Hilfreiche Tipps für die Waldarbeit

Auf den Schnitt kommt es an

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Die Lehrgangsteilnehmer konnten im Räriner Wald an gefällten Bäumen die verschiedenen Schnitttechniken üben.

Herscheid - Man hört sie schon von Weitem: Motorsägen mit ihrem typischen Geräusch, gefolgt von knackenden Ästen und dem lauten Krachen, mit dem ein Baum auf dem Waldboden aufschlägt.

Unter Anleitung von Bezirksförster Henning Stolz und Forstwirtschaftsmeister Hubertus Pampe von Wald und Holz NRW waren mehrere Männer im Räriner Wald aktiv, um den richtigen Umgang mit der Motorsäge zu erlernen. 

Der Herscheider Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) mit ihrem Vorsitzenden Rolf Brühne war es gelungen, einen Lehrgang in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Märkisches Sauerland zu organisieren. In der Theorie hatten die zehn Teilnehmer schon viel über die Waldarbeit gelernt: Unfallverhütung, Sicherheitseinrichtungen, Handhabung und Bauteile der Motorsäge sowie das Anlegen des korrekten Fallkerbs standen am Freitagabend auf dem Programm. 

Am Samstag galt es, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Ausgestattet mit speziellen Schnittschutzhosen, Sicherheitsschuhen und Helm machte man sich auf in den Räriner Wald. Weitere Arbeitskleidung wie Handschuhe sowie geeignetes Schuhwerk mit Zehenkappe durften für die bevorstehende Kettensägearbeit ebenfalls nicht fehlen. 

An einem gefällten Baum übten die Männer zunächst Schnitttechniken, bevor es dann ans Fällen selbst ging. Um die Kettensäge anzuschmeißen, muss mit dem Arm kräftig gezogen werden. Das funktionierte bei jedem Teilnehmer ohne Probleme. 

Alle klappten ihre Ohrenschützer nach unten, die Sägen ratterten und fraßen sich in die Stämme. Wenig später krachte die erste, dünne Fichte ins Gestrüpp. „Sollen wir diesen Baum fällen?“ oder „Wir könnten doch diesen Stamm zerlegen?“ – der Arbeitseifer der Teilnehmer war groß. 

Für den Motorsägen-Kurs hatten die Ausbilder mehrere Bäume markiert, an denen die Teilnehmer in Fünfer-Gruppen praktizieren konnten. In dem Waldstück bei Rärin liefen die Motorsägen heiß. Die Ausbilder Stolz und Pampe mussten sich bei diesem Lärm lautstark zu Wort melden, wenn sie Ratschläge an ihre „Schüler“ verteilen wollten. 

Bevor ein Baum gefällt wird, gilt es, die Fallrichtung zu besprechen und die Fallkerbe entsprechend anzubringen. „Schaut her. Die Sohlen- und Dachkerbe wurden exakt geschnitten. Auch der Fallschnitt befindet sich in der richtigen Höhe dazu“, beschrieb Kursleiter Pampe das Vorgehen. 

Verschiedene Schnitttechniken wurden thematisiert. So zum Beispiel der Stechschnitt, bei dem das Schwert der Motorsäge im rechten Winkel mittig durch den Stamm geschoben wird. Sobald die Schwertspitze Kontakt mit der Rinde bekommt, schlägt die Säge zur Seite. Erst als diese etwas seitlich angesetzt wird und man sie dann in den Baum einrunden lassen kann, ist es möglich, die Säge durch den Stamm zu stechen. 

Nachdem anschließend das Halteband gegenüber der Fallkerbe durchgetrennt wird, beginnt sich der Baum zu neigen. Wenn dieser schließlich auf dem Boden liegt, steht das Entasten an. Hubertus Pampe erklärte: „Hierbei sollte die Säge am Stamm abgestützt werden, um so den Rücken weniger zu belasten. Man kann wie beim Skifahren in die Knie gehen. Wenn man dann langsam vorwärtsgeht, lassen sich die Äste gut entfernen.“ 

Auf diese Weise profitierten die Kursteilnehmer von den Tipps der Experten, sodass sie in Zukunft noch sicherer und effektiver im Wald arbeiten dürften.

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