Holiday Kids besuchen Falknerfamilie Schmid

Mittagssnack im Vorbeifliegen

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Birgit Schmid zeigte den Kindern den mächtigen Raufußbussard mit Namen Arandis, der mit einer Spannweite von 1,60 Meter der größte Greifvogel am Haus Habbel ist.

Herscheid - Das älteste Gebäude Hüinghausens gleicht einem Heim für Tiere: Greifvögel, Pferde, Schafe, Hunde und Katzen wohnen mit der Familie Schmid im und am Haus Habbel.

„Erstmals urkundlich erwähnt wird das Freigut Habbel im Jahr 1477“, weiß Harald Schmid. Seit nunmehr zehn Jahren wohnt er gemeinsam mit seiner Frau Birgit in dem markanten Gebäude – das zuvor auch als Landschulheim genutzt wurde – mitsamt seinem weitläufigen Gartengelände. Genau diese Fläche ermöglicht es den Schmids, mitten im Wald ihrem liebsten Hobby nachzugehen: Sie sind Falkner. 

„Das war schon immer ein Kinderwunsch von mir, den ich mir erst recht spät erfüllen konnte“, erzählt Harald Schmid, der inzwischen zwölf Greifvögel beherbergt. Im Alter von 45 Jahren machte er zunächst seinen Jagdschein, an den er die halbjährige Falknerei-Ausbildung anhängte. Das Abrichten, die Pflege und auch das Jagen mit Hilfe von Greifvögeln – all das muss ein Falkner lernen. 

Die Öffentlichkeitsarbeit sehen die Schmids als eine ihrer vordringlichsten Aufgaben. Bei Dorffesten in Hüinghausen sind sie bereits aufgetreten, aber auch Kindergärten und Schulen erhalten gefiederten Besuch aus Hüinghausen. 

Am Donnerstag waren die „Holiday Kids“ zu Gast am Haus Habbel. Die 14 Kinder sowie ihre beiden Betreuerinnen Laura Baensch und Caroline Dins erlebten praxisnahen Naturunterricht. Sie lernten den vierjährigen Uhu Gizmo kennen und erfuhren, dass er völlig lautlos fliegen kann und besonders gute Ohren hat. 

Der größte Greifvogel in den Volieren der Schmids ist mit einer Spannweite von 1,60 Meter Arandis: Schon allein aufgrund seiner anmutigen Erscheinung zog der Raufußbussard die Blicke der Kinder auf sich. Seine Anwesenheit lockte einen weiteren Besucher zum Haus Habbel: Ein wildlebender Mäusebussard drehte seine Kreise über dem Anwesen. Die von Harald Schmid auf einem Brunnen ausgelegten Leckerli (zwei Küken) griff er sich elegant im Vorbeifliegen. 

Besonders beliebt bei den Kindern war Michel: Der 13-jährige Buntfalke blieb seelenruhig auf dem Falknerhandschuh sitzen, den die „Holiday Kids“ reihum anziehen konnten. Auch Steinkauz Fritzi und Schleiereule Merlin machten auf dem Handschuh „die Runde“ und posierten mit auffallender Ausdauer für Fotos. 

All das sei kein Zufall, sondern der Lohn für permanentes Training, erklärte Harald Schmid: „Die Tiere setzen sich nicht automatisch auf den Handschuh.“ Seine Greifvögel sind seit Jahren an den Kontakt zu Menschen gewöhnt. Auch das „Abtragen“, also das Setzen der Tiere auf den Handschuh, haben die Vögel gelernt, als sie noch jung waren. 

Bei den „Holiday Kids“ wird dieser Besuch jedenfalls noch lange in Erinnerung bleiben. Sie waren sichtlich beeindruckt und überrascht von diesem Heim für Tiere inmitten der Hüinghauser Wälder.

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