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Neuer Bürgerbus bietet viele Vorteile für Fahrgäste und Fahrer

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Von: Nina Scholle

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Fahrer- und Vorstandsteam des Bürgerbusvereins präsentierten das neue Fahrzeug auf dem Platz vor dem Bildungszentrum Rahlenberg.
Fahrer- und Vorstandsteam des Bürgerbusvereins präsentierten das neue Fahrzeug auf dem Platz vor dem Bildungszentrum Rahlenberg. © Nina Scholle

Bereits seit Anfang Juni ist der neue Bürgerbus in Herscheid unterwegs: Rund 2800 Kilometer hat er in den fünf Einsatzwochen schon zurückgelegt. Am Freitagnachmittag wurde er auch offiziell vorgestellt. Hierzu kamen zahlreiche Mitglieder des Vereins Bürgerbus Herscheid, Fahrerinnen und Fahrer, Vertreter der Gemeinde sowie Sponsoren zum Bildungszentrum Rahlenberg, um den neuen Bus genau unter die Lupe zu nehmen.

Herscheid - ür die Fahrgäste jetzt „deutlich angenehmer“, erzählte Reinhard Merkschien, Vorstandsmitglied des Bürgerbusvereins. Statt wie bisher durch die Beifahrertür einzusteigen und dabei drei Stufen überwinden zu müssen, bietet der neue Bus einen breiten seitlichen Einstieg mit nur einer Stufe.

Für Rollstuhlfahrer bietet der Bus eine integrierte, von Hand ausklappbare Rampe. Während der Fahrt kann der Rollstuhl mittels eines Festzurrgeschirrs gesichert werden. Ausgestattet ist der Bus mit acht Sitzplätzen für Fahrgäste und verfügt zudem über eine große Stellfläche für Rollatoren, Einkaufswagen oder eben einen Rollstuhl.

Die Fahrgäste seien „sehr angetan“ von dem neuen Bus, freute sich Merkschien – und auch die „Fahrer sind recht zufrieden damit“. Sie „entdecken immer wieder was Neues im Cockpit“, erzählte Merkschien, denn der Bus ist nach neuestem Stand der Technik ausgestattet. Rückfahrkamera und akustisches Warnsignal, Klimaanlage und Automatikgetriebe: die derzeit 15 Fahrer und zwei Fahrerinnen können sich über die Ausstattung nicht beklagen.

Während der Coronapandemie waren die Fahrgastzahlen zurückgegangen; inzwischen haben sie sich aber wieder stabilisiert. Man könne „zufrieden sein mit der Frequentierung des Busses“, so Merkschien.

Zu den Vorteilen des neuen Busses zählen der leichtere Einstieg für die Fahrgäste und die größere Stellfläche.
Zu den Vorteilen des neuen Busses zählen der leichtere Einstieg für die Fahrgäste und die größere Stellfläche. © Nina Scholle

Seit einem Jahr wird der Bürgerbus wieder als Schulbus genutzt: Bisher wurden acht Kinder aus Elsen auf diese Weise zur Grundschule Rahlenberg gebracht. Zwei von ihnen gehen nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule; ihren Platz im Bus werden dann zwei Grundschüler aus Danklin einnehmen. Der Fahrplan werde in den nächsten Wochen dahingehend geändert, erklärte Merkschien.

Seinen Dank richtete Merkschien an die Gemeinde, die „immer auf unserer Seite war“, genauso wie an den Bauhof, dessen Mitarbeiter ohne großes Fragen anpacken, wenn sich ein Problem ergibt. „Ohne die finanzielle Hilfe der Sponsoren ginge das überhaupt nicht“, sagte Merkschien; auch ihnen dankte er.

Und schließlich: „Was nützt ihnen der neuste Bus, wenn hinterm Steuer keiner sitzt, der ihn fährt?“ Die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer machten einen „tollen Job“ und investierten mehrere hundert Stunden ihrer Freizeit.

Vorerst kein E-Bus unterwegs auf den Straßen der Ebbegemeinde

Angetrieben wird auch der neue Bürgerbus mit Dieselkraftstoff. Der Preis eines Elektrobusses sei „indiskutabel“, erzählt Reinhard Merkschien. Zudem sei die Technik in diesem Bereich noch nicht ganz ausgereift. Aber wer weiß: Vielleicht wird der nächste Bürgerbus in sechs bis acht Jahren bereits vollelektrisch durch die Ebbegemeinde fahren. Bereits seit 2005 fährt ein Bürgerbus durchs Herscheids Straßen; inzwischen ist es schon das dritte Fahrzeug. Der Bus, der Anfang Juni mit einer Laufleistung von mehr als 264 000 Kilometern „in den Ruhestand geschickt“ wurde, war fast zehn Jahre im Einsatz gewesen. Tausende Fahrgäste seien in dieser Zeit befördert worden, berichtete Merkschien. Wie sorgfältig Fahrer und Gäste mit dem Bus umgegangen seien, zeige sich daran, dass er jedes Jahr anstandslos durch den Tüv gekommen sei, so Merkschien.

Es sei nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich einzusetzen, sagte Lothar Weber, der als Vertreter der Gemeinde anwesend war, und richtete ebenfalls Lob und Dank an die Fahrer.

Der Bürgerbusverein werde „alles tun, um das Angebot aufrecht zu erhalten“, versprach Reinhard Merkschien. Besonders für die älteren Bürger sei er eine Möglichkeit, am täglichen Leben teilzuhaben. Er hoffe, „das Angebot möglichst lange und möglichst unfallfrei aufrecht erhalten zu können“.

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