

Kein Zuschlag für Auswärtige im Freibad

Bemerkenswerte Zahlen präsentierte Jan Koopmann im Sportausschuss hinsichtlich der Besucherauswertung. Beim Kauf einer Tageskarte an der Kasse wurden die Schwimmer nach ihrem Wohnort befragt. Weniger als die Hälfte (46 Prozent) gaben dabei Herscheid an. Fast genauso viele Schwimmer stammten aus den Nachbarstädten Plettenberg (25 Prozent) und Lüdenscheid (14 Prozent). Eher gering war der Anteil der Werdohler, Attendorner (jeweils zwei Prozent) und Meinerzhagener (ein Prozent). Nicht nur Wolfgang Vöpel (SPD) fand, dass der Anteil der Herscheider Nutzer im Vergleich recht gering sei. Peter Gust (CDU) fragte an, ob es generell erlaubt sei, regional unterschiedliche Eintrittspreise zu erheben. Eine Frage, die Bürgermeister Uwe Schmalenbach verneinte: „Öffentliche Einrichtungen dürfen keinen Zuschlag für auswärtige Besucher erheben.“ Dies sei bei privat betriebenen Bädern anders. Schmalenbach gab zu bedenken, dass bei der Besucherauswertung lediglich die Tageskartenkäufe betrachtet werden und keine Dauer- oder Jahreskarten, die hauptsächlich von Herscheidern erworben werden.

Dieser niedrige Besuch spiegelt sich in den Eintrittsgeldern wider: Diese brachten 25 234 Euro ein und waren 2020 (27 471 Euro) bereits auf einem niedrigen Niveau. Im Durchschnitts-Jahr 2019 waren es 90 153 Euro.

Koopmann gab in diesem Zusammenhang zwei Dinge zu bedenken: Zum einen seien die Eintrittspreise nach der Sanierung vor Saisonbeginn 2021 moderat angehoben worden. Andererseits seien wegen des späten Saisonstarts die Jahres- und Dauerkarten von der Gemeinde stark rabattiert worden.

Anhand der Nutzung der Dauerkarten lasse sich im Übrigen ablesen, dass der letzte Sommer durchwachsen gewesen sei, ergänzte Koopmann. So betrug die durchschnittliche Nutzung dieser Karte 24 Besuche pro Person. Im Jahr 2020 waren es noch durchschnittlich 38 Badbesuche pro Dauerkarten-Besitzer gewesen.

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