1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Neuer Schützen-Vorsitzender: „Werden verdammt harte Monate“

Erstellt:

Von: Nina Scholle

Kommentare

Ein Schützenfest wird es 2022 in Herscheid wegen des Hallenumbaus zwar nicht geben. Dennoch planen die Schützen für Anfang Juli ein Fest.
Ein Schützenfest wird es 2022 in Herscheid wegen des Hallenumbaus zwar nicht geben. Dennoch planen die Schützen für Anfang Juli ein Fest. © Archivfoto: Hüttebräucker

Der Schützenverein Herscheid hat einen neuen ersten Vorsitzenden: Volker Halbhuber wurde am Freitag im Zuge der Jahreshauptversammlung einstimmig von seinen Vereinskameraden in dieses Amt gewählt. Dieser stimmte die Schützen unter anderem auf ein weiteres Jahr ohne Schützenfest ein.

Herscheid - Halbhuber tritt damit in die Fußstapfen von Dirk Schöttler, der sich nach neun Jahren als erster Vorsitzender nicht zur Wiederwahl stellte. „Du hast dich zur Verfügung gestellt, als es dem Verein nicht so gut ging“, sagte Halbhuber zu seinem Vorgänger und dankte ihm für die geleistete Arbeit. An die versammelten Mitglieder gerichtet, betonte er, dass trotz Corona „die Flamme Schützenverein in Herscheid nicht erloschen“ sei. Aber: „Es werden verdammt harte Monate werden.“ Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen des Hallenumbaus. Hohe Priorität habe es, das Vereinsleben wieder in Gang zu bringen, so Halbhuber.

In diesem Zusammenhang sei es besonders bitter, dass es ein Schützenfest „leider auch in diesem Jahr nicht geben“ werde. Allerdings gebe es Überlegungen für eine „Art Schützenpicknick“. Die Krombacher Brauerei stellt für das theoretische Schützenfestwochenende (8. bis 10 Juli) Mai einen Bierwagen zur Verfügung; außerdem sei man in Verhandlungsgesprächen bezüglich der musikalischen Unterhaltung und auch ein Imbisswagen solle bereitgestellt werden. Die Möglichkeit eines Bürgervogelschießens würde ebenfalls zurzeit noch diskutiert.

Nach dem gut besuchten offiziellen ersten Spatenstich zum Hallenumbau vergangene Woche sei für den 7. Mai ein weiterer „Tag der offenen Halle“ geplant. Man wolle „allen Leute die Halle präsentieren: wie sie ist und wie sie wird“, sagte Halbhuber.

Volker Halbhuber (Mitte, schwarzes Sakko) wird dem Vorstand des Herscheider Schützenvereins künftig vorstehen.
Volker Halbhuber (Mitte, schwarzes Sakko) wird dem Vorstand des Herscheider Schützenvereins künftig vorstehen. © Nina Scholle

Der Umbruch sei inzwischen für alle sichtbar, so Halbhuber. Mehr als 2 000 Stunden hätten die Helfer investiert, um die Halle so vorzubereiten, dass die externen Arbeiten beginnen konnten. Durch die andauernde Corona-Situation und den Krieg in der Ukraine seien nun unvorhersehbare Hürden zu nehmen, erläuterte Halbhuber; Stichwort: Mangel an Bauteilen und Rohstoffen. Trotz der staatlichen Förderung appellierte er daher an die Vereinsmitglieder: „Kauft Bausteine für unsere Halle und unser Vereinsleben!“

Durch den Aufstieg Halbhubers vom zweiten zum ersten Vorsitzenden ergab sich ein vakanter Posten, der neu besetzt werden musste. Lars Cramer wurde vom Vorstand vorgeschlagen und einstimmig von der Versammlung zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Die weiteren (Vorstands-)Wahlen im Überblick: Jens Klüppelberg wurde als Schützenoberst wiedergewählt, genauso wie Marina Franke als stellvertretende Geschäftsführerin. Nicht zur Wiederwahl als Festwartin stellte sich Julia Rieger; dem Ausschuss bleibt sie allerdings erhalten. Ihren Posten übernimmt Raphael Gritschke. Als stellvertretende Festwartin wurde Marina Franke gewählt. Wiedergewählt wurden außerdem die stellvertretende Jugendwartin Heike Jäschke-Hohage sowie der Bogenschießwart Peter Krause. Andrea Knüppelberg wurde als Kassenprüferin gewählt.

Da zu den Delegiertenversammlungen des Westfälischen Schützenbundes zukünftig nur noch gewählte Delegierte geschickt werden dürfen, mussten auch hier zwei Personen gewählt werden. Die Mitglieder folgten dem Vorschlag des Vorstandes und wählten Volker Halbhuber und Nils Höllermann; als stellvertretende Delegierte wählten sie Maximilian Jockel und Heike Jäschke-Hohage.

Ehrungen für treue Mitgliedschaft und langjähriges Vorstandsengagement

Für fünfjährige Vorstandsarbeit erhielten die Ehrennadel in Bronze: Wolfgang Gräwe, Nils Höllermann und Peter Krause. Für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit wurden außerdem ausgezeichnet: Jochen Brinkmann, Jürgen Schade und Udo Thürmer (25 Jahre); Bernd Cramer, Reinhard Vedder und Rolf Werth (40 Jahre); Falko Plankemann (50 Jahre); Hans-Dieter Cordt, Günter Hoffmann und Arno Speier (70 Jahre). Zusätzlich wurden zwei Vereinsmitglieder aufgrund ihrer besonderen Verdienste für den Verein ausgezeichnet. Über das Verdienstkreuz in Bronze konnte sich Heike Jäschke-Hohage freuen. „Sie ist eines dieser Mitglieder, die immer da sind, wenn sie gebraucht werden“, sagte Nils Höllermann. „Vielen fällt manchmal überhaupt nicht auf, was sie hinter den Kulissen alles macht, als wäre es eine Selbstverständlichkeit.“ Das Verdienstkreuz in Silber wurde Volker Halbhuber verliehen. Halbhuber habe, so Höllermann, „in den letzten Jahren den Verein geprägt wie sonst fast keiner. Ohne ihn wäre der Schießsport nicht wieder so aufgeblüht, wie er es insbesondere vor der Pandemie ist. Aber vor allem wäre das Projekt Schützenhalle noch lange nicht so weit, wie es jetzt ist.“

Auch interessant

Kommentare