Motorradkontrollen vom 30. März auf der Nordhelle sorgen für Unverständnis

„Die Schilder stehen da und dann sind sie auch gültig“

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Zunächst waren die Hinweise auf die Streckensperrung für Motorräder an den Verkehrsschildern rund um das Ebbegebirge zugeklappt. Seit Gründonnerstag ist die Sperrung jedoch verbindlich.

Herscheid - Der Stichtag war der 1. April. Ab diesem Tag sollte die Nordhelle für Motorradfahrer gesperrt werden. So wurde es bis zuletzt kommuniziert. Doch schon zwei Tage vor diesem Termin, am 30. März, postierte sich die Polizei an der Strecke und bestrafte Motorradfahrer mit Verwarngeldern.

Wer die Diskussion um die Sperrung der Nordhelle für Motorradfahrer verfolgt hat, stößt nicht nur in den Berichten der Heimatzeitung, sondern auch in den Mitteilungen des Märkischen Kreises auf den 1. April als den Tag, ab dem die Sperrung greifen soll. 

Anfang letzter Woche hat der Kreis nun eine Ordnungsverfügung erlassen. Darin steht, dass die Strecke erstmalig zum 29. März gesperrt wird. Das Problem ist: Dieses neue Datum wurde nie öffentlich kommuniziert. 

„Dass das ab dem 29. März greift, war mir vorher nicht bekannt“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, und fügt hinzu: „Aber die Motorradfahrer sehen doch die Schilder und die Schilder gelten.“ 

Die Ordnungsverfügung ging im Vorfeld an die Straßenmeisterei Herscheid, die ihre Mitarbeiter entsandte, um die Schilder anzubringen, die auf die Streckensperrung für Motorradfahrer hinweisen. 

Am Dienstag wurden die ersten, teilweise aufklappbaren Schilder montiert und bis zum Stichtag am Donnerstag, 29. März, war alles fertig. Sechs Schilder auf Valberter Seite und fünf Schilder auf Herscheider Seite weisen seitdem auf das Streckenverbot hin. 

Aus Sicht von Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein und auch der Polizei-Pressestelle sind diese Schilder bindend – unabhängig davon, welches Sperrungs-Datum vorher kommuniziert worden ist. 

„Wenn da sechs Schilder stehen, muss ich mir doch spätestens beim zweiten Schild die Frage stellen, ob das richtig ist, dass ich hier noch herfahre“, unterstreicht Polizei-Pressesprecher Marcel Dilling. 27 Motorradfahrer befuhren am Freitag, 30. März, dennoch die Nordhelle, gerieten in die Kontrolle des Verkehrsdienstes und mussten zahlen. 

„Es gehört zu den originären Aufgaben des Verkehrsdienstes, Streckenabschnitte zu kontrollieren“, sagt Marcel Dilling. In seiner Entscheidung, wo und wann kontrolliert werde, sei der Verkehrsdienst ebenso wie auch jeder Wachbeamte frei. 

„Aus der Ordnungsverfügung geht klar hervor, dass die Nordhelle ab dem 29. März für Motorradfahrer gesperrt ist“, sagt der Polizeisprecher. Der Verkehrsdienst habe daraufhin beschlossen, am 30. März die Kontrollen durchzuführen. 

Der Bund der Motorradfahrer (BVDM) will nach den Kontrollen vom 30. März nun Landrat Thomas Gemke anschreiben und ihn darum bitten, die Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen Motorradfahrer zurückzuziehen. 

Aber Streckensperrungs-Experte Michael Wilczynski vom BDVM sieht wenig Aussicht auf Erfolg. „Denn die Schilder stehen und daran hat sich jeder zu halten“, sagt Wilczynski, der sich gleichwohl ebenfalls über den neuen Stichtag für die Sperrung gewundert hat. Deshalb findet er: „Die Kontrollen sind nicht rechtlich, sondern moralisch in Frage zu stellen.“

Der BVDM hat für kommenden Sonntag, 8. April, eine Demonstration gegen die Sperrung der Nordhelle für Motorräder organisiert. Das „bergische Anlassen“ führt gegen 12.15 Uhr vom bergischen Lindlar durch Herscheid zum Wanderparkplatz an der L 707 in der Nähe des Jagdhaus Weber in Reblin, am Fuß der Nordhelle. Die Kundgebung dort wird etwa zwischen 13.30 und 14.00 Uhr stattfinden.

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