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Ohne Maske im Klassenraum: Ankündigung sorgt für Verunsicherung

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Von: Dirk Grein

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Neben Stiften, Heften und Büchern zählte die Maske in den letzten Monaten zur Grundausrüstung der heimischen Grundschüler. Das soll sich auf Wunsch der Landesregierung bald ändern.
Neben Stiften, Heften und Büchern zählte die Maske in den letzten Monaten zur Grundausrüstung der heimischen Grundschüler. Das soll sich auf Wunsch der Landesregierung bald ändern. © Foto: Grein

Der von den Lehrern der Grundschule Rahlenberg befürchtete Fall ist eingetroffen: Direkt nach den Herbstferien ist ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vor diesem Hintergrund wächst die Verunsicherung an der Schule, denn die Landesregierung plant, ab dem 2. November die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben.

Herscheid - Anfang Oktober hatte Schulministerin Yvonne Gebauer weitere Schritte hin zu mehr Normalität in den Schulen angekündigt. Basierend auf einer zunehmenden Impfquote bei Schülern, Lehrkräften und schulischem Personal sollen die Kinder an ihren Sitzplätzen im Klassenraum keinen Mundschutz mehr tragen müssen. Diese geplante Veränderung ließ die Landesregierung vor drei Wochen verlautbaren, doch eine Verordnung mit konkreten Handlungsvorgaben lag den Schulen drei Tage nach den Herbstferien noch nicht vor.

„Wir wissen daher noch nicht, wie es weitergehen soll“, gesteht Heike Zilinski. Die Rektorin der Grundschule Rahlenberg und ihre Kollegen hatten direkt bei der ersten Dienstbesprechung nach den Ferien darüber diskutiert, wie der Unterricht ohne Maske aussehen könnte. Eine exemplarische Frage, die im Raum steht: Muss nun die Sitzordnung verändert werden, damit die Kinder Mindestabstände zueinander einhalten können? Dies würde am Rahlenberg zu Platzproblemen führen, denn bei vollbesetzten Klassen fehlt dafür schlichtweg die erforderliche Fläche.

Grundsätzlich stufe sie die Abschaffung der Maskenpflicht als Erleichterung für die Kinder ein. Das Sprechen allgemein, aber auch das Lesen von Mimik, das Erkennen von Emotionen – all das sei ohne Mundschutz einfacher für die Schüler. „Wir hätten uns aber alle gewünscht, dass diese Veränderung mit größerem zeitlichen Abstand zu den Herbstferien eintrifft“, sagt Heike Zilinski.

Schule informiert Eltern per Email: Das ändert sich ab dem 2. November

Unser Gespräch mit Rektorin Heike Zilinski führten wir am Mittwoch, 27. Oktober. Zu diesem Zeitpunkt lagen ihr noch keine Anweisungen zur Kippung der Maskenpflicht vor. Dies hat sich inzwischen geändert: Am Freitag, 29. Oktober, konnte Heike Zilinski die Eltern per Email über das weitere Vorgehen informieren. Wie erwartet ist ab dem 2. November das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen für Schüler keine Pflicht mehr, solange sie in Klassenräumen auf festen Sitzplätzen sitzen. Dies gilt auch bei der Betreuung im Rahmen von Ganztags- und Betreuungsangeboten, wenn die Kinder an einem festen Platz sitzen. Das Tragen von Masken auf freiwilliger Basis sei weiterhin zulässig. Befinden sich die Schüler nicht an einem festen Sitzplatz, suchen sie ihn auf oder verlassen sie ihn, besteht weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Maske. Im Außenbereich der Schule bestehe auch weiterhin für alle Personen keine Maskenpflicht.

Denn: In den unterrichtsfreien zwei Wochen entfiel die regelmäßige Testung der Schüler in den Klassenräumen. Daher wurden am Montag alle 237 Kinder in ihren Klassenverbänden anonym auf das Coronavirus getestet. Diese Vorgabe galt übrigens für alle Schulen in Nordrhein-Westfalen; entsprechend groß war die Beanspruchung der Labore.

Die Auswertung verzögerte sich: Am Dienstagmorgen erhielt die Schule die Nachricht, dass die Pool-Testung einer Klasse positiv war. Daher kontaktierte die Schule umgehend die Eltern der betreffenden Klasse: Die Kinder mussten daheim erneut PCR-Tests machen; diese wurden noch am selben Vormittag in ein Labor geschickt.

Nach telefonischer Nachfrage konnte Heike Zilinski am Mittwochvormittag im Labor in Erfahrung bringen, welcher Schüler betroffen ist und somit in Quarantäne verbleiben muss. Seine Mitschüler hingegen, die negativ getestet worden sind, konnten wieder am Unterricht teilnehmen. Eine schulische Quarantäne von Gruppen oder Klassen – wie noch zu Beginn der Pandemie – gebe es nicht mehr, erklärt Heike Zilinski die zurzeit gültigen Vorgaben.

Zwar war dies nicht der erste Fall einer positiven Pool-Testung an der Grundschule Rahlenberg. Die Rektorin betont jedoch, dass die Infizierungen bislang stets im außerschulischen Bereich stattgefunden haben, eine Ansteckung in den Klassen habe es nicht gegeben. „Das System Schule war nicht betroffen“, so Heike Zilinski.

Zugleich gibt sie zu bedenken, dass bislang im Unterricht ja auch die Maskenpflicht galt. Wie sich das Infektionsgeschehen verändern wird, sobald diese außer Kraft gesetzt wird, das vermag sie nicht einzuschätzen.

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