1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Zwei Gemeinden, ein Gottesdienst: Ökumene wächst zusammen

Erstellt:

Von: Dirk Grein

Kommentare

Zwei, die auf Anhieb gut miteinander harmonieren: Pfarrer Bodo Meier (links) und der Pfarrbeaufragte Thomas Bartz, hier bei der Einschulungsfeier am Rahlenberg.
Zwei, die auf Anhieb gut miteinander harmonieren: Pfarrer Bodo Meier (links) und der Pfarrbeaufragte Thomas Bartz, hier bei der Einschulungsfeier am Rahlenberg. © grein

Familiengottesdienst wird von beiden Kirchengemeinden gefeiert und geplant

Herscheid – Bemerkenswertes Zeichen passend zum dritten Advent: Die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde geben mit dem Familiengottesdienst am Sonntag, 11. Dezember, den Startschuss für eine intensivere oekumenische Zusammenarbeit in Herscheid.

Die Fronleichnamsprozessionen durchs Dorf, die gegenseitigen Besuche der Frauengruppen, der zwischenzeitliche Umzug des Luther-Cafés in das Cyriakusheim – bereits in der Vergangenheit gab es viele Berührungspunkte der beiden großen Kirchengemeinden vor Ort. Besagter Familiengottesdienst markiert einen weiteren Schritt, der über die bloße Annäherung hinausgeht. „Da wächst Oekumene neu zusammen“, meint der Evangelische Gemeindepfarrer Bodo Meier.

Interkonfessioneller Neuanfang

Auslöser dafür sind zwei wesentliche Entwicklungen: Zum einen sorgte die Corona-Pandemie für eine Zensur: Viele Kirchenangebote mussten vorerst eingestellt werden. Auch Familiengottesdienste konnten vorerst nicht gefeiert werden. Diese Phase des Übergangs nutzte die Kirchengemeinde, um neue Helfer zu suchen, die sich um die Organisation dieser kindgerechten Form des Gottesdienstes kümmern.

Ein kleines Team hat sich inzwischen zusammengefunden. Nach der Gestaltung eines Open-Air-Gottesdienstes im Sommer auf der Wiese am Martin-Luther-Haus folgt nun der erste Familiengottesdienst in der Apostelkirche seit langer Zeit. Dieser wird maßgeblich von Laura und Thomas Bartz mit vorbereitet – der Gemeindereferentin und dem Pfarrbeauftragten der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius Plettenberg-Herscheid. „Wenn schon ein Neuanfang, dann auch bitte interkonfessionell“, sagt Bodo Meier.

Winterliche Kirchenschließung vorerst vom Tisch

Absenken der Raumtemperaturen und genauere Planung von benötigter Wärme für die feststehenden Termine: Dies sind zwei kleinere Energiesparmaßnahmen, die die Evangelische Kirchengemeinde für das Martin-Luther-Haus ergreift. Die Planungen für die bereits begonnene kalte Jahreszeit seien jedoch noch nicht final abgeschlossen, erklärt Pfarrer Bodo Meier. Vorerst Abstand genommen habe die Gemeinde von dem Gedanken, die Apostelkirche im Winter gänzlich zu schließen und sämtliche Gottesdienste ins Luther-Haus zu verlegen. „Wir schauen nun, mit wie wenig der alten, nicht mehr steuerbaren Heizung wir in der Kirche auskommen“, erklärt Meier.

Er hatte bei ersten Gesprächen mit dem Ehepaar Bartz rasch gemerkt, dass es ähnliche Ansichten und Vorstellungen einer möglichen Zusammenarbeit gibt. Diese könne sich beispielsweise auch auf die Jugendarbeit beziehen. Auch die Durchführungen oekuemischer Bibeltage oder -wochen sei denkbar. Dies seien zunächst noch Überlegungen, betont Pfarrer Meier, dass es dafür weitere Vorbereitung benötigt.

Zunächst gilt die Konzentration dem Familiengottesdienst am Sonntag: Dieser steht unter dem Motto „Das Geheimnis der Taufe“. Passend dazu werden zwei Kinder getauft. „Das ist ein starkes Zeichen – beide großen Kirchengemeinden aus Herscheid feiern gemeinsam einen Taufgottesdienst“, hebt Bodo Meier hervor.

Weitere Bestandteile des Familiengottesdienstes, der um 11 Uhr in der Apostelkirche beginnt, sind modernes sowie kindgerechtes Liedgut, einfache Liturgie sowie eine Aktion zum Mitmachen für die Kinder. Eine klassische Sonntagspredigt wird es nicht geben.

Auch interessant

Kommentare