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ÖDP-Kreisverband nimmt Stellung zu Parteiaustritt von Julien Eichhoff

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Von: Dirk Grein

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Im Mai 2020 starten diese beiden den ÖDP-Kommunalwahlkampf für Herscheid. Während Ina Heift (rechts) weiter für die ÖDP als sachkundige Bürgerin im Bauausschuss sitzt, ist Julien Eichhoff (links) aus der Partei ausgetreten und somit nun parteiloser Ratsherr.
Im Mai 2020 starten diese beiden den ÖDP-Kommunalwahlkampf für Herscheid. Während Ina Heift (rechts) weiter für die ÖDP als sachkundige Bürgerin im Bauausschuss sitzt, ist Julien Eichhoff (links) aus der Partei ausgetreten und somit nun parteiloser Ratsherr. © Archivfoto: ÖDP

Mit Bedauern reagiert der ÖDP-Kreisverband Märkischer Kreis auf den Entschluss des Herscheiders Julien Eichhoff, der die Ökologisch-Demokratische Partei verlassen hat und sein Ratsmandat in Herscheid fortan parteilos ausführen will. Zugleich nimmt der Kreisverband Stellung zu den Gründen Eichhoffs und der Berichterstattung darüber in unserer Zeitung.

Herscheid - Die sich gehäuft habenden Fehltritte von ÖDP-Mitgliedern auf Landes- und Bundesebene seien einer der ausschlaggebenden Punkte für seinen Rücktritt gewesen, hatte Eichhoff erzählt. Exemplarisch nannte er eine Corona-Demonstration in Bayern, bei der ein ÖDP-Mitglied mit einem AfD-Vertreter in Erscheinung getreten war. Hier hätte sich der Herscheider eine klare Positionierung der Partei und eine Abgrenzung nach rechts gewünscht.

In diesem Zusammenhang schreibt der Kreisverband, dass er keinen Einfluss auf das Fehlverhalten einzelner Parteimitglieder im Bundesgebiet habe. Aber: „Die ÖDP grenzt sich entschieden von jeglichem Rassismus und Antisemitismus ab.“ Dies sei auch dem Rechtsabgrenzungsbeschluss der ÖDP von 1989 und der Absage an Querdenker von 2021 zu entnehmen; beides sei auf der Internetseite des Kreisverbandes nachzulesen. „Mit der ÖDP gibt es keinen Millimeter nach rechts“, schreibt uns der Kreisverband.

Dieser nimmt zudem Stellung zu einem weiteren Punkt: So hatte sich Julien Eichhoff irritiert gezeigt über die Haltung der Partei zur bedingungslosen Abtreibung. Der Kreisverband interpretiert diese Formulierung als Unterstellung, dass die ÖDP Abtreibung bedingungslos befürworte. Das sei jedoch nicht richtig: „In der ÖDP gibt es keine Haltung zur bedingungslosen Abtreibung – gar, dass die ÖDP eine solche befürworte. Eine solche Unterstellung weisen wir entschieden zurück, sie ist absurd.“ Stattdessen stehe die Partei „für umfassenden Lebensschutz, den Schutz ungeborenen Lebens“.

Abschließend schreibt der Kreisverband: „Julien Eichhoff mag seinem subjektiven Empfinden nach enttäuscht und irritiert sein. Objektiv ist die Sachlage jedoch absolut entgegengesetzt. Wir bedauern sehr, dass sich sein Empfinden und seine Irritation auf unseren Kreisverband in dieser Weise auswirkt. Dennoch: Wir wünschen Julien Eichhoff alles Gute und weiterhin viel Erfolg mit seiner Herscheider Ratsarbeit.

So hatte Julien Eichhoff seinen Parteiaustritt begründet.

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