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Neues Leben in alten Räumen: Dorfladen feierlich eingeweiht

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Von: Simone Rein

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Markus Gumpricht und Carsten Engel (von links) überreichten dem Dorfladen-Team ein bequemes Geburtstagsgeschenk im Namen des Marketingvereins: einen rückenschonenenden Bürostuhl.
Markus Gumpricht und Carsten Engel (von links) überreichten dem Dorfladen-Team ein bequemes Geburtstagsgeschenk im Namen des Marketingvereins: einen rückenschonenenden Bürostuhl. © Simone Rein

Zehn Jahre besteht der Dorfladen Hüinghausen. Grund genug für eine Geburtstagsfeier mit offizieller Einweihung der neuen Räumlichkeiten – daraus wurde ein rundum gelungenes Sommerfest.

Herscheid - Viele treue Kunden und Gäste ließen es sich nicht nehmen, dem Team zu gratulieren. Natürlich gab es auch das eine oder andere Geschenk. Doch zuvor wurden die neuen und mit Waren gefüllten Einkaufsräume besichtigt, die nach Meinung aller Interessierten groß und hell erscheinen. Interessiert zeigten sich unter anderem Weinliebhaber, die im Regal für sie noch unbekannte Sorten entdeckten. Sehr beliebt und heiß begehrt war bei den Kindern das tiefgekühlte Eis.

Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft Wolfgang Vöpel blickte in seiner Rede auf die Anfänge des Dorfladens zurück: Es seien spannende, aufreibende Jahre gewesen. Kurz nach der Eröffnung kam es zum großen Knall, als der Geldautomat im Nachbarraum gesprengt wurde. „Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert, auch das Gebäude ist heil geblieben“, sagte Wolfgang Vöpel.

Der Dorfladen wurde im Verlauf der Jahre besser angenommen, doch ein durchschlagender wirtschaftlicher Erfolg stellte sich nicht ein. Vorstand und Aufsichtsrat standen oft vor der Frage, ob und wie das Projekt weiter betrieben werden kann. Ein Ansatz: Neben dem normalen Umsatz wurden durch Veranstaltungen weitere Einnahmen generiert. Und es fanden sich Sponsoren, dank derer sich schwarze Nullen auf dem Papier zeigten.

Besonders die Veranstaltungen trugen dazu bei, dass das Dorf lebenswerter und gemütlicher geworden ist. „Wir haben Gemeinschaftssinn wiederentwickeln können“, empfindet es der Aufsichtsratsvorsitzende. Doch vor zwei Jahren folgte Corona mit Einschränkungen. Das Leben änderte sich schlagartig. Dem Dorfladen schadete dieses jedoch nicht: Die Nachfrage nicht nur nach Toilettenpapier und Mehl war deutlich gestiegen und so vergrößerte sich auch der Kundenstamm.

Doch Zeiten ändern sich: Nach zehn Jahren verließ der Dorfladen seinen Standort und wechselte in die ehemalige Grundschule. „Heute ist ein schöner Tag für Hüinghausen. Und das beziehe ich nicht nur auf das Wetter“, griff Bürgermeister Uwe Schmalenbach diesen Gedanken in seiner Rede auf. Seit zehn Jahren können die Hüinghauser Einwohner wieder ihre Lebensmittel im Dorf kaufen und finden nun einen neuen Standort als wichtigen Treffpunkt.

Nahversorgung bedeute auch Lebensqualität. „Ich bin froh und glücklich, dass sich der Dorfladen nach anfänglichen Schwierigkeiten etabliert hat und die alten Räume in der Schule nun mit Leben füllt“, zeigte sich Uwe Schmalenbach erfreut über die Bereicherung.

Die Gemeinde Herscheid stellt gerne die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung und der Gemeinderat hat trotz finanzieller Schwierigkeiten auch Geld zur Renovierung zur Verfügung gestellt.

Im ländlichen Raum bestehe das Problem mangelnder Versorgung – das treibe viele Menschen um. Mit dieser Tatsache fand sich Hüinghausen nicht ab. „Das Angebot stimmt. Mehl und Öl gibt es hier reichlich“, wie Uwe Schmalenbach im Vorfeld bereits nachgesehen hatte. Er empfindet die neuen Räume einladend und attraktiver; im Namen der Gemeinde überreichte Schmalenbach ein Sauerländer Flachgeschenk.

Die Erwachsenen freuten sich über Kaffee und Kuchen, die Kinder über eine Hüpfburg.
Die Erwachsenen freuten sich über Kaffee und Kuchen, die Kinder über eine Hüpfburg. © Simone Rein

Auch der Marketingverein „Wir für Herscheid“ freut sich über Bewegung in Hüinghausen und überreichte, damit es im Dorfladen „geschmierter“ läuft, einen rückenschonenden Stuhl.

Im Anschluss stand die Geselligkeit im Mittelpunkt: Zur gegrillten Bratwurst wurden Salate gereicht, die im Freien, auf dem Schulhof oder in der einstigen Pausenhalle verzehrt werden konnten. Für die Tortenliebhaber gab es ebenfalls etwas für den hungrigen Magen.

Mit Saxophonklängen sorgte Musiklehrer Rainer Palmowski für die musikalische Unterhaltung. Aus organisatorischen Gründen musste auf ein umfangreicheres Rahmenprogramm verzichtet werden, was aber kaum jemandem der anwesenden Gäste auffiel.

Die Freude über das langjährige Bestehen unter freiem Himmel und sonnigem Wetter war größer als der Bedarf an Unterhaltung. Auf der angrenzenden Wiese neben dem Schulhof vertrieben sich die Kinder die Zeit auf einer Hüpfburg.

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