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„Nicht in Vergessenheit geraten“: Was wird nun aus dem alten Presswerk?

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Von: Dirk Grein

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Noch sind zwar keine Veränderungen auf dem einstigen Presswerkgelände an der Hohle Straße zu erkennen. Doch im Hintergrund führt der neue Besitzer – das GWU Plettenberg – intensive Architektengespräche.
Noch sind zwar keine Veränderungen auf dem einstigen Presswerkgelände an der Hohle Straße zu erkennen. Doch im Hintergrund führt der neue Besitzer – das GWU Plettenberg – intensive Architektengespräche. © Grein, Dirk

 Stillstand auf dem ehemaligen Presswerkgelände: Diese Nachricht war in den letzten Jahren vielfach zu lesen. Doch jetzt ist klar, wie es weietergeht.

Herscheid - Waren die Umstände in der Vergangenheit oftmals dubios und nicht nachvollziehbar, liegen die Gründe für den derzeitigen Zustand auf der Hand: Die explodierenden Kosten im Baubereich und die allgemeine Unsicherheit im wirtschaftlichen Bereich, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine beeinflussen den Planungsprozess.

Rückblick

Im Jahr 2009 meldete die Firma Jordan & Schulte (vormals Presswerk) Insolvenz an. Für das Werksgelände an zentraler Stelle in Herscheids Ortsmitte – direkt an der viel befahrenen Landstraße 561 gelegen – begann damit der Zerfall. Bürogebäude und Firmenhallen verwahrlosten, oft berichteten Nachbarn von ungebetenen nächtlichen Besuchern.

Bei einer Zwangsversteigerung im Januar 2015 sicherte sich ein Privatmann aus Rheinland-Pfalz den Zuschlag. Besserung sollte damit an der Hohle Straße allerdings nicht einkehren. Die konkreten Nutzungspläne des Mannes waren nicht erkennbar: Einen Teil der Hallen vermietete er an Autoschrauber, andere Firmenteile blieben unbeachtet.

Der Zustand des Areals verschlechterte sich: Nachbarn berichteten von Ungeziefer, das durch Müllablagerungen angelockt wurde, und nächtlichem Lärm durch Arbeiten in den Hallen.

Ist-Zustand

Im Mai 2019 dann die Wende: Die Gemeinde Herscheid verkündete, dass eine vertragliche Vereinbarung mit dem Besitzer geschlossen wurde. Diese beinhaltete, dass sich der Eigentümer um den Rückbau kümmern sollte – danach wollte das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) Plettenberg das Gelände für eine Nachnutzung erwerben.

Besagter Rückbau verlief nicht nach Plan: Mehrere vom Eigentümer beauftragte Firmen strichen zwischenzeitlich die Segel. Immer wieder traten Phasen des Stillstandes auf.

Im September 2021 wurde nach zähen Verhandlungen ein zusätzlicher Vertrag unterzeichnet: Das GWU erklärte sich bereit, die weiteren Räumarbeiten zu koordinieren und das Areal zu überplanen. Kurz darauf rollten Bagger an, die das Gelände bis Jahresende dem Erdboden gleichmachten. Passend zum Advent wurde ein Weichnachtsbaum auf dem erstmals seit langer Zeit aufgeräumten Gelände aufgestellt.

Blick nach vorne

Seither hat sich an der Hohle Straße auf den ersten Blick wenig geändert. Die Gespräche im Hintergrund mit Architekten laufen allerdings, versichert GWU-Geschäftsführer Steve Baltot. So existieren bereits erste Entwürfe, was am Standort Hohle Straße entstehen könnte.

Planung und Bebauung seien, auch aufgrund der vielen Unsicherheiten im Bausektor, ein intensives Thema. Daher geht der Geschäftsführer von einem längeren Entscheidungsprozess aus. Er betont: Nicht die Frage, ob das Gelände bebaut wird, sondern zu welchem Zeitpunkt stehe offen. Dabei spielen unter anderem die zu erwartenden Kosten eine wichtige Rolle.

Nachfragen gehen derweil unverändert beim GWU ein – sowohl von Personen, die Eigentumswohnungen kaufen wollen, aber auch von Interessenten an Mietwohnungen. Die Wünsche werden festgehalten, versichert Baltot, dass nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das GWU starkes Interesse an der Fläche hat: „Das Projekt ist nicht in Vergessenheit geraten, wir bleiben am Ball.“

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