Herscheid war in puncto Urnenwand Vorreiter

Erweiterung der Kolumbarien auf dem Friedhof: 120 neue Urnenfächer

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Die Mitarbeiter der Firma Fuchs-Beton befestigen die ersten beiden Urnenwände auf dem Friedhof. 

Herscheid – Schweres Gerät auf und neben dem Friedhof: Das Aufstellen der neuen Kolumbarien stellte die ausführende Firma Fuchs-Beton anfänglich vor Probleme.

Aufgrund der beengten Verhältnisse konnten die Fahrzeuge nicht wie gewünscht in Stellung gebracht werden. Daher fuhren die Lastwagen mit schwerer Fracht auf den Gehweg unterhalb der Kapelle. 

Von dort aus konnten die Mitarbeiter mit dem eigenen Kran allerdings nicht alle der zehn Urnenwände auf die bereits gegossenen Fundamente umheben. Daher wurde für Freitag ein größerer Autokran geordert, mit dessen längerem Auslieger die restlichen Kolumbarien platziert werden sollen.

Insgesamt zehn dieser Urnenwände (Einzelgewicht vier Tonnen) sind für den hiesigen Friedhof angefertigt worden. Jede bietet Platz für zwölf Urnen; damit erhöht sich die Gesamtzahl der Urnenfächer um weitere 120. Diese Erweiterung scheint dringend notwendig zu sein. Denn von den bislang etwa 400 Urnenfächern waren nur noch wenige frei. 

Weil die Nachfrage ungebrochen groß ist, hat der Evangelische Friedhofverband Plettenberg-Lüdenscheid die neuen Kolumbarien in Auftrag gegeben. Diese sollten ursprünglich bereits im März aufgestellt werden. Doch aufgrund der allgemein hohen Nachfrage und Lieferschwierigkeiten verzögerte sich die Erweiterung. 

In puncto Urnenbestattung hat Herscheid übrigens kreisweit eine Art Vorreiterrolle eingenommen. Anfang der 1990er Jahre war der Wandel in der Bestattungskultur in der heimischen Region noch nicht absehbar. Friedhelm Weyland, seinerzeit Vorsitzender des Friedhofverbandes, musste daher reichlich Überzeugungsarbeit leisten, nachdem er von einer Herstellerfirma gefragt worden war, ob in Herscheid Kolumbarien gewünscht seien. 

„Die Skepsis war damals groß“, erinnert sich Weyland, der jedoch von der neuen Idee überzeugt war. Er ging das Wagnis ein und ließ die erste Urnenwand mit 27 Einzelfächern errichten. Nach nicht einmal sechs Wochen erfolgten die ersten Nutzungen. 

Das neue Angebot sprach sich schnell herum: Andere Kirchengemeinden besuchten den Herscheider Friedhof, um sich zu informieren. „Wir haben damals zahlreiche Anfragen von außerhalb erhalten, denen wir abgesagt haben, weil wir keinen Urnentourismus verursachen wollten“, sagt Weyland. 

Doch auch vor Ort stieß die Urnenbestattung auf wachsendes Interesse, weshalb über die Jahre immer wieder angebaut werden musste. Die mutige Entscheidung vor über 25 Jahren habe sich im Nachhinein als genau richtig erwiesen, kann Friedhelm Weyland erleichtert feststellen: „Inzwischen befinden sich rund um die Kapelle Kolumbarien.“ Und am heutigen Freitag kommen sogar noch ein paar neue hinzu.

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