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Osterfeuer wieder erlaubt: Das sind die Regeln

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Von: Ines Engelmann, Dirk Grein

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Der Flammentanz der Osterfeuer lockte zuletzt im Frühjahr 2019 die Besucher an. Insgesamt waren damals in den Herscheider Ortsteilen 19 Brauchtumsfeuer angemeldet worden.
Der Flammentanz der Osterfeuer lockte zuletzt im Frühjahr 2019 die Besucher an. Insgesamt waren damals in den Herscheider Ortsteilen 19 Brauchtumsfeuer angemeldet worden. © Archivfoto: Simone Rein

Die Osterferien stehen kurz bevor und damit auch die beliebten Osterfeuer, die den Frühling einläuten sollen. Aufgrund der Pandemie mussten diese Brauchtumsfeuer in den letzten beiden Jahren in Herscheid abgesagt werden. In diesem Jahr sollen sie endlich wieder stattfinden.

Herscheid - „Es haben sich schon ein paar gemeldet, die Interesse an einem Osterfeuer haben. Denen haben wir bereits Anträge zugeschickt“, erklärt Benjamin Hasemann vom Ordnungsamt. Um wen es sich genau handelt, wollte er nicht sagen, solange die Anträge nicht zurückgeschickt wurden. „Aber es sind einige dabei, die regelmäßig eins machen“, verrät Hasemann dann doch.

Einige Herscheider Osterfeuer haben sich im Laufe der Jahre zu Publikumsmagneten entwickelt und sind sicherlich vielen Herscheidern in Erinnerung geblieben. Eine dieser besonderen Veranstaltungen war beispielsweise das Osterfeuer der DLRG, das auf den – damals noch unbebauten – Wiesen in der Schmachtekorste stattfand. Ein weiteres war das Osterfeuer in Hüinghausen am Bahndamm, wo sich immer zahlreiche Besucher zu gemütlichen Stunden getroffen haben. Beide Veranstaltungen finden bereits seit vielen Jahren nicht mehr statt.

Für das größte Feuer fehlt das Material

Welche Brauchtumsfeuer in diesem Jahr brennen werden, gilt abzuwarten. So viel steht aber bereits jetzt fest: Das ansonsten größte Feuer der Gemeinde in Reblin kann nicht angezündet werden. Dorthin hatte sonst stets die Jugendfeuerwehr eingeladen. Doch diese verzichtet aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin auf Treffen in Präsenz – dies betraf auch die Sammlung der ausrangierten Weihnachtsbäume im Januar. Daher fehlt dem Wehr-Nachwuchs schlichtweg das brennbare Material. „Wir hoffen auf das Jahr 2023“, sagt Betreuer Bastian Fürst.

Wer ein Osterfeuer veranstalten möchte, der muss einiges mehr beachten, als nur die Genehmigung durch das Ordnungsamt. „Die Regeln bleiben die gleichen. Orts- oder Glaubensgemeinschaften können einen Antrag stellen“, erklärt Hasemann.

Was darf verbrannt werden und was nicht? Das Ministerium setzt klare Regeln

Osterfeuer können wieder stattfinden – darauf macht das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) aufmerksam. „Zwar ist immissionsschutzrechtlich das Verbrennen und Abbrennen von Gegenständen im Freien grundsätzlich untersagt, soweit dadurch die Nachbarschaft oder Allgemeinheit gefährdet oder erheblich belästigt werden.“ Aber: Das Landrecht räume den Gemeinden die Möglichkeit ein, Ausnahmen etwa für Osterfeuer als sogenannte Brauchtumsfeuer zu erlassen – wie auch in Herscheid. Das Land betont: Die Feuer dürfen nicht zur Abfallbeseitigung missbraucht werden. Lackiertes oder behandeltes Holz sind als Brennmaterial genauso tabu wie Sperrmüll, Altreifen oder Kunststoff. „Abgebrannt werden darf naturbelassenes Holz sowie von Blättern befreiter Baum- und Strauchschnitt. Dabei sollte das Holz möglichst trocken sein.“ Damit würden Umwelt und Anwohner so wenig wie möglich durch Verbrennungsprodukte wie Feinstaub und Kohlenmonoxid belastet.

Einzelpersonen sei es nicht gestattet, ein Osterfeuer zu machen. Denn das Feuer gilt als Brauchtumsfeuer und muss deshalb – so erklärt es Hasemann – für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Anträge können noch bis eine Woche vor dem eigentlichen Feuer – also bis zum 10. April – beantragt werden.

Friedlin, Elsen, Rärin, Wellin, Bubbecke: Im Jahr 2019, als Corona noch kein Thema war, gab es in der Gemeinde insgesamt 19 angemeldete Osterfeuer. „Wir rechnen in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen“, zeigt sich Hasemann optimistisch.

Kontakt: Anträge für das Osterfeuer können an das hiesige Ordnungsamt per E-Mail an hasemann@herscheid.de oder unter der Rufnummer 0 23 57 /90 93 33 angefordert werden.

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