Motorradfahrer sprengen alle Erwartungen: 1800 Teilnehmer bei der Demo an der Nordhelle

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Anders als geplant fuhr die Kolonne kurzfristig von Neuemühle direkt über die L 696 nach Reblin.

Herscheid - Das war ein sehr deutliches Zeichen: Der angekündigte Protest gegen die Sperrung der Nordhelle für Motorradfahrer rief gestern so viele Demonstrations-Teilnehmer auf den Plan, dass auf dem Wanderparkplatz am Fuß der Nordhelle der Platz ausging. Nach offiziellen Angaben der Polizei haben sich 1 800 Teilnehmer an der Protestfahrt von Lindlar nach Herscheid und der Kundgebung beteiligt.

Die Organisatoren des Bundes der Motorradfahrer reagierten völlig überwältigt angesichts dieser Beteiligung. „500 oder eher mehr Teilnehmer“, so formulierten die Veranstalter im Vorfeld ihre Erwartungen. Hinter vorgehaltener Hand hatte man sogar auf 1 000 Teilnehmer gehofft. Tatsächlich sprengte die Kolonne nun alle Erwartungen.

Bis auf eine Länge von zwölf Kilometern zog sich der Korso zunächst durch das östliche bergische Land, von dort aus nach Meinerzhagen und dann zur Nordhelle. Deutlich später als erwartet, nämlich erst gegen 14.40 Uhr, trafen die Motorradfahrer an ihrem Ziel ein – und das trotz kurzfristig geänderter Strecke. Ursprünglich wollte die Kolonne über den Silberg und durch den Ebbekreisel zum Wanderparkplatz fahren. Doch ein Kommunikationsproblem sorgte dafür, dass die Polizei den Tross von Neuemühle aus geradewegs über die L 696 nach Reblin führte – zum Leidwesen von über 100 Schaulustigen, die sich rund um den Ebbekreisel und auf der Brücke An der Helle versammelt hatten und hier teilweise stundenlang vergeblich warteten. „Das ist wirklich dumm gelaufen“, kann sich Organisator Michael Wilczynski nur dafür entschuldigen.

Als die Motorradfahrer ihr Ziel erreicht hatten, herrschte erst einmal Stau. Der Parkplatz ist wirklich groß, aber für 1 800 Teilnehmer und deren Motorräder reichte er bei weitem nicht aus. Die Biker mussten ihre Maschinen teilweise an der (glücklicherweise kaum genutzten) Zufahrtstraße zum Parkplatz abstellen. Dank der klaren Anweisungen der Polizei, die die Kolonne mit elf Motorrädern und mehreren Streifenwagenbesatzungen begleitet hatte, ging beim Parken alles problemlos vonstatten.

Überhaupt war die Polizei sehr zufrieden mit dem Ablauf des Tages. Sowohl bei der Fahrt, als auch bei der Kundgebung verzeichnete Einsatzleiter Siegmar Pfeifer keine besonderen Vorkommnisse. Für eben jene Kundgebung hatte der Bund der Motorradfahrer im Vorfeld eine Tonanlage und einen Anhänger als Bühne auf dem Wanderparkplatz aufgebaut und zusätzlich für einen Toiletten- und einen Imbisswagen gesorgt. Auch kühle Getränke hatte der Bund parat – doch diese waren schon vergriffen, noch ehe der erste Redner sein Wort an die Menge richten konnte.

Michael Wilczynski (einer der Protest-Organisatoren des Bundes der Motorradfahrer), der Hammer SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews und der Lindlarer Kommunalpolitiker Gerd Werner lobten in ihren Reden unter anderem die überwältigende Resonanz. Doch auch ein Anwohner der Nordhelle kam spontan zu Wort und erhielt – obwohl er sich für die Streckensperrung aussprach – den Applaus der Anwesenden.

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