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Nach Horst Lichter und Terra X: MME-Bahnhof dient erneut als Film-Kulisse

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Von: Dirk Grein

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Der dritte Film der Edutainment-Serie stellt Kaiser Wilhelm II. in den Mittelpunkt. Er beantwortet die Frage, welche Verbindung zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem Märkischen Sauerland besteht. Seit dem 21. Januar ist der Film – der zum Teil in den Waggons der MME entstand – in kompletter Länge im Internet zu sehen.
Der dritte Film der Edutainment-Serie stellt Kaiser Wilhelm II. in den Mittelpunkt. Er beantwortet die Frage, welche Verbindung zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem Märkischen Sauerland besteht. Seit dem 21. Januar ist der Film – der zum Teil in den Waggons der MME entstand – in kompletter Länge im Internet zu sehen. © Foto: Lange / Märkischer Kreis

„Kamera läuft“ – hieß es kürzlich in Hüinghausen. Zum wiederholten Mal diente der Bahnhof der Sauerländer Kleinbahn als Filmkulisse, diesmal für ein Projekt des Märkischen Kreises.

Herscheid - Dabei tauchte das Team ab in die Vergangenheit, in die Zeit des letzten deutschen Kaisers. „Unsere Statisten waren dementsprechend eingekleidet“, erzählt Udo Feldhaus, Vorsitzender der Märkischen Museumseisenbahn. Er sei stolz und froh zugleich, dass das Vereinsgelände für diesen Filmdreh ausgewählt wurde. Zum einen unterstreiche dies die Bedeutung der Eisenbahnkultur für die Kulturgeschichte. Andererseits seien derlei Produktionen in der Neuzeit eine Art Visitenkarte. „Solche Projekte sind gut für unseren Verein, aber auch für die gesamte Region“, betont Feldhaus.

Erinnerungen an fröhliche Drehs: Auch Fernsehkoch Horst Lichter weilte bereits in Hüinghausen zu Dreharbeiten.
Erinnerungen an fröhliche Drehs: Auch Fernsehkoch Horst Lichter weilte bereits in Hüinghausen zu Dreharbeiten. © Archivfoto: Rein

Ähnliche Erfahrungen habe die Kleinbahn bei ihren bisherigen Filmmitwirkungen erlebt, etwa für eine Kindersendung. In guter Erinnerung sei auch die Fahrt mit Fernsehkoch Horst Lichter gewesen, der sich nicht nur den Kindheitstraum, einmal Lokführer sein zu dürfen, erfüllte, sondern für einen TV-Beitrag auch Kartoffeln am Bahnhof schälte und eine kleine Grillparty feierte.

Einem großen Zuschauerkreis präsentierte sich die Kleinbahn durch einen „Auftritt“ in der bekannten ZDF-Wissenssendung Terra X. Dieser war der Geschichte der Industrialisierung gewidmet und die Eisenbahn in Form der Sauerländer Kleinbahn spielte dabei eine Hauptrolle. Nicht nur aus der Hüinghauser Bevölkerung und von einigen Fahrgästen, sondern auch von befreundeten Eisenbahnvereinen sei er auf diesen Beitrag angesprochen worden, erzählt Udo Feldhaus. Die durchweg positiven Rückmeldungen seien eine Bestätigung des geleisteten Engagements der Mitglieder.

Zentrale Kulisse der Dreharbeiten war der Bahnhof der Märkischen Museumseisenbahn in Hüinghausen. Die historischen Dampfloks rahmen die filmische Biographie.
Zentrale Kulisse der Dreharbeiten war der Bahnhof der Märkischen Museumseisenbahn in Hüinghausen. Die historischen Dampfloks rahmen die filmische Biographie. © Foto: Lange / Märkischer Kreis

Diese kommen genau zur richtigen Zeit: Die Pandemie setzte auch der Kleinbahn zu, brachte den Fahrbetrieb zwischenzeitlich ganz zum Erliegen und schmälerte die Fahrgastzahlen empfindlich. Die ausgefallenen Einnahmen schmerzten, geplante Projekte zur Attraktivitätssteigerung mussten zunächst zurückgestellt werden.

In 2022 möchte die Kleinbahn dann allerdings wieder richtig durchstarten. „Immerhin können wir unser 40-jähriges Bestehen feiern“, erzählt Feldhaus. Immer vorausgesetzt, die Coronalage lässt es zu, soll Ende Juli eine Jubiläumsveranstaltung mit allerlei Überraschungen ausgetragen werden. Zu viel zum Programm will der Vorsitzende zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Doch einen Leckerbissen für alle Bahnfreunde gibt er bereits bekannt: So sei ein internationales Kastendampfloktreffen geplant, bei der der Verein Besuch aus dem europäischen Ausland erhalten soll.

Zuvor freuen sich Feldhaus und die Kleinbahner auf den Film des Märkischen Kreises; zumindest virtuell steigt dadurch auch während der Saisonpause Dampf am Bahnhof Hüinghausen auf. Der Film in kompletter Länge ist seit dem 21. Januar kostenlos auf dem YouTube-Kanal Märkischer Kreis zu sehen.

Film zeigt nachdenklichen Wilhelm und dessen Beziehung zum Märkischen Sauerland

Unterhaltung und Wissensvermittlung können zusammengehören. Wie das gelingt, zeigt der Märkische Kreis mit seinen Edutainment-Filmen über preußische Wurzeln im Märkischen Sauerland. Der dritte Film beantwortet die Frage: Welche Verbindung besteht zwischen dem König von Preußen und letzten deutschen Kaiser und dem Märkischen Sauerland? Der zehnminütige Film startet mit einem politisch-historischen Ereignis: Am 9. November 1918 verkündet der Reichskanzler die Abdankung des Kaisers. Gleichzeitig wird die Republik ausgerufen. Der Aufenthalt von Wilhelm II. in Belgien ist nicht mehr sicher. Deshalb entscheidet er sich mit seinem Hofzug in die Niederlande zu reisen, um dort um Asyl zu bitten. Der Film zeigt den in Gedanken versunkenen Wilhelm während dieser Reise. Er erinnert sich an die ihm immer treu ergebenen Sauerländer in der Grafschaft Mark. Auch der Wiederaufbau der Burg Altena und der damalige Landrat Fritz Thomée kreisen in seinen Gedanken: Schließlich hat die Entscheidung des Kaisers dafür gesorgt, dass Burg Altena in der jetzigen Form wiederaufgebaut wurde. Umgesetzt wurde der Film von Rainer Gundlach, der Wilhelm II. in einer Mischung aus majestätischem Stolz und Verbitterung über das ihm vermeintlich widerfahrende Unrecht verkörpert. Susanne Padberg-Rohlof hat das Drehbuch verfasst. Für Kamera, Licht und Ton war Ingo Starink verantwortlich. Bernadette Lange von den Museen des Märkischen Kreises hat die Produktionsleitung übernommen.

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