Organisatoren der Motorrad-Demo ziehen positives Fazit / Anwalt eingeschaltet

Kommt das Zeichen zu spät?

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Mit einem solch großen Andrang hatten die Organisatoren nicht gerechnet; die Kapazitäten auf dem Parkplatz in Reblin waren rasch erschöpft. Die Polizei ordnete daher das Parken auf der Gemeindestraße zwischen Landstraße 707 und Parkplatz an.

Herscheid - Sie kamen aus dem Rheinland, aus Hessen, aus dem Bergischen Land, aber auch zu einem Großteil aus dem Märkischen Sauerland: 1 800 Demonstrations-Teilnehmer zeigten am Sonntag eindrucksvoll, dass sie die Sperrung der Nordhelle für Motorräder nicht einfach so hinnehmen wollen.

Weit vor Eintreffen des großen Hauptfeldes hatten sich über 150 Motorräder auf dem Parkplatz in Reblin eingefunden. Dorthin hatte der Bund der Motorradfahrer eingeladen, um ein Zeichen gegen die Streckensperrung zu setzen. Die große Anzahl an Demonstranten beweist, wie reizvoll die Strecke für Motorradfahrer zu sein scheint. 

Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung oder der Kommunalpolitik suchte man bei der Kundgebung übrigens vergeblich. Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der sich im letzten Jahr vehement für die Streckensperrung eingesetzt hatte, zählte zumindest zu den Schaulustigen, die am Sonntagmittag an der Herscheider Umgehungsstraße auf die Fahrzeugkolonne wartete, letztlich jedoch vergeblich (wie berichtet wurde der Streckenverlauf kurzfristig geändert). 

Die Bilder zur Motorrad-Demo an der Nordhelle mit über 1800 Teilnehmern

Zur Kundgebung nach Reblin war Schmalenbach nicht gefahren, auch weil er einen privaten Termin wahrnehmen musste. Der Bürgermeister äußerte Verständnis für die Reaktion der Motorradfahrer – wenngleich diese, seiner Meinung nach, zu spät zum Ausdruck gebracht worden ist. Er habe einen solchen Denkzettel für die „schwarzen Schafe“ unter den Bikern, die mit ihrem riskanten Fahrverhalten letztlich die Sperrung verursacht haben, bisher vermisst. 

Weitere Fotos von der Motorrad-Demo an der Nordhelle

Schmalenbach erinnerte daran, dass das Thema Nordhelle seit nunmehr fünf Jahren öffentlich diskutiert wird. Aufgrund der Beschwerden der Bevölkerung wegen der Lärmbelästigung und der hohen Unfallzahlen habe es zahlreiche Treffen am runden Tisch gegeben. Auch im Beisein des Bundes der Motorradfahrer seien viele Maßnahmen besprochen und einige umgesetzt worden. „Die Situation hat sich aber permanent verschlechtert“, bedauert Schmalenbach. 

Zu der Streckensperrung gebe es keine Alternative, meint der Bürgermeister. Ob diese einer juristischen Prüfung standhält, bleibt abzuwarten. Der Bund der Motorradfahrer hat einen Anwalt eingeschaltet, der beim Verwaltungsgericht Arnsberg gegen die vom Märkischen Kreis verhängte Sperrung vorgehen möchte. Bislang sei aber noch kein Schreiben eingegangen, berichtete gestern Morgen die Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht, Silke Camen. 

Mit einer raschen Entscheidung ist daher nicht zu rechnen. Die Sperrung für Motorradfahrer bleibt somit (vorerst) gültig. Die direkte Aufhebung sei ohnehin nicht das Ziel am Sonntag gewesen: „Es ging uns darum, ein deutliches Zeichen zu setzen und unsere Ansicht deutlich zu machen, dass man sich die Mühe machen muss, um Lösungen zu finden“, betonte der Vorsitzende des Bundes der Motorradfahrer, Michael Lenzen. 

Von der Resonanz waren er und das gesamte Organisations-Team überwältigt. „Das ist wirklich fantastisch. Mit so vielen Teilnehmern haben wir nicht gerechnet. Das erfreut uns natürlich und zeigt, welch großen Rückhalt wir mit unserem Protest bei den Motorradfahrern haben.“ 

Lenzens Kollege vom Motorradfahrer-Bund, Michael Wilczynski sah das ähnlich: „Ich bin begeistert, so viele Motorradfahrer hier zu sehen. Das zeigt, dass uns allen hier die Sperrungen für Motorradfahrer nicht egal sind.“ Seinen Dank richtete Wilczynski nicht nur an die Demo-Teilnehmer, sondern auch an die Polizei, „die uns toll hierher begleitet hat“. 

Zum Ende seiner Rede erinnerte Wilczynski die Anwesenden eindrücklich: „Wenn ihr nach Hause fahrt, dann nicht über die Nordhelle.“ Dort hatte sich am Sonntagnachmittag auch die Polizei postiert, um zu kontrollieren, ob die Streckensperrung eingehalten wird. Das Ergebnis war erfreulich: Kein Motorradfahrer musste herausgefischt werden.

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