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Milder Winter: Bauhof verbraucht weniger Salz

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Von: Jona Wiechowski

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Bevor es zu dem Ausschuss in den Besprechungsraum des Bauhofs ging, warfen die Ausschuss-Mitglieder einen Blick auf den Fuhrpark. Angeschaut werden konnten etwa der Radlader, der eigentlich täglich im Einsatz sei, oder der neue Fendt-Traktor, der auch für Mäharbeiten eingesetzt wird.
Bevor es zu dem Ausschuss in den Besprechungsraum des Bauhofs ging, warfen die Ausschuss-Mitglieder einen Blick auf den Fuhrpark. Angeschaut werden konnten etwa der Radlader, der eigentlich täglich im Einsatz sei, oder der neue Fendt-Traktor, der auch für Mäharbeiten eingesetzt wird. © Wiechowski, Jona

186 Tonnen Salz hat die Gemeinde Herscheid im Winter 2021/2022 verbraucht und damit nicht mal die Hälfte von der Vorsaison. Da brachte der Bauhof 395 Tonnen durch – mit Abstand der höchste Wert der letzten sieben Winter.

Herscheid - Bernd Wittemund, im Rathaus unter anderem für den Winterdienst zuständig, hatte die Zahlen vorgetragen. Und konnte genau eingrenzen: Die Wintereinsätze des Bauhofs spielten sich in dieser Saison vom 27. November bis zum 5. April ab. „Vor Ostern gab es noch mal einen dicken Wintereinbruch“, blickte er im Bauhofausschuss am Montagabend zurück.

Störungen habe es keine gegeben – weder bei Fahrzeugen, noch bei Geräten. Das Salzlager sei bis auf fünf Tonnen leer, erklärte Wittemund. Und, natürlich, auch Salz ist teurer geworden: Statt 66 Euro, koste es jetzt 73 Euro die Tonne.

Weniger Stunden im Winter-Einsatz

Wie beim im Vergleich zum Vorjahr verminderten Salz-Verbrauch, gilt dies auch für den Stundenaufwand diesen Winter: „Die Entwicklung ist nach unten gegangen.“ Exakt 1263 Stunden waren Bauhofs-Mitarbeiter im Einsatz, um die Straßen zu räumen. Als Mittel für die letzten sieben Jahre nannte Wittemund gut 1900 Stunden.

Zuversicht auch bei Bauhof-Leiter Thomas Deitmerg: „Die Geräte sind alle in Ordnung und die Leute an Bord“. Seine Mannschaft lobte er als „gute Truppe, die mitzieht.“ Die vergangenen Winter habe sich die Arbeit verändert: Habe der Bauhof sonst wochenlang ohne Pause jeden Morgen schieben müssen, müsse heute jeden Tag – bzw. jede Nacht – geschaut werden, ob denn der Winterdienst gebraucht werde.

Gießen, damit die Pflanzarbeit nicht umsonst ist, geht mit dieser Vorrichtung.
Gießen, damit die Pflanzarbeit nicht umsonst ist, geht mit dieser Vorrichtung. © Wiechowski, Jona

Fazit: „Mit Hochwasser und Sturmschäden hatten wir bald mehr zu tun, als mit Schnee.“ „Verschiebungen in den Tätigkeiten des Bauhofes“, waren bereits den Ausführungen von Jan Koopmann zu entnehmen. Herscheids neuer Bauamtsleiter hatte den Jahresabschluss für 2021 vorgetragen. „Es gab ein paar Besonderheiten, die nicht jedes Jahr typisch sind“, erklärte er. Während beispielsweise das Freibad zwar erst später hätte geöffnet werden können, was haushaltsentlastend gewirkt habe, seien die Bauhofs-Mitarbeiter viel mit den Folgen des Hochwassers im Juli 2021 beschäftigt gewesen.

Tour über das Bauhofs-Gelände

Bevor es zur Sitzung rein ins Besprechungszimmer ging, konnten sich die Ausschuss-Mitglieder noch auf dem Bauhofs-Gelände umsehen. Zu bestaunen gab es da zum Beispiel den 150 PS starken Fendt-Traktor, der den inzwischen zehn Jahre alten Fendt 412 mit gut 7000 Betriebsstunden auf der Uhr ablösen wird. Fünf Liter Diesel die Betriebsstunde und damit zwei weniger als der Vorgänger braucht das neue Gefährt, das einen verstärkten Rahmen hat, damit es unter anderem Mäharbeiten bewältigen kann. Die Fendt-Traktoren im Fuhrpark lobte Bauhofleiter Deitmerg als kaum reparaturanfällig.

Den Bauhof-Klassiker Radlader (Deitmerg: „Den haben wir jeden Tag im Einsatz“) schauten sich die Mitglieder genauso an, wie die Gießvorrichtung auf einer Ladefläche (Deitmerg: „Sonst ist die Pflanzarbeit umsonst“) oder die immer noch unbenutzte Schneefräse. Die wurde nach einem verheerenden Winter 2010 angeschafft – so viel Schnee gab es seitdem in der Ebbegemeinde allerdings nicht.

Auch der Bauhof arbeitet immer mehr digital

In welcher Straße wurde geschoben, in welcher gestreut? Was die Bauhofs-Mitarbeiter vorher per Hand notieren mussten, läuft heute automatisch ab. Oder: Soll automatisch ablaufen. Denn noch hakt es. Zwar werde erkannt, wo die Mitarbeiter herfahren, nicht aber, ob sie dort schieben und streuen. Angebrachte Sensoren sollen diese Daten übermitteln. Anschauen soll sich das nun der Geschäftsführer des Unternehmens, das die Lösung anbietet, bei einem Termin Ende des Monats. Bauhof-Leiter Thomas Deitmerg vermutet ein Software-Problem und ist zuversichtlich: „In anderen Städten klappt das auch schon.“ Immerhin: Was jetzt schon klappt, ist die digitale Erfassung beispielsweise von Straßenschäden. Dazu können die Mitarbeiter mit einem Tablet auch Bilder machen. 

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